Über viele Jahre für die Berufsbildung des Handwerks engagiert: Ausschussmitglieder verabschiedet
Vier Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der
Handwerkskammer (HwK) Koblenz wurden jetzt im
HwK-Zentrum für Ernährung und Gesundheit (ZEG)
verabschiedet. „Schon Goethe wusste, dass man
wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken
kann“, so Kurt Krautscheid, Präsident der
HwK Koblenz, zu den ausscheidenden Mitgliedern des
Ausschusses.
Johannes Emmerich, Ober-
studiendirektor im Ruhestand
aus Melsbach, gehörte ihm
seit 2003 an. „Er lebte den
wertschätzenden Umgang mit
Jedermann“, lobte Kurt Kraut-
scheid.HeinerGünster, Leiten-
der Regierungsschuldirektor
im Ruhestand, war seit 2008
stellvertretendes Mitglied.
„SeinEinsatz für internationale
Austausche und Inklusion und
seine kommunalpolitische
Arbeit machen ihn zu einem
geschätztenGesprächspartner.
Sein Beitrag für das immate-
rielle Kulturerbe „Töpfertra-
dition im Kannenbäckerland“
Allianz für Integration
Erfolge und Herausfor-
derungen bei der Inte-
gration von Flüchtlin-
gen standen im Mittel-
punkt einer Tagung im
Rahmen des Projekts
FAiR (Flüchtlinge und
Asylsuchende inte-
griert in die Region).
Im Beisein von Bundesministe-
rin Andrea Nahles, MdB, trafen
sich die Kooperationspartner
im Zentrum für Ernährung und
Gesundheit (ZEG) der Hand-
werkskammer (HwK) Koblenz.
FAiR ist eines von 41 Projekten,
das durch das Bundesministeri-
um für Arbeit und Soziales und
den Europäischen Sozialfonds
Bundesarbeitsministerin Nahles lobt Engagement im Netzwerk
Projekt FAiR: Der Sachstand / Berufsbildungsausschuss tagte
Nr. 208
29. April 2017
www.handwerk-special.de16
ist und bleibt handwerks- wie
regionalpolitisch bedeutsam“,
so der Kammerpräsident.
Hans-Jürgen Klein, Oberstu-
diendirektor im Ruhestand aus
Ottweiler, gehörte seit 2013
dem Berufsbildungsausschuss
der Kammer an. „Beispielhaft
erwähnt sei sein Engagement
bei der Entwicklung der Berufs-
bildenden Schule Technik zu
einerEQuL-Schule, einerSchule
für mehr Eigenverantwortung,
Qualitätsmanagement undLehr-
und Lernkultur“, betonte Kurt
Krautscheid. Er würdigte Hans-
Werner Rieck, Oberstudiendi-
rektor aus Sinzig, der sich mit
seiner ihm eigenen „ruhigen
Leidenschaft fürdieBelange jun-
gerMenschen inderAusbildung
eingesetzt hat.“ Die Kreishand-
werkerschaft Ahrweiler hat ihn
zum„Ehren-Handwerksmeister“
ernannt. „Die ganze Bandbreite
Ihrer Leistungen lässt sich nicht
erschöpfend darstellen. Danke
Die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses trafen sich im Zentrum für Ernäh-
rung und Gesundheit der HwK Koblenz.
gefördert wird. Es vereint die
regionalen Kompetenzen der
Arbeitsintegration mit denen
der Migrationsberatung. Die
HwK Koblenz ist Mitglied im
Projektverbund von FAiR.
Ziel aller Beteiligten ist es,
einen Integrationsplan für je-
den Flüchtling zu entwickeln,
um ihm passgenaue Quali-
fizierungsmöglichkeiten als
Ausgangsbasis für den Einstieg
in den Ausbildungs- und Ar-
beitsmarkt anbieten zu kön-
nen. Möglich wird das durch
das gebündelte Fachwissen
aller Kooperationspartner des
Netzwerks, die regelmäßig im
Lotsenhaus der Arbeitsagentur
ihre Beratungen anbieten. Die
Gemeinschaftseinrichtung von
Arbeitsagentur, Jobcentern,
Land, Stadt- und Kreisverwal-
tung, Caritasverband und den
beiden Wirtschaftskammern in
Koblenz soll die Integration von
Flüchtlingen erleichtern.
Flüchtlinge und Asylbewerber
erhaltenüber dasLotsenhaus die
Chance, ihren neuen Lebensab-
schnitt selbstständig zugestalten
und als potenzielle Fachkräfte
die Arbeitswelt zu bereichern.
BundesarbeitsministerinAndrea
Nahles stellte das Lotsenhaus in
Rheinland-Pfalz richtungswei-
send fürDeutschlandheraus.Die
Ministerin zeigte sich begeistert
vondenbereits erfolgreich indie
Praxis umgesetzten innovativen
Beispielen. Sie hob in diesem
Zusammenhang die Vorreiter-
stelle des Handwerks bei der
Integration hervor.
Bei Besuchen in Handwerks-
betrieben im nördlichen Rhein-
land-Pfalz konnte sich die
Ministerin im vergangenen Jahr
selbst ein Bild machen. Die du-
ale Ausbildung stellt dabei eine
wesentliche Säule dar. Die Mi-
grations- und Flüchtlingscoachs
der HwK Koblenz kennen die
Chancen und Anforderungen
auf dem Ausbildungs- und
Arbeitsmarkt, wissen, welche
Fördermöglichkeiten es gibt.
Die Berater vermitteln Praktika
und betriebliche Erprobungen,
helfen beimErstellen geeigneter
Bewerbungsunterlagen und be-
reitenaufVorstellungsgespräche
vor. Vor allem aber agieren sie
mit Herzblut, Achtung und Un-
voreingenommenheit. So tragen
sie dazu bei das Selbstbewusst-
sein der Menschen zu steigern
und ihre Motivation zu erhöhen.
Neben den Flüchtlingscoachs
beraten die Mitarbeiter der
Handwerkskammer im Projekt
KAUSA Servicestellen Rhein-
land-Pfalz gezielt ratsuchende
JugendlichemitMigrations- und
Fluchtbiografie.
KAUSA steht für Koordinie-
rungsstelle Ausbildung und
Migration und ist Teil des
JOBSTARTER-Programms
beim Bundesinstitut für Be-
rufsbildung. Workshops der
Projektpartner rundeten die
Veranstaltung FAiR ab.
Auskünfte zur Ausbildung von
Flüchtlingen gibt die Ausbil-
dungsberatung der HwK Koblenz
unter Tel. 0261/ 398-333,
aubira@hwk-koblenz.de.Bundesarbeitsministe-
rin Andrea Nahles hörte
bei ihrem Besuch im
HwK-Zentrum für Ernäh-
rung und Gesundheit
den Praxisberichten der
Projektpartner von FAiR
sehr genau zu. Auch die
HwK Koblenz, vertreten
durch Kammerpräsident
Kurt Krautscheid (2. von
rechts) und Hauptge-
schäftsführer Alexander
Baden (rechts), gehört
zu diesem Netzwerk.
für Ihren Einsatz. Bleiben Sie
dem Handwerk gewogen“,
verabschiedete der Kammer-
präsident die scheidenden
Mitglieder.
Zuvor tagtederAusschuss zum
Thema Ausbildungsmarkt und
Beschäftigungsperspektiven.
Thema war auch der Stand der
Projekte zurBerufsbildungsin-
tegrationvonFlüchtlingen. Zur
Diskussion standen beispiels-
weiseFormenderFinanzierung
der überbetrieblichen Lehr-
lingsunterweisung und eine
Neuordnung der Berufsfach-
schulen an Berufsbildenden
Schulen. Auch die Qualitäts-
sicherung der Berufsbildung
unddieGleichwertigkeit allge-
meiner undberuflicherBildung
wurden thematisiert.
Informationen zum Berufs-
bildungsausschuss unter
Tel. 0261/ 398-224,
bildung@hwk-koblenz.de




