Neues Leben für alte Mauern VomLehrling zumChef – so lässt sich der berufliche Werdegang von Maurer- und Betonbauermeister Rickmer Hewicker in vier Worten zusammenfassen. Die Weichen dafür waren früh gestellt: 2003 schloss der talentierte Nachwuchshandwerker seine Ausbildung im Eiltempo ab und holte den Kammersieg bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk, damals Praktischer Leistungswettbewerb der Handwerksjugend genannt. Nur wenige Jahre später legte er dieMeisterprüfung ab. 2018 wechselte er im Alter von 34 Jahren von der Baustelle in denChefsessel der SchlosserGmbHBauunternehmung in Mogendorf – seinemAusbildungsbetrieb, demer über all die Jahre treugebliebenwar. Die Übernahme läutete zugleich das nächste große Abenteuer ein. Auf der Suche nach neuenRäumlichkeiten für den MaurerbetrieberhieltenRickmer undseine Frau Jessica Hewicker ein Angebot zum Kauf der Mogendorfer Krugfabrik. Doch es stellte sich die Frage, was sie mit dem riesigen Produktionsgebäude anfangen sollten. „Die Betriebsübernahme lag noch nicht lange zurück und die Kinder waren sehr jung, daher lehnten wir ab“, berichtet das Ehepaar. Es dauerte ein weiteres Jahr, bis sie die Entscheidung trafen, das Großprojekt in Angriff zu nehmen und die Krugfabrik in ein modernes Business-Center zu verwandeln, in demauch dieSchlosserBauunternehmung einneues Zuhause finden sollte. Mit Erfolg: Heute erstrahlt das Bauwerk als „Emma Workspace“ in neuem Glanz. Einer, der denumfangreichenUmbauvom ersten Tag bis zur offiziellen Eröffnungsfeier 2024 an der Seite der Hewickers begleitete, istDirkStröder (Bildoben, links). Für denkaufmännischenBetriebsleiter der Schlosser Bauunternehmung bedeutete der Umzug des Maurerbetriebs in die Bahnhofstraße 3 eine Rückkehr an eine altbekannte Adresse. Seit Generationen gehörte die Krugfabrik seiner Familie, zuletzt geführt von seinem Vater. An der Stelle des ehemaligen Erdkellers, in dem früher Ton aufbereitet wurde, steht heute seinSchreibtisch ineinemmodernenBüro. „Es ist eineWin-win-Situation“, erklärt der 44-Jährige. „MeineFamilie freut sich sehr, dass das Gebäude eine neue Bestimmung gefunden hat.“ Das moderne Konzept mit Büroräumen in verschiedenen Größen, einzelnen Arbeitsplätzen,Kreativ- undMeetingräumen sowie virtuelle Unternehmensadressen überzeugt. 75 Prozent der Flächen sind langfristig vermietet und die flexiblen Angebote bei Kurzzeitmietern äußerst beliebt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert Strom für die mehr als 20 barrierefrei zugänglichen Einheiten, die über eine moderne Ausstattung verfügen und nach Feng-Shui ausgerichtet sind. Während ihr Ehemann das Gebäude handwerklich betreut, sorgt die 42-jährige Jessica Hewicker für einen reibungslosen Ablauf. Dafür ergänzte die Betriebswirtin ihre langjährigekaufmännischeErfahrung um zielführende Fortbildungen. Kürzlich wurden der Einsatz und Gründungsmut des Ehepaars ausgezeichnet. Ihr Herzensprojekt „Emma Workspace“ belegte den drittenPlatzbeim„DeutschenCoworkingpreis“ 2025 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“. Kontakt: Schlosser GmbH Bauunternehmung Tel. 02623 961 00 www.schlosser-bau. de Emma Workspace Tel. 0160 9534 5471 www.emma- workspace.de Krugfabrik wird zur Ideenschmiede Von Tonkrügen über Ofenkacheln bis hin zu Wohn- accessoires und Geschenkartikeln: Wo früher Keramik produziert und verkauft wurde, beherbergt „Emma Workspace“ in Mogendorf heute einen bunten Mix aus Unternehmen und Selbstständigen. Zuden zahlreichenMieterndesBusiness-Centers gehören unter anderemeinCaterer, einVermessungsbüro und eine Werbeagentur. Auch Fitnesskurse, psychologische BeratungenoderWorkshops, beispielsweise für Führungskräfte, findendort regelmäßig statt. Bei der Eröffnungsfeier im Jahr 2024wurdedieGeschichtedes umfangreich sanierten Bauwerks gewürdigt. EineLaudatio erinnerte anden1832 gegründetenKeramikbetriebder FamilieStröder, der 1938 in die Bahnhofstraße 3 zog. Fotos, darunter ein um 1940 entstandenes Bild von Oswin Ströder an der Krugpresse (kleines Bild), veranschaulichten die lange Tradition der Krugfabrik. „DäSchonnstenmuss rooche, fonnnixkemmt nix“ – der Schornstein muss rauchen, von nichts kommt nichts. Passend zur neuen Nutzung wurde dieser alte Spruch der Mogendorfer Töpfer in der Festrede modern interpretiert: Statt der Schornsteine sollen künftig viele kreative Köpfe im neuen Business-Center „rauchen“. 14 Kaum hatte Rickmer Hewicker seinen Ausbildungsbetrieb übernommen, stürzte sich der Maurer- und Betonbauermeister (im Bild von rechts) mit seiner Frau Jessica in das nächste Abenteuer. Gemeinsam verwandelten sie eine traditionsreiche Krugfabrik in ein modernes und preis- gekröntes Business-Center. Foto: privat
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