Handwerk Special Nr. 255 vom 29.08.2026

ERN: Eine Notlösung wird zur Erfolgsstory Vor 26 Jahren erfahren die Kollegen um Torsten Rau und Tobias Scheid: Die Firma Rheinelektra wird geschlossen. Betroffen davon ist auch ihre Niederlassung in Simmern (Hunsrück). Die beiden sind da 22 und 18 Jahre jung und haben gerade die Ausbildung zumElektriker absolviert. Die Welt steht ihnenoffenundnatürlichkönnen sie auch woanders arbeiten. Doch sie bleiben und werden zur Rumpfmannschaft der neu gegründeten Elektrosysteme Rhein-Nahe (ERN) – zusammen mit 33 anderen, die nun „ihre“ alte Niederlassung in Eigenregie weiterführen. Heute zählt das Elektrounternehmen 193 Mitarbeiter und namhafte Kunden in nah und fern. EineGeschichte, die fast zu schön ist, um wahr zu sein … Rau und Scheid stellen zusammen mit MichaelKerzandieERN-Geschäftsführung und sagen ganz offen: hätte man ihnen damals die Erfolgsgeschichte erzählt, die sie inzwischen geschrieben haben, kein Wort hätten sie geglaubt. „Sowar das nicht zu erwarten und die Weiterführung war eine Notlösung.“ Die ersten Jahre steckt die ERN-Truppe unglaublich viel Arbeit ins Unternehmen. Doch am Jahresende stehen da noch nicht die großen Erfolge in der Bilanz, noch weniger satte Gewinne. Nach einem Jahrzehnt hat man sich am Markt etabliert, ab 2014 ist ein deutlicher Aufwärtstrend spürbar. DasUnternehmenwächst, derKundenkreis und die Mitarbeiterzahl ebenso. 39 Lehrlingewerden aktuell ausgebildet. „Undwir sindeineabsolut internationaleTruppe, zählenrund15NationenalsHerkunftsstaaten“, erzähltKerzan, seit etwasmehr alsdrei JahrenimUnternehmentätig.SogarHäuserhat die ERN gekauft und als Mietwohnungen für dieMitarbeiter hergerichtet. Die Eigentümerstruktur spricht ebenfalls Bände: 26 Gesellschafter zählt derHandwerksbetrieb, 20davonsindMitarbeiter, „darunterunsere Bau- undProjektleiter. Das ist natürlich ein ganz anderesVerantwortungsbewusstsein, wenn man Teilhaber ist“, nennen die Geschäftsführer Hintergründe. Und weil man um die Stärken im Umgang mit den Mitarbeitern weiß, hat man sich auch um den Landespreis als attraktiver Arbeitgeber beworben – und ist einer der Preisträger! „Wir haben unsere Chancen schon als gut bewertet, freuen uns deshalb nun umso mehr“, so Michael Kerzan und sagt dann auch als „Neuling“: „Was für ein geiler Laden!“ Der fachlich gut und breit aufgestellt ist. „Unser Leistungsspektrum umfasst Elektroinstallationen, GebäuKontakt: ERN Elektrosysteme Rhein-Nahe GmbH Tel. 06761 936 30 www.ern-simmern.de 18 deautomatisierung, Netzwerk- und Kommunikationstechnik sowie Sicherheitstechnik. Zusätzlich bieten wir Lösungen für E-Mobilität und Photovoltaik-Anlagen an – alles von der Beratung bis zum Abschluss. Genau diese Vielseitigkeit schätzen auch unsere Mitarbeiter, denn jeder Auftrag ist anders. Und sie übernehmen Verantwortung, die wir ihnen übertragen. Daran wächst man“, so die beiden technischen Geschäftsführer Rau und Scheid. Namhafte Kunden greifen auf dieses Know-how zurück. Hotelbauten, Versorgungsbetriebe, Großunternehmen, Universitäten, Supermarktketten oder auch Fußballarenen waren bereits ERN-Einsatzorte. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter, denn zu Jahresbeginn 2026 wurde die Reinhard Koll GmbH in Niederzissen ins Unternehmen integriert. Auf der anderen Seite ist die ERN selbst ein gefragtes Übernahmeziel. „Uns werden regelmäßig Angebote gemacht, sogar von ausländischen Investoren.“ Doch die drei Geschäftsführer winken ab. Dafür sind ihnen ihr Unternehmen und dessen Mitarbeiter viel zu sehr ans Herz gewachsen. Und wer könnte diese Geschichte besser weiterschreiben, als die ERN-Familie aus 15 Nationen … Die ausführliche Geschichte der ERN beschreibt die auf der Internetseite www.ern-simmern.de hinterlegte Broschüre. Die drei ERN-Geschäftsführer (von links) Torsten Rau, Tobias Scheid und Michael Kerzan. Fotos: ERN Elektrosysteme Rhein-Nahe GmbH Die Geschichte ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ein großes Industrie- unternehmen schließt seine Niederlassung im Hunsrück. Doch die Mitarbeiter wissen um ihr Können und gründen am gleichen Standort ein eigenes Unternehmen. Der Beginn einer Erfolgsstory, die nun seit 25 Jahren geschrieben wird. Bild oben: Eines der jüngsten ERN- Objekte ist das Hotel „Wald.Weit“ im Rheingau, für das eine umfassende, hochwertige Elektrotechnik installiert wurde.

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