Für Tischler beginnt am 23.
November einTeilzeit-Meis
terkurs in Koblenz. Der Un-
terricht findet freitags von 16
bis 20.15 Uhr und samstags
von 8 bis15 Uhr statt.
Infos & Anmeldung bei der
HwK-Meisterakademie:
E-Mail:
Meisterkurs
Tischler
Info-Tel.: 0261/ 398-415
Für Tischler beginnt am 19.
September ein CNC-Tech-
nik-Kurs. Unterrichtstage
sind di & do jeweils von
17.30 bis 20.45 Uhr.
Infos & Anmeldung bei der
HwK-Weiterbildung:
E-Mail:
Fortbildung
CNC-Technik
Info-Tel.: 0261/ 398-415
„Wir sind Tischler mit
Leib und Seele und leben
für unseren Beruf“, so
Hans Werner Stoffel aus
Höhn/Westerwald. In
„Fleiß, harter Arbeit, Zu-
verlässigkeit und Gottes
Segen“ sieht der Tisch-
lermeister den Erfolg des
traditionsreichenFamilien
unternehmens.
Er führt den vor 175 Jahren ge-
gründetenBetriebindersechsten
Generation. Im kommenden
Jahr wird der Firmenchef den
Führungsstab an Sohn Manuel
weiterreichen.
Wie schafft es ein mittelstän-
discher Betrieb sich 175 Jahre
durchzusetzen? Hat Handwerk
nach wie vor goldenen Boden?
Was gaben die Vorfahren ihren
Nachkommenmit auf denWeg?
Fragen, die sich stellen, will
man eine Erfolgsgeschichte
schreiben.
Wege zum
nachhaltigen Erfolg
„Handwerkliche Qualitätsar-
beit, geschickte Hände und
technisches Verständnis, dazu
Fantasie und clevere Ideen sind
der Schlüssel zum Erfolgstor“,
ist Hans Werner Stoffel sicher.
„Und die Frau, die hinter dem
Handwerksmeister steht und
ihm den Rücken frei hält und
stärkt“, fügt er mit Blick auf
Ehefrau Ulrike hinzu. Er räumt
allerdings ein, dass es „heute
stärker als früher erforderlich
ist, auf veränderte wirtschaft-
liche Verhältnisse flexibel zu
reagieren. Dann hat Handwerk
weiterhingoldenenBoden“. Seit
1982 ist Hans-Werner Stoffel
Firmenchef. „Früher dominierte
der Möbelbau. Möbel sind sehr
speziell. Wir mussten uns dem
Markt anpassen und die Pro-
duktpalette erweitern“, betont
der Tischlermeister.
Neben dem Innenausbau gehö-
ren Fenster und Haustüren aus
Holz, Kunststoff und Alumi-
nium ebenso wie Garagentore,
Markisen, Rollläden, Insekten-
schutzgitter, Reparaturen und
Glaserarbeiten zum Angebot.
Immer waren Bestattungen ein
festes Standbein.
Jubiläum: Handwerksmeister schreiben Geschichte
21
Nr. 151
30. Juli 2011
Fachkraft Lehmbau: Qualifizierung für den Baustoff der Zukunft
175 Jahre erfolgreich an der Hobelbank
Tischlerei Stoffel aus dem westerwäldischen Höhn bringt in sechster Generation Holz in Form
Steckbrief: H. W. Stoffel, Höhn/Westerwald
Gegr. 1836 | 6 Mitarb. (1 Meister) | Fenster, Haustüren, Innenaus-
bau, Reparaturen | Tel.: 02661/ 4617 |
„Es ist ein stolzes Gefühl, wenn
ein Familienunternehmen sich
trotz Krieg, Währungsreform
und Nachkriegszeit über einen
so langen Zeitraum behauptet
hat“,schätztHansWernerStoffel
ein. Er sagt aber auch, dass „jede
Generation ihren eigenen Weg
finden muss und sich nicht auf
Lorbeeren ausruhen kann“.
„Als mein Opa starb, war ich
gerade drei Jahre alt und habe
darankeineErinnerungen. Inder
Werkstatt meinesVaterswar ich
als Junge immer gern. Das war
irgendwie spannend. Die Liebe
zumHandwerk war bei mir früh
da, ohne dass ich zum Beruf ge-
drängt wurde. Das Faible für den
WerkstoffHolz,mitihmetwaszu
gestalten, das muss vomHerzen
kommen. Vielleicht werden die
Gene vererbt, erzwingen kann
man nichts“, weiß er. So hat es
Hans Werner Stoffel auch bei
seinem Sohn gehalten.
Handwerksbetrieb
mit Name verbunden
Anders als bei seinen Vorfah-
ren üblich, hat Manuel Stoffel
das Tischlerhandwerk nicht im
elterlichen Betrieb gelernt. „Ich
wolltesehen,wieanderswogear-
beitet wird“, sagt er. Heute sieht
er sich der Tradition
verpflichtet. Der
NameStoffelbleibt
mit dem Hand-
werksbetrieb in
Höhn auch in der
siebten Generati-
on erhalten.
18 Lehmbauer konnten
sich kürzlich über ihre
erfolgreich bestandene
Prüfung zur Fachkraft im
Lehmbau freuen.
In einem dreiwöchigen Voll-
zeitlehrgang wurden die Teil-
nehmer von international
renommierten und erfahrenen
Dozenten in die theoretischen
Grundlagen und praktischen
Anwendungsmöglichkeiten
eingeführt. Ein wichtiger
Bausteinder Fortbildung ist die
Anwendung des vorab theore-
tischErlerntenaufeinerPraxis-
baustelle. ImFreilichtmuseum
Bad Sobernheim konnten die
Lehmbauer ihr Können beim
Wiederaufbau einer aus Heili-
genroth transloziertenScheune
aus dem 17. Jahrhundert unter
Beweis stellen. Fachgerecht
mauerten sie Teile des Fach-
werkgebäudes mit Stakenge-
flecht und Lehmsteinen aus.
DemHausZell-Merl, ebenfalls
Teil des Museums, verhalfen
sie zu einer nach historischem
Schon in der sechsten Generation existiert die
Tischlerei Stoffel, die heute von Hans Werner
Stoffel (l.) geführt wird. Mit Sohn Manuel ist
auch die siebte Generation gesichert.
Das Bild aus früheren
Tagen der Tischlerei Stoffel zeigt
Hans Werner Stoffels Vater Kurt (l.) und Großvater Hugo (M.).
Vorbild ausgeführten neuen
Lehmwickeldecke.
Als eine von zwei Schulungs-
einrichtungen, die diese Fort-
bildung in Zusammenarbeit mit
dem Dachverband Lehm e.V.
anbieten, engagiert sich die
HwKKoblenzfüreineverstärkte
Etablierung des noch viel zu
selten angewandten Baumate-
rials Lehm. Gerade im Bereich
des energiesparenden Bauens
zeichnet sichLehmmit enormen
Qualitäten für umweltver-
trägliches Bauen aus. Mit der
Qualifikation zur Fachkraft im
Lehmbau können sich die Ab-
solventen in der Sparte Lehm-
bau selbstständig machen. Der
nächst Kurs startet am 8. April
2013 in Herrstein.
Infos beim HwK-Zentrum
für Restaurierung und
Denkmalpflege, Tel.: 06785/
9731-761, Fax: - 769, E-Mail:
Neue Lehmbau-Fachkräfte: die Absolventen 2011.
Foto: privat