Schwerpunktthema: rekordverdächtiges und herausragendes Handwerk HANDWERK SPECIAL 255 29. August 2026 www.handwerk-special.de Handwerkskammer Koblenz and r s Ko l auf dem Titel: Tatjana Krechel, Bäckermeisterin und Brotkönigin
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Rekorde und Sensationen … Bei genauerer Betrachtung bringt jeder Handwerksbetrieb etwas mit, das ihn einmalig und unverwechselbar macht. Keine Geschichte gleicht der anderen. Was mit den Menschen zusammenhängt, die Betriebe und ihre Entwicklung prägen, mit den Produkten und Leistungen, die letztlich das Markenzeichen eines Handwerksunternehmens sind. Was also hebt die Fälle hervor, die wir in dieser Ausgabe vorstellen? Rekorde sind die eine Sache. Und Sensationelles spielt oft eine Rolle – auch wenn auf andere Weise, als man vordergründig vermuten mag. Ein Beispiel? Ein damals 24-jähriger Maschinenbaumechaniker besteht 1990 die Meisterprüfung und macht sich selbstständig. Doch das Unternehmen dümpelt vor sich hin. Nach sechs Jahren zieht er die Reißleine und stellt selbstkritisch fest: Das war nix. Doch unser Handwerksmeister hat Biss, wird später eine weitere Unternehmensgründung wagen und leitet heute einen weltweit gefragten Fachbetrieb auf Expansionskurs. Ein anderes, beeindruckendes Beispiel? Ein Elektromeister gründet 1956 mit 20 Jahren in der Garage seiner Eltern einen Ein-Mann-Betrieb, der 70 Jahre später 500 Mitarbeiter zählt und Weltkonzerne als zufriedene Kunden hat. Oder: ein 83-jähriger Kfz-Meister, der wortwörtlich laufend neue Titel und Rekorde erkämpft, 13-facher Weltmeister ist und bereits jetzt ankündigt: „Wartet nur, bis ich 85 Jahre bin! Dann greife ich nochmal richtig an!“ Wir berichten außerdem vom Stuckateur-Weltmeister des Jahres 1991. Was aus ihm geworden ist? Wir haben ihn wiedergefunden … in München, an der Akademie der Bildenden Künste! Zuhause in der Familie des Stuckateurhandwerks sind auch zwei Geschwister aus Koblenz. Sie haben ebenfalls einen Rekord aufgestellt, denn zum ersten Mal in der 126-jährigen Geschichte unserer Handwerkskammer haben zwei Schwestern in diesem Handwerk gemeinsam ihre Prüfung bestanden. Ein weiterer Titel wurde durch einen Kfz-Mechatronikermeister eingefahren, der Deutschlands besten SB-Waschpark betreibt! Das hat nicht eine Jury entschieden, sondern die Kunden selbst. Und in Deutschland gibt es einige SB-Waschparks … Eine Sensation suchte im März das Dach eines Koblenzer Wohnhauses heim. Ein Meteorit sorgte für großes Aufsehen und war der Star jenes Abends am Firmament. Doch was nicht verglühte, musste irgendwo „landen“. Der Einschlagort wurde dann zum ganz außergewöhnlichen Auftrag für ein Dachdeckerunternehmen. Damit wir die Wahrscheinlichkeit für Hauptgeschäfts- führer Ralf Hellrich Kontakt: Handwerkskammer Koblenz Tel. 0261 398 108 ralf.hellrich@hwkkoblenz.de Impressum: V.i.S.d.P.: Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich Redaktion / Layout: Jörg Diester, Denise Nuß, Dagmar Schweickert Fotos: wie einzeln gekennzeichnet / HwK Koblenz / Titel: Michael Jordan Herausgeber: Handwerkskammer Koblenz, Friedrich-EbertRing 33, 56068 Koblenz, Tel. 0261 398 160, in Verbindung mit dem Mittelrhein-Verlag Koblenz Anzeigen: rz Media GmbH, Mittelrheinstraße 2–4, 56072 Koblenz, Evangelos Botinos (Geschäftsführung) Techn. Herstellung: Industrie Dienstleistungsgesellschaft mbH, 56070 Koblenz einen solchen Auftrag richtig einordnen können: die des Meteoriteneinschlags in diesem Koblenzer Haus war statistisch gesehen 200-mal geringer als ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto. Und dann gibt es bundesweit 15.000 Dachdeckerfirmen, die so etwas ja grundsätzlich reparieren können … Bliebe da noch der Titel unserer Ausgabe mit ihrer Brot- hoheit Tatjana: die 31-jährige Bäckermeisterin ist seit einigen Wochen Brotkönigin. Zum Hofstaat zählen 1.000 Handwerksbäckereien, darunter der eigene, 1936 gegründete Familienbetrieb. Ich habe es am Anfang versprochen: Es sind ganz ungewöhnliche Geschichten, die wir in dieser Ausgabe erzählen und die oft aus einer völlig unerwarteten Richtung auf Sie zukommen werden. Viel Spaß beim Lesen – Ihr Seite 6 Friedhelm Adorf, 83 und Kfz-Meister, zählt zur Weltspitze der Leichtathleten. Seite 10 1991 wurde Stephan George als Stuckateur Weltmeister. Was danach folgte? Foto: Zoth GmbH & Co. KG Seite 17 1956 als Einmannbetrieb gegründet, zählt das Unternehmen Zoth heute 450 Mitarbeiter. Seite 4 Tatjana Krechel ist leidenschaftliche Bäcker- meisterin und Brotkönigin! aus dem Inhalt 03
Brothoheit Tatjana Wobei das eine eng mit dem anderen zu tun hat, denn die Bäckermeisterin ist seit wenigen Wochen Brotkönigin und repräsentiert somit mehr als 1.000 Handwerksbäckereien unter dem Dach des Bäckerinnungsverbandes West. Doch wie wird man Brothoheit? Tatjana erklärt das Bewerbungsverfahren: „Zunächst habe ich meinen Lebenslauf eingereicht, dann wird zu einer Online-Konferenz eingeladen.“ Keine Frage: Als Meisterin und Betriebswirtin des Handwerks bringt sie fachliche Expertisemit, „dochbewertetwirdauchdas Auftreten und die Überzeugungskraft für dasProduktBrot.“UndhierpunktetTatjana mit Leidenschaft und einem klarem Bekenntnis: Sie istBäckerindurchunddurch! Das begann schon in jungen Jahren als Aushilfe in der Familienbäckerei Krechel. 1936 vom Uropa Josef gegründet, übernahmdessen Sohn Peter die Bäckerei. Dessen Sohn Rainer – Tatjanas Vater – setzte die Familientradition fort. Was die Tochter schon früh faszinierte. „Schon als Kind war ich gerne in der Backstube unterwegs und einige ältere Mitarbeiter kennen mich bereits aus dieser Zeit.“ Was folgte, war dann eine erste Ausbildung als Bäckereifachverkäuferin – ein „Auswärtsspiel“. Tatjana erlernte ihrenBeruf in einer Koblenzer Handwerksbäckerei. Es folgte ein weiteres „Auswärtsspiel“, diesmal in Bayern. Von 2018 bis 2020 arbeitete sich Tatjana in einer dortigen Bäckerei bis zur Verkaufsleiterinhoch.EineAusbildung im klassischen Bäckerhandwerk schloss sich an – diesmal in Boppard am Rhein. Die Krönung dieser Laufbahn waren 2023 der Meistertitel sowie die Weiterbildung zur Betriebswirtin. Mit reichlichErfahrungausgestattet, kehrte Tatjana 2024 zurück ins Emmelshausener Familienunternehmen mit seinen 25 Mitarbeitern. Dort wird nun die Übergabe der Geschäftsführung vom Vater an die Tochter vorbereitet. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander und bilden ein ausgezeichnetes Team. Ich denke auch nicht,dasservonheuteaufmorgenaufhören wird.“Denn dieBäckerei ist hierweitmehr als ein Arbeitsort, eher ein Lebenswerk. Diese Einstellung zum Beruf bringt auch Tatjanamit. Voller Leidenschaft erklärt sie diefast20unterschiedlichenBrotsorten, die hier täglich frisch gebacken werden. Und kann auch die Frage nach ihrem„Liebling“ zügig beantworten: das zwei Kilogramm schwere Jubiläumsbrot, ein Roggenmischbrot mit Natursauerteig, ist ihr Favorit. Bleibt die Frage an ihre hoheitliche Brotmajestät: Wo fühlt sich die Verkäuferin undBäckerinwohler?BeimKunden an der LadenthekeoderamOfeninderBackstube? „Ichwechsle gern und liebe beideBereiche – mit einer leichten Tendenz zumVerkauf. Das direkte Gespräch mit den Kunden ist schonetwasBesonderes.“Dazupasst auch, dass die Krechels zwei Verkaufswagen betreibenunddieMenschenvorOrt ansteuern. Und auch das ist eine Aufgabe, die Tatjana immer wieder gerne übernimmt – frei nach dem Motto: Hier fährt die Königin noch selbst und geht jedes Brot durch die Hände ihrer Majestät. Für drei Jahre trägt Tatjana nun den Titel einer Brotkönigin und ist in dieserZeitauchBotschafterinderdeutschen Brotkultur – und die wurde immerhin von derUNESCOzumimmateriellenKulturerbe ernannt. Kontakt: Bäckerei – Konditorei – Café Krechel Tel. 06747 8560 www.baeckerei- krechel-cafe.de 04 Bäckermeisterin und Königin – diese Titel-Kombination bringt die 31-jährige Tatjana Krechel aus Emmelshausen mit. Familienbetrieb wird 400 Jahre alt! Metallbau Kehl in Bad Sobernheim kann am 12. September den 400. Geburtstag feiern! Mit Heiko Kehl (Bildmitte; zusammen mit Ehefrau Sabine und Sohn Jan) besteht der Betrieb in der 12. Generation. Und diese außergewöhnliche Geschichte könnte von Jan in der 13. „Erbfolge“ fortgeschrieben werden. Während die eine (Brot)Königin ist (großer Beitrag auf dieser Seite), hatten es die Kehls einst mit dem Kaiser zu tun. Der sollte 1626 in einem Kirchenstreit schlichten. Das wurde in Unterlagen festgehalten und so liegt der FamilieKehl eine solideDokumentation zumGründungsjahr ihres Metallbauunternehmens vor. Firmengründer Philipp Jakob Kehl legte 1626 den Grundstein für eine Familiengeschichte, die ihresgleichen sucht und immer eng mit dem Handwerk verbunden war. Und eine zweite Tradition hielt sich Jahrhunderte: „Anschließend hießen sie alle Philipp, selbst mein Vater war ein Philipp Karl. Ich bin der erste Nicht-Philipp“, erzählt der heutige Chef.
Start ins Macaroniversum IhreTorten sindverziertmit unzähligender kleinenköstlichenMacarons, jedes für sich echteHandarbeit,wertvollesHandwerkund ein echter Genuss. Ähnlich kann man sich auch den Lebenslauf von Theresa Dehen vorstellen: Voller bunter Überraschungen undinsgesamteinumwerfendesKunstwerk. Die 30-Jährige wohnt mit ihrem Mann in Mayen, stammt aus Müden und ist Konditormeisterin. Soweit klingt das alles ganz einfach und unspektakulär. Allerdings ist die junge Frau längst auch Herrscherin über ihr ganz eigenes Universum: Das Macaroniversum. Und mit mehr als 200 Macarons, den berühmten französischen Köstlichkeiten, war vor etwas mehr als einem Jahr eine grandiose Torte bestückt, die ihr schließlich zum Wedding King Award 2025 verholfen hat. Theresa Dehen hat in mehr als 40 Stunden Handarbeit damals zusammen mit ihrem Team die beste HochzeitstorteDeutschlands erschaffen. Bis dahinhatte sie schon einenWeg hinter sich, der geprägt war vonFleiß,Mut, Kreativität und enorm viel Energie. Dass sieeinmalKonditormeisterinwerdenwürde,war dabei nicht geplant.NachdemAbitur studierte sieBetriebswirtschaftslehre in Mainz, absolvierte ihren Bachelor und sammelte Erfahrungen im amerikanischenBoston.Dort entdeckte siemodernePatisserie für sich–undentschied, dasssienichtdauerhaft imBüroarbeiten, sondernaucheinegesundeWork-Life-Balancehabenmöchte. „Durch meine Oma habe ich schon immer gern gebacken“, erzählt sie. Alsowechselte sie insHandwerk, absolvierteeineAusbildungzur Konditorin und legte anschließend direkt die Meisterprüfung ab. Mit demMeisterbrief entwickelte siemit ihremMann die Idee für eineeigeneMarke.Unterstützungerhielt sieauchvondenBetriebsberatern der Handwerkskammer Koblenz. Das Macaroniversum starteteals reinerOnlinehandel ineinerkleinenKüche imWeingut ihrer Familie. Mit ihrenMacarons, Torten und individuellenKreationenmachte sie sichweit über dieRegionhinaus einenNamen, dieNachfragewuchsschnell, deshalbproduziertdasUnternehmen nun in Hatzenport und beschäftigt insgesamt acht Mitarbeiter. Auf die Wedding King Awards wurde sie schließlich von einem Hochzeitspaar aufmerksam gemacht. Ihre aufwendig gestaltete Wettbewerbstorte überzeugte sowohl die Fachjury als auch das Publikum und der Sieg sorgte bundesweit für zahlreiche Medienanfragen. Gut, dass Stillstand für Theresa Dehen keine Option ist, denn sie nutzte die Aufmerksamkeit, entwickelte ihre Marke weiter und betreibt seit Mai 2026 ein Pop-up-Café. Und noch eine Aufgabe gehört zu ihrem Alltag: Parallel zur Selbstständigkeit absolvierte sie ein Referendariat. Nun unterrichtet sie in Koblenz angehende Konditoren und Fachverkäufer in der Fachpraxis – und schreibt damit ein weiteres Kapitel in einer ohnehin schon vielseitigen Lebensgeschichte. Kontakt: Macaroniversum Tel. 02651 8059 168 www. macaroniversum.de Foto: privat 05 Theresa Dehen hat eine mutige und erfolgreiche Geschichte zu erzählen – und schreibt jetzt ein neues Kapitel. ANZEIGEN Heinrich Wies GmbH 55595 Spabrücken · Tel. 06706-1322 www.hwies.de · briefkasten@hwies.de Balkongeländer – Balkonanbauten Vordächer – Terrassen Überdachungen – Kaltwintergärten Zäune – Carports Eigene Herstellung www.jung-kraemer.de mehr • Photovoltaik • Heizung • Sanitär • Solar • Kundendienst 57644 Hattert Tel. 0 26 62 / 79 11 Wärme und mehr • • Sola Rheinhessenstraße 60 – 55545 Bad Kreuznach – Telefon (0671) 61315 Fax (0671) 75261 – E-Mail: service@lauermann.org – http://www.lauermann.org Setz auf echtes Wohlfühlklima! – heute und für die Zukunft! Billigkann jeder, Qualität nur der Profi. Mit Meisterhand gefertigt, fair kalkuliert und spürbar besser. Unsere Leistungen im Überblick: • Schanktheken & Bierdruckanlagen • Froster & Gärunterbrecher • Klimaanlagen & Kühlräume • Wärmepumpen & Kühlzellen Tel Neugierig? - Scan den QR-Code! Eis Pickel – Ihr Kälte- und Klimatechnik-Fachbetrieb. Zuverlässig. Kompetent. Regional. Telefon: 02662/5078315 - info@eis-pickel.de www-eis-pickel.de Für Ihr Projekt eine sichere Lösung! Der Handwerksbetrieb vor Ort!
Wie geölt: „Der Friedhelm“ läuft und läuft … Wennman über Sprinter FriedhelmAdorf schreiben möchte, muss man selbst ziemlich schnell sein.Kaumhatman seineTitel, Rekorde und Medaillen der vergangenen Jahrzehnte über insbesondere 200und400 Meter zusammengetragen, kommt schon die nächste Erfolgsmeldung hinzu. Der Kfz-Meister ausHeupelzen ist inzwischen 82 Jahre alt – und zählt zur Weltspitze der Masters-Leichtathleten, alsoder Seniorenklasse. „Ich bin einfach der Friedhelm“, sagt er und lacht.Wer ihmbegegnet,merkt sofort:DerMannsprüht vorEnergie.Langweiligwird ihmnie.Vormittags schraubt er in seinerOldtimer-Werkstatt, nachmittags trainiert er auf der Laufbahn. „Mir macht das alles einfach Spaß.“ Dass Handwerk und Leistungssport bestens zusammenpassen, lebt Adorf seit Jahrzehnten vor. Nach seiner Ausbildung, bei der er insbesonderedieFabrikateBorgward und Simca kennenlernte, machte er denMeister undbaute aus demehemaligen Schweinestall des elterlichen landwirtschaftlichen Betriebs die erste Werkstatt inHeupelzen. Daraus entstanddas heutige Autohaus Adorf, das sich seit 1988 in Altenkirchen befindet und heute vom Sohn Dirk geführt wird (Kasten rechts). Senior Friedhelm arbeitet dort ebenso wie seine Frau Eleonore noch immer mit. Außerdem restauriert er in seiner eigenen kleinen Werkstatt Oldtimer. Fehlende Ersatzteile fertigt der gelernte Kfz- und Schmiedemeister beiBedarf einfach selbst an. Parallel engagierte er sich viele Jahre ehrenamtlich als Obermeister der Kfz-Innung Altenkirchen, Kreishandwerksmeister und Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Koblenz. Mit 40 Jahren begann er schließlich zu laufen – zunächst als Ausgleich. Schnell stellte sich heraus, dass ihmdie Sprintstrecken liegen. Heute trainiert Adorf nahezu täglich:Kraftübungen, Stretching, Sprints, Ausdauerläufe undFrühsport gehören fest zum Programm. Inzwischen gewann der fitte Senior 13 Weltmeistertitel, 26 Europameistertitel sowie 34 Gold-, 21 Silber- und 8 BronzemedaillenbeiDeutschenMeisterschaften. Internationale Erfolge feierte er unter anderem in Göteborg, Torun, Florida, Madeira, Braga, Venedig und Izmir. „In den USA wurde ich anfangs intensiv auf Dopingüberprüft –ganzeinfach,weilmich niemand kannte und ich so erfolgreich war.“ 2026 stellte er bei der Hallen-EM in Torun mit der Mixed-Staffel sogar einen Weltrekord auf. Im Juli verteidigte er bei denDeutschenMasters-Meisterschaften in Mönchengladbach erneut zwei Titel über 200 und 400 Meter. Mittlerweile ist er zudemEhrenbürger seiner Heimatgemeinde Heupelzen und durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Neuwied eintragen. AuchseinnächstesZiel hat er fest imBlick. In diesem September wird er 83 Jahre alt, im Jahr 2028 startet er dann endlich in der AltersklasseM85.Undwas ihmnoch fehlt, ist ein Einzel-Weltrekord. „Dann gehöre ich zu den Jüngsten meiner Altersklasse“, sagt er verschmitzt. „Dagreife ichnochmal richtig an.“ Und weil ihn Disziplin und Leidenschaft sein Leben lang auf seiner beruflichen und später auch sportlichen Laufbahn bis heute antreiben, kann man die Liste von Friedhelm Adorfs Erfolgen wohl bald schon wieder aktualisieren … SWR-Reportage zu Friedhelm Adorf: www.swr.de/ unternehmen/ kommunikation/mein-koerper-mein-alter- 2026-106.html Benzin im Blut, Knowhow am Mikro Die Verbindung von Handwerk und sportlicher Leidenschaft prägt auch die nächste Generation der Familie. Sohn Dirk Adorf ist im Motorsport eine Legende – nicht nur auf der Nürburgring-Nordschleife. Kfz-Meister Dirk Adorf führt das Familienunternehmen, das er „fließend“ vondenElternübernommenhat. Toyota, BYDundFordsinddieMarken, diedasUnternehmenheute in Altenkirchen betreut. Parallel dazu ist Dirk Adorf seit Langem imMotorsport eine Legende – unter anderem als Werksfahrer für BMW, mit vielen nationalen und internationalen Erfolgen, unter anderem Klassensiegen beim 24-Stunden-Rennen auf demNürburgringund alsTrainer. Bekannt ist er alsTV-Experte undKommentator beiNitro, RTL, VOX und Eurosport. Auch er zeigt also eindrucksvoll, wie eng handwerkliche Kompetenz, technisches Können und sportlicher Ehrgeiz zusammengehören. Kontakt: www.auto-adorf.de Foto: Lutwin Jungmann 06 Kfz-Meister Friedhelm Adorf (82) kann es kaum erwarten, 85 zu werden. Dann ist er ein „Jungspund“ in der Altersklasse M85 und möchte endlich seinen Einzel-Weltrekord aufstellen. Alles andere hat er in seinen Leichtathletik-Disziplinen bereits abgeräumt. Foto: privat
Kleine Hände, große Zukunft 07 ANZEIGEN Dasgabviele strahlendeAugenund jubelndekleineHandwerker:DieVorschulkinder der evangelischen Kita „Auf der Hohen Straße“ in Diez sind Landessieger geworden beim bundesweiten Kita-Wettbewerb des Handwerks „Kleine Hände, große Zukunft“. Da war es Ehrensache, dass der Präsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz Kurt Krautscheid persönlich vorbeikam, umdenHandwerksnachwuchs auszuzeichnen und mit ihm zu werkeln. Ziel des jährlichen Wettbewerbs ist es, Handwerk für Kinder praktisch erlebbar zu machen, indem sie mit den eigenen Händen etwas ausprobieren. Bundesweit reichten 370 Kitas Werke ein, davon kamen 30 aus Rheinland-Pfalz. Als Teil des Wettbewerbs ermöglichten zuvor Handwerksbetriebe vor Ort den Kindern Einblicke in die faszinierende Welt des Handwerks. In Diez war das der Dachdeckerfachbetrieb Salvatore Mannino. Die Vorschulkinder besuchten den Betrieb, durften Schiefer inHerzformbehauen und Dächer von selbstgebautenNistkästen decken, die sie stolz nachHausemitnahmen. Mitarbeiter des Unternehmens kamen zur Preisverleihung, erhielten eine Dankes- urkunde der HwK und freuten sich, dass dieMitmachaktion bei den Kindern so gut angekommen war: Im Anschluss hatten die kleinenHandwerker ihre Erfahrungen aufWettbewerbspostern„verarbeitet“und genau dieses überdimensionale Werk der Diezer Kitakinder beeindruckte die Expertenjury mit Vertretern aus Handwerk und Frühpädagogik so sehr, dass sie in Rheinland-Pfalz den erstenPlatz belegten. Die Diezer Kita erhielt neben der Siegerplakette auch ein Preisgeld von 500 Euro für ein Kita-Fest oder einen Projekttag zum Thema Handwerk. „Für Kinder ist es spannend, handwerkliche Tätigkeiten selbst auszuprobierenundHandwerkhautnah zu erleben – das weckt ihre Neugier und stärkt ihren Mut, etwas Praktisches zu machen. Gleichzeitig wird früh ein positivesBildvomHandwerkvermittelt“, betonte Krautscheid. Man sei sehr stolz, dass die jungen Landessieger aus dem KammerbezirkderHwKKoblenz kämen. Krautscheid freute sich, die erfolgreichen kleinen Handwerker und das Kita-Team in Diez persönlich kennenzulernen, um die Siegerplakette zu überreichen. Und weil praktische Erfahrung jede Theorie schlägt, packte er als Dachdeckermeister direktmit denDiezerDachdeckerkollegen anund repariertemit denVorschulkindern dasDach des Spielhauses imKita-Garten. Die Kita „Auf der Hohen Straße“ in Diez wurde Landessieger im Wettbewerb des Handwerks. Kontakt: Dachdeckerfachbetrieb Salvatore Mannino, Tel. 06432 3419 365 www.dachdecker-mannino.de Sehen Ihre Wände Zuhause auch so aus? Energie einsparen dank trockener Wände? Trockene Wände – geringere Heizkosten Es liegt an den Verbrauchern selbst, zu verhindern, dass die privaten Energiekosten in die Höhe schießen. Oft genügen wenige Maßnahmen, um den Energieverbrauch und damit die Kosten deutlich zu senken. Ein Faktor, den viele Hausbesitzer unterschätzen, sind feuchte Wände. Denn die stören nicht nur den Komfort, sondern sind auch eine große finanzielle Belastung für jeden Haushalt. Durch die Imprägnierung mit dem BKM.MANNESMANN Profi Produkt trocknet die Wand ganz natürlich. Vorhandenes Wasser verdunstet und die Poren sind wieder mit Luft und nicht mit Wasser gefüllt. Der Baustoffbekommt dadurch seine natürliche Wärmedämmung zurück und bleibt atmungsaktiv. Unser kostenfreies Angebot für Eigentümer: Schadensanalyse Sanierungskonzept Unverbindliches Angebot Jetzt kostenlose Schadensanalyse anfordern! Direkt anrufen! 02602 / 106 83 53 www.bkm-montabaur.de / info@bwa-expert.de Ein Partner der BWA Expert GmbH Nordstraße 3 56412 Niederelbert Wir sanieren Ihre feuchten Wände im Keller oder Wohnbereich. Ohne Ausschachtung!
116 neue Fachkräfte für die Region Eine großartige Bilanz für das Lebensmittelhandwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz: 13 Bäcker, 18 Fleischer, 15 Konditoren sowie 70 Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, darunter 16 mit Schwerpunkt Fleischerei und 54 mit Schwerpunkt Bäckerei, haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Bei der großen Freisprechungsfeier im Zentrum für Ernährung und Gesundheit in Koblenz kamen die neuen Fachkräfte und ihre Familien zur festlichen Zeugnisübergabe zusammen. Gemeinsam gratulierten die Handwerkskammer (HwK) Koblenz, die Kreishandwerkerschaften Mittelrhein sowie Rhein-Westerwald und ihre Innungen, ebenso wie die Konditoren-Innung Rheinland-Pfalz und die Berufsschulen den frisch freigesprochenen Gesellen und Fachverkäufern imLebensmittelhandwerk zu diesemwichtigenMeilenstein in ihrem beruflichen Leben. Unter denAbsolventen befanden sich fünf Prüfungsbeste, die für ihrehervorragenden Ergebnisse bei der Abschlussprüfung besondere Anerkennung erfuhren: • Bäckerin Sanja Schneider, Ausbildungsbetrieb: Bäckerei H. W. Grund GmbH, Höchstenbach • Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei Martina Tischmann, Ausbildungsbetrieb: Achim Lohner GmbH & Co. KG, Polch, in Kooperation mit 2Fach - Offensive Bildung GbR, Kamp-Lintfort •Fachverkäufer imLebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei Hassane Barro (Bild unten, mit HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich links und der Vorsitzenden des AbschlussprüfungsausschussesSonjaHein),Ausbildungsbetrieb: Globus Handelshof St. Wendel GmbH & Co. KG, Zell •FleischerinChantalMüller,Ausbildungsbetrieb: Globus Handelshof St. Wendel GmbH & Co. KG, Idar-Oberstein • Konditorin Julia Trumpler, Ausbildungsbetrieb: Konditorei Thielen Café Patisserie, Daun „116 neue Fachkräfte sind ein starkes Zeichen für das Lebensmittelhandwerk der Region. Dahinter steht das große Engagement der Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk, die den Nachwuchs fördern und jungen Menschen den Weg in eine qualifizierte berufliche Zukunft ebnen“, betonte HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich. Praktikums- und Ausbildungsplätze finden sich unter: www.hwk-koblenz. de/lehrstellen Bus & Bahn für Lehrlinge günstiger Zwei Verkehrsverbünde reduzieren ihre Tickets für Auszubildende deutlich – Lehrlinge können so über 150 Euro je Monat sparen. Gute Nachrichten für Handwerks-Lehrlinge: Seit dem 1. August bietet der Verkehrsverbund Rhein-Mosel das Schüler- und Azubiticket als Wochenkarte für 26,30 Euro – und damit 60 Prozent günstiger – an. Auch der Verkehrsverbund Rhein-Nahe hat sein Ticketsystem überarbeitet und bietet das vergleichbare Ticket für 25,10 Euro an. Das gilt für alle Bus- und Bahnverbindungen im jeweiligen Bereich der Verbünde. „Wir begrüßen diese Entscheidung und freuen uns für die Lehrlinge, die so im Monat über 150 Euro einsparen können“, betont Bernd Hammes, bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz als Geschäftsführer für die berufliche Bildung verantwortlich. „Da wir für unsere Lehrlinge auch ein hochwertiges, kostenloses Mittagessen anbieten, sind das neue Ticketangebot und die Verpflegung eine deutliche finanzielle Entlastung für den handwerklichen Nachwuchs und eine sinnvolle Maßnahme für die Fachkräftegewinnung!“ Grundsätzlich steigen die Ausbildungszahlen in Handwerksbetrieben aus dem Koblenzer Kammerbezirk. Zum letztenStichtag (31. Juli)wurden2.429neueAusbildungsverträge registriert. Das sind rund drei Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt sind es 6.029 Lehrlinge, die im Handwerk des Kammerbezirks momentan ausgebildet werden. Das ist imVergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 347. „Wir erleben zurzeit eine deutliche Aufwertung handwerklicher Berufe. Das hängt zum einen mit krisensicheren Tätigkeiten zusammen, in denen die KI als Bereicherung und nicht als Verdrängung empfunden wird. Zum anderen gewinnt das Handwerk in der Sicht Jugendlicher deutlich an Wert, weil man am Ende des Tages auf ein bleibendes Ergebnis stolz sein kann“, so Geschäftsführer Bernd Hammes. Foto: Michael Jordan 08 Fleischer, Bäcker, Konditoren und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk nahmen im Zentrum für Ernährung und Gesundheit in Koblenz feierlich ihre Zeugnisse entgegen. Foto: Michael Jordan
Willi macht Ernst EineExtraportionHumor hielt vorKurzem Einzug inFachbach, als das TeamderNoll Werkstätten GmbH die neuen Auszubildenden, darunter Dirk Zimmer, begrüßte. Als eine Hälfte des Comedy-Duos „Willi undErnst“versteht esderSchauspieler und Büttenredner bestens, sein Umfeld zu unterhalten. Die Entscheidung, imAlter von 53 Jahrennoch einmal einenBeruf vonder Pike auf zu lernen, warwohlüberlegt. „Als Schauspielermöchte ichmichdienächsten Jahre auf das konzentrierendürfen,was ich liebe–Willi undErnst‘.DieAusbildung im Handwerk soll mir als zweites Standbein eine alternative Sicherheit für die Zukunft geben. Für das Tischlerhandwerk habe ich mich entschieden, da mir die Arbeit mit Holz schon immer viel Freude bereitet hat“, berichtet derNachwuchshandwerker. „Als Künstler entscheidet das Publikum, ob man oben oder unten ist – und das ist gut so. Die Suche nach neuen Gags und witzigenSituationen ist nie abgeschlossen. Ein Tisch hingegen ist irgendwann fertiggestellt und steht für bleibende Qualität und Wertigkeit.“ Die perfekte Bühne für den Start ins Handwerk fand Zimmer vor wenigen Wochen bei den Noll Werkstätten. Ihn überzeugte insbesondere die Kombination aus klassischer Handwerksarbeit und computergestützter Fertigung sowie das breiteLeistungsspektrum, dasbeiNoll vom Innenausbau über die dazugehörigen Planungsleistungen bis hin zumVertrieb von Systemmöbelnreicht.Hier arbeiten56Mitarbeiter, darunter Tischler, Architekten, Holztechniker undvieleweitereExperten, Hand in Hand unter einem Dach zusammen. VomBundeskanzleramt in Bonn bis zum rheinland-pfälzischen Landtag weist die Historie des 1954 gegründeten Unternehmens viele hochkarätige Projekte auf. Daran knüpfen aktuelle Aufträge nahtlos an, etwadie innenarchitektonischePlanung des ehemaligen Ibis-Hotels inKoblenz zur Hauptstelle der VR Bank RheinAhrEifel eG oder der Ausbau des Hochhauses am Wöllershof für die Sparkasse Koblenz. Auch in der Konstruktion und Fertigung der Innenausstattung von Mega-Yachten ist derBetriebdamalswie heuteSpezialist. Der hohe Qualitätsanspruch spiegelt sich gleichermaßen in der Nachwuchsförderung wider. „Wir bilden mit dem Ziel aus, unsere Fachkräfte der Zukunft zu gewinnen“, erklärt der ebenfalls 53-jährige Geschäftsführer Jürgen Keiper. „Das Berufsbild ist im Laufe der Jahre immer komplexer geworden. Neben der handwerklichenArbeit ermöglichenheute neue Technologien, CNC-Maschinen und 3D-Vermessungen vieles, was früher undenkbar war. Das macht die Ausbildung sehr vielseitig und anspruchsvoll.“ Keiper ist überzeugt: „MitDirkZimmer hat das Handwerk einen großen Befürworter gewonnen.“ „Bei aller Liebe zum Humor darf die Ernsthaftigkeit bei der Arbeit nicht auf der Strecke bleiben“, sind sich die beiden einig. Und doch: „Als Willi möchte ich die Menschen bei Facebook mit auf meine Reise nehmen, meine Begeisterung weitergeben und ihnen das Tischlerhandwerknäherbringen“, kündigt Zimmer an. Während „Willi“ auf der Bühne also weiterhin eine Pointe nach der anderen landen wird, lässt Dirk Zimmer künftiganderWerkbankdieSpäne fliegen. Kontakt: Noll Werkstätten GmbH Tel. 02603 933 80 www.innenausbau- koblenz.de www.facebook.com/ williundernst Zwe Zweite Karriere im Handwerk Letztes Jahr wäre der angehende Tischler Dirk Zimmer (Bericht links) der älteste „neue“ Auszubildende im Bezirk der Handwerkskammer (HwK) Koblenz gewesen. 2026 findet er sich in guter Gesellschaft … … denn er wird von zwei Lehrlingen in puncto Lebenserfahrung übertroffen, darunter eine Auszubildende im Bäckerhandwerk.DenerstenPlatzbelegt JörgKuschmierz (kleinesBild, 2. v. r.). Seit Kurzemgehört der pensionierte Berufssoldat, der im IT-Bereich tätig war, zum Team der Schreinerei Rönnefarth in Dernau. Schon immer fand der 56-Jährige Gefallen an der Arbeit mit Holz. Als ausgelernter Tischler, so seinWunsch,möchte er an spannenden Projektenmitwirken, die ihnbegeistern. Bei einemBesuch vonMichael Ebling (r.), rheinland-pfälzischerMinister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima, tauschte sich der Lehrling mit (v. l.) HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich sowie seinem Chef Maik Rönnefarth über den Fortschritt des Wiederaufbaus im Ahrtal aus. Künftig ist Kuschmierz Teil des Handwerks, das tatkräftig anpackt und die Zukunft der Region mitgestaltet. 09 Der Schauspieler und Büttenredner Dirk Zimmer (im Bild links), auch bekannt als Teil des Comedy-Duos „Willi und Ernst“, schlägt ein neues berufliches Kapitel auf. Vor wenigen Wochen begann er die Ausbildung zum Tischler. Jürgen Keiper, Geschäftsführer der Noll Werkstätten, sieht in ihm eine Bereicherung für das Handwerk.
Vom Weltmeister zum Möglichmacher Dass sein Weltmeistertitel 35 Jahre her ist, kann Stephan George kaum glauben. Vielleicht weil er täglich von jungen Studierenden umgeben ist oder weil er selbst bis heute neugierig geblieben ist. Auf jeden Fall wurde die Internationale Berufsolympiade in Amsterdam für den damals 20-jährigenStuckateur zumberuflichenWendepunkt. SchonalsLehrling im elterlichen Betrieb in Koblenz-Rübenach und indenüberbetrieblichenLehrlingsunterweisungen war George „experimentell neugierig“. Beim Praktischen Leistungswettbewerb wurde er Bundessieger, qualifizierte sich für Amsterdam, gewann Gold und wurde „Bester der Nation“, wie die damaligeHandwerkSpecial berichtete (rechtes Foto). Plötzlich war der junge Geselle gefragt: Der Koblenzer Oberbürgermeister lud ihn ein, in Bonn lernte er Bundeskanzler Helmut Kohl kennen. Und er erhielt ein Stipendium für eine dreimonatige Fortbildung in Venedig mit Schwerpunkt Denkmalschutz. „Vis-à-vis desMarkusplatzes“, erinnert sichGeorge. „Diese Auslandserfahrung war unglaublich wertvoll. Genau genommen hat sich das Handwerk ja seit Jahrtausenden über Grenzen hinweg weiterentwickelt – bei Materialien,WerkzeugenundTechniken.“ In Deutschland machte George seinen Meister und wurde Restaurator im Handwerk.Dannwollteer eigentlichdenBetrieb seines Vaters übernehmen. Doch George entdeckte ineinerFachzeitschrift eineStellenanzeige:GesuchtwurdederLeiter einer Studienwerkstatt an der Akademie der Bildenden KünsteMünchen. Die Anzeige hat er bis heute. Er bewarb sich undmerkte erst beim Zusammenstellen der prallen Bewerbungsmappe, wieviel Erfahrung er bereitshatte–vomLehmbauseminar bis zu Lehraufträgen inVenedigundAntwerpen. Er bekamdie Stelle und feierte kurz darauf seinen Einstand in München zusammen mit seinem 30. Geburtstag. „Ich hatte statt Kunden auf Baustellen nun Studierende auf dem Campus – mit ihren Fragen, Ideen und mehr oder weniger handwerklichen Vorkenntnissen.“ George etablierte sich schnell im akademischen Umfeld und leitet seit 27 Jahren die Studienwerkstatt für Gipsgießen und Stuck. Hier treffen Bildhauerei, Malerei und andere künstlerische Disziplinen auf das, was George ambesten kann: Material verstehen. Gips, Kalk, Zement, Lehm, Metall, Glas. Die Grenzen zwischen den Werkstätten sind so fließend wie die Studierenden und ihre Ideen vielfältig. „Als Handwerker kann man sagen: ,Das geht nicht‘, bei Studierenden funktioniert das nicht“, berichtet der Stuckateurmeister. Genau diese Herausforderung gefällt George. „Wir probieren dann eben gemeinsam, ob und wie man Materialien verbinden kann.“ Dabei sieht er sich bis heute klar als Handwerker und vermittelt, dass Handwerk Zeit braucht. „Nicht alles geht digital.“ Fingerspitzengefühl könne man nicht ersetzen. Man müsse wissen, wann ein Material bereit ist und wann es bricht oder reißt. „Das wird auch in 1.000 Jahren noch so sein.“ Gleichzeitig ist George neugierig geblieben: Robotik und KI sieht ernicht alsGegensatzzumHandwerk, sondern als spannende Ergänzung. Und so beobachtet er interessiert, was sich in seinem Umfeld entwickelt: „Was kann die Maschine – und was kann die Hand?“ Informationen: Studienwerkstatt Stephan George: www.adbk.de/de/ studium/ lehrangebot/ studienwerk staetten/ gipsgiessen- und-stuck.html Handwerk hilft Archäologie Stuckateurmeister Stephan George war am interdisziplinären Forschungsprojekt „Vitruv und die Techniken des Raumdekors“ beteiligt und untersuchte archäologische Funde von antiken Wandputzen. Er schlossdieLückezwischenarchäologischerTheorieund antiker Handwerkspraxis, indem er historische Schriften des römischen Baumeisters Vitruv experimentell prüfte. In aufwendigen Versuchsreihen rekonstruierte er mehrschichtige, tiefglänzende Wandputze aus Pompeji sowie gezogene Stuckgesimse aus einem Gemisch von Kalk, Sand und Marmorstaub. Für die Forschung wies er damit die technologische Machbarkeit antiker Verfahren nach. Durch sein handwerkliches Fachwissen lieferte George der Wissenschaft wichtige Erkenntnisse darüber, wie die extrem haltbaren und prachtvollen Raumdekorationen der römischen Antike vor Ort erschaffen wurden. www.archaeologie-online.de / Stichwort Vitruv Foto: privat 10 1991 holte Stephan George Gold bei der Internationalen Berufsolympiade (Bild unten). Heute leitet der Stuckateurmeister und Restaurator eine Studienwerkstatt an der Akademie der Bildenden Künste München und verbindet Handwerk mit Wissenschaft (großes Bild).
Geschwister schreiben Geschichte Die finale Meisterprüfung haben Athena (Bild oben rechts) und Janina (links) Ebermann in getrennten „Sitzungen“ nacheinander bestanden. Als „Lehrling“ setzten sie dabei die eigene Mutter (Bildmitte) ein … Athena (26) und Janina (24) Ebermann ausKoblenz erlerntendenStuckateurberuf im familieneigenen Unternehmen. Mit Lehrbeginn 2020 waren sie auch Thema in diesem Magazin, dessen Redaktion ihrenweiterenWegverfolgte.Nun stellten sich die Schwestern dem letzten Teil der Prüfung auf dem Weg zum Meisterbrief – und das im 70. Jahr nach der Gründung des Familienbetriebs Gewo mit Sitz in Koblenz. Dabei mussten sie fachliches wie auch pädagogisches Wissen abrufen, denn geprüft wurden final Kompetenzen bei der AusbildungeinesLehrlings. „Dafür hatten wir zwei Jugendliche aus unseremBetrieb angesprochen, die dann aber beide kurzfristig ausfielen.“ Die Alternative: Mutter Elke musste einspringen. Was sich als nicht ganz einfach herausstellte, denn die beidenTöchtermusstenumdenkenunddie Mutter war eben mit Beginn der Prüfung nicht die Mutter, sondern Lehrling Elke. UndauchElkeEbermann, die imnormalen Unternehmensalltag im Büro des Familienbetriebs arbeitet, musste ihre Rolle wechseln und sich fest vornehmen, „hier bloß nicht zu bemuttern, sondern ernsthaft durch die Brille des Auszubildenden auf die gestellten Aufgaben zu schauen.“ Nachzwei 30-minütigenPrüfungsfenstern war es dann geschafft und alle drei Ebermann-Frauen schauten sichtlich stolz auf dasErgebnis: bestanden! „Eswarwunderbar, dabei gewesen zu sein und das kann mir keiner mehr nehmen“, verriet Elke, eingerahmt von den beiden Töchtern und derenkleinenMeisterbriefen, die siedirekt im Anschluss an die Prüfungsbewertung erhielten. „Unser Opa schaut gerade ganz genau von oben zu, was hier geschieht“, schloss Athena den Firmengründer in die meisterhaften Geschehnisse des Tages ein. Opa Johannes, 1997 verstorben, machte sich 1956 selbstständig und übergab den Betrieb 1995 an Sohn Gerrit, der sich seit Jahren ehrenamtlich bei der HwK engagiert. Dessen Töchter hatten die freie Berufswahl „undunserVaterwar gar nicht soooo begeistert, als wir uns gemeinsam für einPraktikummit anschließenderAusbildung bei ihm beworben haben. Das hat sich längst geändert“, erzählen die beiden Schwestern, die zumeist im Gleichschritt unterwegs sind. Denn nicht nur beruflich ticken die Ebermann-Frauen gleich. „Stellt man uns getrennt voneinander die gleichen Fragen, sind die Antworten eigentlich immer deckungsgleich.“Soverwundert es nicht, dass auch der Weg mit Meisterbrief imEinklang fortgesetzt werden soll. „Wir wollen gemeinsam den Familienbetrieb mit seinen 13 Mitarbeitern übernehmen – Schritt für Schritt und Seite an Seite.“ Opa Johannes, da sind sich die beiden einig, würde das ganz besonders stolz machen, denn sein Werk ginge dann nicht nur in gute Hände, sondern auch in die dritte Generation. Kontakt: GEWO GmbH, Putz - Stuck - Trockenbau Tel. 0261 618 75 www.gewo-stuck. de Titelstory: Ausbildungsstart 2020 Im September 2020 begannen Athena (rechts) und Janina Ebermann ihre Ausbildung im Familienunternehmen – und landeten mit ihrer Story auf dem Titel. Zwei Schwestern, ein Weg: Nach dem Fachabitur folgte die Ausbildung in einem Steuerbüro und die Mitarbeit im Bauunternehmen „Gewo“ von Vater Gerrit – alles im Gleichschritt.Es folgtediegemeinsameZeitderAusbildung imHandwerk, nunderMeisterkursbishinzurPrüfung.Hier hatte die ältere Schwester Athena den Vortritt, eine halbe Stunde später war dann auch Janina Handwerksmeisterin. 11 Das hat es in der 126-jährigen Geschichte der Handwerkskammer Koblenz noch nicht gegeben: zwei Schwestern absolvieren gemeinsam den Meisterkurs im Stuckateurhandwerk. Praktikum, Ausbildung, Meister! Zahlreiche Lehrstellen- und Praktikumsplätze unter: www.hwk-koblenz. de/lehrstellen Meisterkurse unter: www.hwk-koblenz. de/meister
Glänzende Karriere durch Geduld und Fleiß Mit 13 Jahren polierte Sascha Grobe sein erstes Auto. Er wollte sich das Taschengeld aufbessern und legte damit den Grundstein für seine berufliche Zukunft. Die glänzenden Autos ließen ihn nicht mehr los und 37 Jahre später ist aus dem Schüler mit Poliertuch ein mehrfach prämierter Handwerks- unternehmer geworden. Sein Premium Carwash in Roth im Hunsrück wurde 2024 und 2026 zum „Besten Waschpark Deutschlands“ gekürt. Was Grobe besonders freut: Über diesen Titel entscheidet keineFachjury, sondernalleindieKunden. „Das heißt die Menschen, mit denen ich hier täglich zu tun habe, sind mit unserem Angebotwirklichzufrieden“, unterstreicht der 50-Jährige. Seinheutiger Erfolg fußt auf Fleiß,Geduld undklarenZielen.Grobemachte eineAusbildung im Kfz-Handwerk und arbeitete acht Jahre bei der Bundeswehr. Als er 2003 indiezivileBerufswelt zurückkehrte, wollte er den Meister und Betriebswirt im Handwerk machen. Dabei halfen ihm die Berater der Bundeswehr und der Handwerkskammer Koblenz, denn „für beides zusammen hättemeinGeld nicht gereicht. Aber wir haben einen Weg gefunden.“ Nach der Meisterprüfung arbeitete er als Angestellter in einer Werkstatt in Kastellaun und entdeckte dort eine ungenutzte Waschhalle. Grobe erkannte seine Chance –undmietete die 75Quadratmeter große Halle. Das war 2008 und zugleich die Geburtsstunde seines Unternehmens Car Cosmetic. Zusätzlich zum Hauptjob widmete er sich nun der Autowäsche und Fahrzeugaufbereitung.DieKundenwaren begeistert. „Die Halle platzte schnell aus allen Nähten, der Andrang war enorm!“ 2012 wagte Grobe den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit. Er hatte längst größere Pläne, musste aber die Banken überzeugen. „Ich war eben nur der Sascha, der Autos putzt“, erinnert er sich. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus und 2018 eröffnete Car Cosmetic seine Betriebsstätte im Rother Gewerbegebiet. Unternehmen sowie Team wuchsen und Grobe bewies immer wieder, dass sein Handwerk mehr kann, als Autos zum Glänzen zubringen: 2017holte er erstmals den Titel des Deutschen Poliermeisters. Inzwischen hat er mit seinem Team zwei Meister- und zwei Vizetitel. Damit nicht genug: 2022 erweiterte sich das Unternehmen um den Premium Carwash, der nun erneut ausgezeichnet wurde. Grobes Erfolgsgeheimnis:Auf dieKundenbedürfnisse eingehen und sich immer weiter verbessern. Genau so ist aus der kleinen WaschhalleeinUnternehmenmit einer 400 Quadratmeter großen Aufbereitungshalle und 1.500 Quadratmeter großem Waschpark geworden. Dort verwöhnt Car Cosmetic seine Kunden mit Musik, bedienerfreundlichen Displays, Münzwechslern, bargeldloser Zahlung und Freiwaschplatz samt Empore, um auch Wohnmobile problemlos blitzblank zu bekommen. All das haben ihm seine vielen Stammkunden mit hervorragendenBewertungengedankt, als sie befragt wurden zu denKategorienSauberkeit, Service,Mitarbeiterfreundlichkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis, Atmosphäre und Programmvielfalt. Grobe freut das Feedback, denn es bestätigt das, was ihn seit seinem13.Lebensjahr antreibt: „Autos sind einfach meine große Leidenschaft.“ Kontakt: Car Cosmetic by Sascha Grobe Tel. 06762 9033 200 www.car-cosmetic. info Weltweit und vor Ort im Einsatz Kfz-Technikermeister und Poliermeister Sascha Grobe aus Roth im Hunsrück ist längst auch auf Verbandsebene und international im Auftrag bestens gepflegter Fahrzeuge im Einsatz. Seit 2016 ist der Inhaber von Car Cosmetic Sascha Grobe als Mitglied und seit acht Jahren auch im Vorstand des Bundesverbands für Fahrzeugaufbereitung und Detailing e.V. aktiv. Der Verband macht sich unter anderem dafür stark, den Beruf und das vielfältige Tätigkeitsfeld des Polierers aufzuwerten. Im Oktober fliegt Sascha Grobe voraussichtlichnachChinazur chinesischenPoliermeisterschaft und imNovember besucht er dieSEMAMotorshow inLasVegas, dieweltweit größte Fachmesse für Automobil-Tuning, Zubehör und extreme Fahrzeugumbauten, um sich mit Vertretern der Branche auszutauschen. www.bundesverbandfahrzeugaufbereitung.de www.sema.org 12 Sascha Grobe hat aus seiner Leidenschaft für Autos ein überregional bekanntes Unternehmen für hochwertige Fahrzeugaufbereitung gemacht. Nun wurde er zum zweiten Mal für den besten SB-Waschpark Deutschlands ausgezeichnet.
Sie schützen Hab und Gut … 13 ANZEIGEN … und retten Leben: Die Bressler Elektro- und Sicherheitstechnik GmbH verbindet zwei hoch- sensible Fachgebiete mit einem besonderen Aufgabenfeld. Ein Handwerksbetrieb als Lebensretter: Regelmäßig sind die engagierten Elektroniker der Bressler Elektro- und Sicherheitstechnik GmbH aus Bendorf in Krankenhäusern anzutreffen – und zwar sowohl in denVerwaltungsbürosalsauch inOperationssälenund auf Intensivstationen. „Die Arbeit im medizinischen Bereich istmit strengenAuflagenverbunden“, erklärt Patrick Bressler (im Bild rechts), der den Bereich Elektrotechnik leitet. „Hinzu kommen die hohen Anforderungen, zum Beispiel, wenn eine Klinik eine neue, mitunter millionenteure MRT-Anlage in Betrieb nimmt. Dafür legen die Gerätehersteller genaue Richtlinien an die Qualität des Stromnetzes fest und geben die Spezifikationen bis ins kleinste Detail vor.“ Mit dem 54-jährigen Elektromeister und Betriebswirt des Handwerks steht heute bereits die vierte Generation an der Spitze des Familienunternehmens. Den Grundstein legte Max Bressler mit der Gründung 1924 in Neuwied-Engers. Sein Sohn Otto erweiterte das Leistungsspektrum des Elektroinstallationsunternehmens in den 50er-Jahren umdie Fernseh- undUnterhaltungselektronik sowie1981um dasAufgabengebiet der Sicherheitstechnik. Imselben Jahr übernahmRainerBressler denBetriebund stellte mit demUmzugdesUnternehmensnachBendorf2001 dieWeichen fürweiteresWachstum.Ab2008 standen ihmPatrick Bressler und Dieter Fuhrmann (links) als Gesellschafter in der Geschäftsführung zur Seite, die seit 2016 die alleinige Verantwortung für ihre aktuell 15 Mitarbeiter tragen. Als überzeugter Befürworter erneuerbarer Energien und der Elektromobilität ergänzte Patrick Bressler das Portfolio 2024 um die Installation von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicherlösungen. Im Bereich Sicherheitstechnik schützt der Elektro-Betrieb somit seit 45 Jahren das, was seinenKunden lieb und teuer ist – ebensowie die wertvollstenVermögenswerte vonUnternehmen. Zu diesemZweckrichtet dasBressler-TeamBrandmelde- sowie Einbruchmeldeanlagen ein. Zusätzlich regeln Zutrittskontrollsysteme den Zugang zu Gebäuden, beispielsweise durch elektronische Transponder. Sogar in filmreifen Kulissen, wie einem begehbaren Tresor, fanden sich die Mitarbeiter bereits wieder, um Sicherungssysteme zu installieren. „In solchen Räumen ermöglichen Überfalltaster das schnelle Absetzen eines Notrufs und Körperschallmelder an WändenundDeckendetektieren jedeErschütterung“, berichtet Fuhrmann als Leiter des Geschäftsbereichs Sicherheitstechnik. Der 57-jährige staatlich geprüfte Elektrotechniker und Betriebswirt des Handwerks betont: „Als zertifizierter Fachbetrieb arbeiten wir mit anerkannten und geprüften Anlagen. Insbesondere für Unternehmen spielt das eine wichtige Rolle für den Abschluss von Versicherungen. Auch im privaten Umfeld geht es schon lange nicht mehr nur um den Schutz vor Diebstahl. Ein Einbruch ist vor allem ein Bruch der Privatsphäre. Unsere Arbeit ist dann erfolgreich, wenn sich unsere Kunden in ihren vier Wänden rundum sicher und geborgen fühlen.“ Kontakt: Bressler – Elektro- und Sicherheitstechnik GmbH, Tel. 02622 2239, www.technik-fuer-sicherheit.de Gewerbliche Immobilienvermittlung? Machen wir! Wir unterstützen Sie beim Kauf, Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung einer gewerblichen Immobilie. Setzen Sie auf unser Know-how und unsere Marktkenntnis. Von Profis für Profis! sparkasse-koblenz.de/ immobilienvermittlung
Neues Leben für alte Mauern VomLehrling zumChef – so lässt sich der berufliche Werdegang von Maurer- und Betonbauermeister Rickmer Hewicker in vier Worten zusammenfassen. Die Weichen dafür waren früh gestellt: 2003 schloss der talentierte Nachwuchshandwerker seine Ausbildung im Eiltempo ab und holte den Kammersieg bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk, damals Praktischer Leistungswettbewerb der Handwerksjugend genannt. Nur wenige Jahre später legte er dieMeisterprüfung ab. 2018 wechselte er im Alter von 34 Jahren von der Baustelle in denChefsessel der SchlosserGmbHBauunternehmung in Mogendorf – seinemAusbildungsbetrieb, demer über all die Jahre treugebliebenwar. Die Übernahme läutete zugleich das nächste große Abenteuer ein. Auf der Suche nach neuenRäumlichkeiten für den MaurerbetrieberhieltenRickmer undseine Frau Jessica Hewicker ein Angebot zum Kauf der Mogendorfer Krugfabrik. Doch es stellte sich die Frage, was sie mit dem riesigen Produktionsgebäude anfangen sollten. „Die Betriebsübernahme lag noch nicht lange zurück und die Kinder waren sehr jung, daher lehnten wir ab“, berichtet das Ehepaar. Es dauerte ein weiteres Jahr, bis sie die Entscheidung trafen, das Großprojekt in Angriff zu nehmen und die Krugfabrik in ein modernes Business-Center zu verwandeln, in demauch dieSchlosserBauunternehmung einneues Zuhause finden sollte. Mit Erfolg: Heute erstrahlt das Bauwerk als „Emma Workspace“ in neuem Glanz. Einer, der denumfangreichenUmbauvom ersten Tag bis zur offiziellen Eröffnungsfeier 2024 an der Seite der Hewickers begleitete, istDirkStröder (Bildoben, links). Für denkaufmännischenBetriebsleiter der Schlosser Bauunternehmung bedeutete der Umzug des Maurerbetriebs in die Bahnhofstraße 3 eine Rückkehr an eine altbekannte Adresse. Seit Generationen gehörte die Krugfabrik seiner Familie, zuletzt geführt von seinem Vater. An der Stelle des ehemaligen Erdkellers, in dem früher Ton aufbereitet wurde, steht heute seinSchreibtisch ineinemmodernenBüro. „Es ist eineWin-win-Situation“, erklärt der 44-Jährige. „MeineFamilie freut sich sehr, dass das Gebäude eine neue Bestimmung gefunden hat.“ Das moderne Konzept mit Büroräumen in verschiedenen Größen, einzelnen Arbeitsplätzen,Kreativ- undMeetingräumen sowie virtuelle Unternehmensadressen überzeugt. 75 Prozent der Flächen sind langfristig vermietet und die flexiblen Angebote bei Kurzzeitmietern äußerst beliebt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert Strom für die mehr als 20 barrierefrei zugänglichen Einheiten, die über eine moderne Ausstattung verfügen und nach Feng-Shui ausgerichtet sind. Während ihr Ehemann das Gebäude handwerklich betreut, sorgt die 42-jährige Jessica Hewicker für einen reibungslosen Ablauf. Dafür ergänzte die Betriebswirtin ihre langjährigekaufmännischeErfahrung um zielführende Fortbildungen. Kürzlich wurden der Einsatz und Gründungsmut des Ehepaars ausgezeichnet. Ihr Herzensprojekt „Emma Workspace“ belegte den drittenPlatzbeim„DeutschenCoworkingpreis“ 2025 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“. Kontakt: Schlosser GmbH Bauunternehmung Tel. 02623 961 00 www.schlosser-bau. de Emma Workspace Tel. 0160 9534 5471 www.emma- workspace.de Krugfabrik wird zur Ideenschmiede Von Tonkrügen über Ofenkacheln bis hin zu Wohn- accessoires und Geschenkartikeln: Wo früher Keramik produziert und verkauft wurde, beherbergt „Emma Workspace“ in Mogendorf heute einen bunten Mix aus Unternehmen und Selbstständigen. Zuden zahlreichenMieterndesBusiness-Centers gehören unter anderemeinCaterer, einVermessungsbüro und eine Werbeagentur. Auch Fitnesskurse, psychologische BeratungenoderWorkshops, beispielsweise für Führungskräfte, findendort regelmäßig statt. Bei der Eröffnungsfeier im Jahr 2024wurdedieGeschichtedes umfangreich sanierten Bauwerks gewürdigt. EineLaudatio erinnerte anden1832 gegründetenKeramikbetriebder FamilieStröder, der 1938 in die Bahnhofstraße 3 zog. Fotos, darunter ein um 1940 entstandenes Bild von Oswin Ströder an der Krugpresse (kleines Bild), veranschaulichten die lange Tradition der Krugfabrik. „DäSchonnstenmuss rooche, fonnnixkemmt nix“ – der Schornstein muss rauchen, von nichts kommt nichts. Passend zur neuen Nutzung wurde dieser alte Spruch der Mogendorfer Töpfer in der Festrede modern interpretiert: Statt der Schornsteine sollen künftig viele kreative Köpfe im neuen Business-Center „rauchen“. 14 Kaum hatte Rickmer Hewicker seinen Ausbildungsbetrieb übernommen, stürzte sich der Maurer- und Betonbauermeister (im Bild von rechts) mit seiner Frau Jessica in das nächste Abenteuer. Gemeinsam verwandelten sie eine traditionsreiche Krugfabrik in ein modernes und preis- gekröntes Business-Center. Foto: privat
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