Plakat zum zehnten Jahrestag
des Mittelstandsbüros Balkan.
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Nr. 151
30. Juli 2011
Weitere Infos ...
zu allen Partnerschaftspro-
jekten der HwK Koblenz
in Südosteuropa unter Tel.:
0261/ 398-128, Fax: -936, E-
Mail:
Zusammenarbeit über Grenzen
Mittelstandspolitik ist maßgeblich für die wirtschaftliche Ent-
wicklung in den europäischen Ländern. Das gilt insbesondere
für Südosteuropa, eine Region, die wirtschaftlich Nachholbe-
darf hat. Inzwischen hat sich der Stellenwert des handwerk-
lichen Mittelstands auch hier positiv verändert. Das ist unter
anderem ein Ergebnis der Arbeit des Mittelstandsbüros Bal-
kan (MBB). Jetzt feierte es sein zehnjähriges Bestehen.
Mittelstandsbüro Balkan feiert zehnjähriges Bestehen – Erfolgreiche Projekte
Das MBB ist ein Zusammen-
schluss von 34 Organisatio
nen des Handwerks und des
Mittelstands in Südosteuropa.
Wichtigste Ziele sind der Erfah-
rungsaustausch untereinander,
die Verbesserung der Chancen
handwerklicher Unternehmen
auf dem Binnen- und internati-
onalen Markt sowie der Kampf
gegen Arbeitslosigkeit. Deut-
scher Partner im Netzwerk ist
dieHandwerkskammerKoblenz.
Sie engagiert sich seit nahezu 20
Jahren in Bulgarien und der Re-
gionmitProjektenzurFörderung
dermittelständischenWirtschaft
und ihrer Selbstverwaltung.
Ein Blick
zurück
Die Erfolgsgeschichte desMBB
begann vor fast elf Jahren.
Damals, im September 2000,
initiierte die HwK in Koblenz
einen Balkan-Kongress. Dabei
wurde deutlich: Synergien ent-
stehen, wenn Fragestellungen
regional beantwortet werden. 13
Organisationen des Handwerks
beschlossen 2001 in Sofia, bei
der Lösung der Probleme im
Bereich der handwerklichen
kleinen und mittelständischen
Unternehmen auf dem Balkan
zukünftigzusammenzuarbeiten.
Das war die Geburtsstunde des
Mittelstandsbüros als Netzwerk
des Mittelstands in Südosteu-
ropa.
In den vergangenen Jahren
organisierte das MBB 110
Maßnahmen und Veran-
staltungen, über 40 Fachse-
minare und Workshops in
unterschiedlichen südosteu-
ropäischen Ländern mit über
2.000Teilnehmern. Es vertritt
seineMitgliedsorganisationen
innerhalb der EU, seit 2003 ist
dasMBB auchMitglied in der
Union fürHandwerkundklei-
ne und mittlere Unternehmen
in der EU (UEAPME).
Das Ansehen des MBB ist
in den Jahren auf dem Bal-
kan, aber auch in Europa
gewachsen. Während seines
letztjährigen Besuchs 2010
in Bulgarien informierte sich
der rheinland-pfälzische Minis
terpräsident Kurt Beck vor Ort
über die Erfolge und weiteren
Vorhaben des MBB. Zu den
Menschen, die sich um Entste-
hen und Entwicklung des MBB
besonders verdient gemacht
haben, gehört der ehemalige
Hauptgeschäftsführer der HwK
Koblenz, Dr. h. c. Karl-Jürgen
Wilbert.
Dantschovs
Haus
Seit 2006 hat das Mittelstands-
büroBalkan eine Filiale inDant-
schovs Haus (DH) in Plovdiv
eingerichtet. Hier fanden auch
die Feierlichkeiten anlässlich
des zehnjährigen Bestehens
in Anwesenheit hochrangiger
Vertreter aus Politik und Wirt-
schaft statt.DasHaus desMalers
ChristoDantschov-Zogrfina aus
der Jahrhundertwende gehört zu
den schönsten Objekten in der
bulgarischen Stadt.
Unter Federführung der HwK
Koblenz und mit finanziellen
FördermittelndesBundesminis
teriums für wirtschaftliche Zu-
sammenarbeit und Entwicklung
wurde es fachgerecht restauriert.
Inzwischen ist DantschovsHaus
zu einem Beratungs- und Schu-
lungszentrum für Restaurierung
und Denkmalpflege geworden.
Seit 2004 wird viermal im Jahr
unterdemTitel„DHimFrühling,
Sommer, Herbst und Win-
ter“ eine Ausstellung mit
WerkenvonKunsthandwer-
kernundSchmuckgestaltern
durchgeführt.
Balkanverband der
Frauen gegründet
In Gesprächen mit Hand-
werkerinnen und Unter-
nehmerinnen amRande von
Veranstaltungen des MBB
wurde deutlich: Frauen
im Handwerk fordern ge-
zielte Qualifizierung und
den Erfahrungsaustausch
Vor zehn Jahren wurde das
Mittelstandsbüro Balkan im
Rahmen eines Balkan-Kon-
gresses in Sofia gegründet.
Dieses Jahr wurde der Balkan-
verband der Frauen gegründet.
HwK-Prä-
sident
Werner
Wittlich
hielt an-
lässlich
des zehn-
jährigen
Bestehens
des MBB
eine Fest-
rede.
Bekräftigten
die gute
Zusammen-
arbeit: Der
deutsche
Botschafter
Matthias Höpf-
ner (l.) und
HwK-Hauptge-
schäftsführer
Alexander
Baden.
mit Gleichgesinnten. Der neu
gegründete Balkanverband der
Frauen trägt dem nun in Süd-
osteuropa Rechnung. Er setzt
sich gezielt für die Schaffung
optimaler Rahmenbedingungen
ein, um die Position der Frauen
im Handwerk zu stärken. Nur
dann können die Frauen einen
maximalen Beitrag zur Ent-
wicklung ihrer Unternehmen
leisten. So werden regelmäßig
Schulungen zu verschiedenen
Themen, beispielsweise zu Öf-
fentlichkeitsarbeit, Marketing,
Vereinbarkeit von Familie und
Beruf oder Aufbau und Führung
eines handwerklichenUnterneh-
mens durchgeführt.
Ziel des Frauenverbandes auf
dem Balkan ist es, durch einen
intensiven Politikdialog zur
Wahrnehmung der spezifischen
Interessen und Bedürfnisse der
Frauen beizutragen und den
Ausbau internationaler Kon-
takte zu fördern. Dazu gehören
Austauschmöglichkeiten mit
anderen Frauenvertretungen.
Hierbei leistet die Handwerks-
kammerKoblenzSchützenhilfe.
Sie verfügt über langjährige
ErfahrungeninderZusammenar-
beit mit den Unternehmerfrauen
im Handwerk, aber auch über
Fachleute für die notwendigen
Schulungen und Beratungen.
So waren Repräsentantinnen
der Kammer bei der Gründung
vor Ort. Am 16. Juli wurden die
Papiere für dieRegistrierungdes
Balkanverbandes der Frauen im
Handwerk als juristische Person
unterzeichnet.Damit ist derWeg
für EU-Projekte und andere
Fördermittel offen.
Im Ausland für das Handwerk aktiv: Das Mittelstandsbüro Balkan