„Himmlischen“ Dachschaden behoben Dachdeckermeister Robert Bartkowiak (Bild oben) aus Ochtendung hat genau das Dach repariert, durch das am 8. März 2026 umkurz vor 19 Uhr in Koblenz-Güls ein Meteorit gekracht war. „Den Auftrag werde ich mir einrahmen“, ist sich der Handwerksmeister sicher. Die Chance oder das Risiko, dass das Fragment eines Meteoriten in ein bestimmtes Haus stürzt, ist statistischgesehen200-mal geringer, als einen Sechser mit Zusatzzahl im Lotto zu tippen.Unddannunterbundesweitmehrals 15.000 Dachdeckerbetrieben den Auftrag zu bekommen, diesen international berühmtenDachschadenzubeheben, scheint undenkbar. Für Robert Bartkowiak, der sich2015selbstständiggemacht hat, verlief die Auftragsvergabe allerdings unspektakulär. Einer seiner zehnMitarbeiter wohnt in Güls und kennt den Hausbesitzer, der nach dem kosmischen Volltreffer ein fußballgroßes Loch im Dach hatte. „Mein Mitarbeiter hat den Kontakt hergestellt und dann war das schnell abgemacht: Die Feuerwehr hattedasLochnochnachts provisorischabgedichtet. IchbineinpaarTage später, als sich der Rummel gelegt hatte, nach Güls gefahren und habe den Schaden begutachtet. Meine Mitarbeiter haben die Abdeckung dafür entfernt, anschließend wieder fachmännisch verklebt – und ich habe ein Angebot erstellt.“ Beim Einschlag wurde der wohl tennisballgroße Meteorit von rund 500 km/h auf Null abgebremst. Dabei zerbrach das verbliebene Stück in elf Fragmente mit einem Gewicht zwischen 6 und 161 Gramm. Dachdeckermeister Bartkowiak beschreibt, welchen Schaden das angerichtet hat (Bild rechts): „Die Teile haben die Schiefereindeckung auf dem Dach durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die HolzvertäfelungalsWandverkleidung sowieFliesen zerstört. Auch das angrenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt.“ Verletzt wurde niemand. DerHausbesitzermusstemehrereGewerke vom Fliesenleger über den Trockenbauer bis zum Dachdecker beauftragen. „Und in meinen Auftrag habe ich wörtlich geschrieben, dass ich einen Schaden behebe, der durch den Einschlag eines Meteoriten verursacht wurde – das ist ja wirklich eine einmalige Sache!“ Als er drei Tage nach dem Einschlag vor Ort war, hatte sich der größte Trubel gelegt. „Der Hausbesitzer war vorher belagert worden von Medien und Meteoritensammlern. Auch ich als erkennbarer Dachdecker wurde sofort angesprochen von internationalen Meteoritenjägern, die mir Material von der Baustelle abkaufen wollten.“ Die großen Fragmente hatte da längst vorübergehend die Polizei sichergestellt. Robert Bartkowiak sammelte das kaputte Baumaterial mit möglichen Anhaftungen von„Sternenstaub“vorOrt inTütenein, um siedemBesitzer zugeben.DasMeteoritenlochbeseitigteseinUnternehmendannprofessionell wie jeden anderen Schaden, der beispielsweise bei einem Sturm entsteht. „Zwei Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach fachmännisch verschlossen.“ Der Unternehmer selbst war auch vor Ort, allerdings ohne große Ehrfurcht vor diesem Auftrag, der „aus dem All kam“. Kontakt: Bartkowiak Bedachungen Tel. 02625 958 384 www.bartkowiak- bedachungen.de Himmlische Ausbildung möglich Robert Bartkowiak hat sich 2015 in Ochtendung mit seinem Unternehmen selbstständig gemacht. Die Auftragslage ist gut. Was er braucht, sind zusätzliche Fachkräfte und natürlich Auszubildende. „Ob ichdas nun fürWerbungnutze, weiß ichnicht genau“, meint er schmunzelnd – „aber vielleicht erwähne ich auf meiner Website künftig, dass ich nicht nur Dächer ganz klassisch saniere, sondern auch Meteoriteneinschläge repariere.“ Dabei hofft er nicht unbedingt auf zusätzliche Aufträge, denn die Auftragslage des Unternehmens von der Kellerabdichtung bis zur PV-Anlage auf demDach ist prima. „Was ich mir wünsche, sind mehr Bewerbungen von künftigen Auszubildenden, Gesellen, Facharbeitern. Wir können siegut gebrauchen!“Vielleicht hat er nochmal himmlisches Glück und sieht eine Sternschnuppe. Was sichBartkowiakdannwünscht, steht damit ja schon fest… Kontakt: hallo@bartkowiak-bedachungen.de 19 Dieser Auftrag war ein Kracher – zumindest wurde er dadurch ausgelöst. Dachdeckermeister Robert Bartkowiak aus Ochtendung und sein Team haben das „Meteoritenloch“ in Güls repariert und sind Meteoritenjägern auf der Suche nach Sternenstaub begegnet. Fotos: Bartkowiak-Bedachungen
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