ZUKUNFT
Freie Fahrt in die berufliche Zukunft. Keine Einbahnstraße. Vorfahrt serienmäßig.
Mit Vollgas in die:
Ein Minister sagt, warum es
sich gerade jetzt lohnt, die
berufliche Zukunft mit dem
Handwerk zu planen.
Ein Bundestagsabgeordneter
sagt, welche Möglichkeiten sich
ihm mit der Handwerkslehre
boten und wie er sie nutzte.
Ein „Altmeister“ sagt, warum
er auch mit 69 Lebensjahren
mit dem Handwerk jung ge-
blieben ist.
Zwei „Jungmeister“ sagen,
wie sie den Senkrechtstart in
die berufliche Kariere hinge-
kriegt haben.
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Der rheinland-pfälzische
Minister für Wirtschaft, Ver-
kehr, Landwirtschaft und
Weinbau wirbt zur Zeit mit der
Motivationskampagne „New
Work“ für mehr Mut zu
Existenzgründungen im Land:
„Es geht darum, langfristig die
Bereitschaft zu beruflicher
Selbständigkeit, Innovationen
in den Betrieben und neue
Berufe zu fördern. Daß hierbei
die Chancen im Handwerk
besonders gut sind, ist seit
langem bekannt - die Meister-
prüfung ermöglicht jungen
Unternehmen einen schnellen,
gut vorbereiteten Start in die
Selbständigkeit“. Das wirt-
schaftliche Umfeld, so Minister
Brüderle, sei im Augenblick so
günstig, wie lange nicht. „War-
um sollen junge Existenz-
gründer an der Bahnsteigkante
stehen und zusehen, wie der
Konjunkturzug Fahrt auf-
nimmt? Zumal die einsetzende
wirtschaftliche Verbesserung
im Lande durch den rheinland-
pfälzischen Mittelstand erheb-
lich mitbeeinflußt wurde - ich
denke, hier steckt noch viel
mehr Potential dahinter.“
Jungen Existenzgründern
empfiehlt der Wirtschaftsmini-
ster, nichts bei der Gründung
eines eigenen Unternehmens zu
überstürzen, „eine gute Bera-
tung und gründliche Vorberei-
tung gehört im Vorfeld dazu“,
das Restrisiko dürfe junge
Menschen nicht scheuen, ihre
berufliche Zukunft in die
eigenen Hände zu nehmen.
Rainer Brüderle
Karl-Heinz Scherhag
HwK-Präsident und Abge-
ordneter des Deutschen
Bundestages Karl-Heinz
Scherhag ging nach Ab-
schluß seiner Lehre sofort
das Unternehmen „Meister-
brief“ an. „Es war damals
mein Traum, ein eigenes
Unternehmen zu gründen -
ein Traum, den heute
immer noch viele junge
Menschen haben, die ihre
berufliche Laufbahn
planen.“ Mit der Hand-
werkslehre begann die
Verwirklichung dieses
Traums, mit jungen 23
Jahren legte der gebür-
tige Koblenzer die
Meisterprüfung als Kfz-
Mechaniker ab und
erwarb mit dem Mei-
Vor 40 Jahren legte er
seine Meisterprüfung als
Buchbinder ab - daß Josef
Kneip trotz seiner fast 70
Jahre immer noch im
eigenen Unternehmen
mitarbeitet, hat einen
einfachen Grund: „Mit
Geld läßt sich zwar vieles
kaufen, doch es kommt die
Zeit, in der andere Werte
zählen. Verantwortung,
Spaß, Vitalität. Mit meiner
Arbeit stehe ich voll im
Leben - das ist mir wichtig
und so bleibe ich fit.“
Josef Kneip
sterbrief die „Eintrittskarte“ in
die berufliche Selbständigkeit.
Doch nicht nur im eigenen
Betrieb machte Scherhag
„Handwerkspolitik“ - sein
Engagement für das Handwerk
setzte sich im Ehrenamt fort.
So war er im Laufe seiner
„Handwerkskarriere“ Ober-
meister, heute ist er Präsident
der Handwerkskammer Ko-
blenz.
„Die Möglichkeiten, die sich
im Handwerk ergeben, stehen
auch heute jedem Jugendli-
chen offen“ - etwas Fleiß
gehört natürlich dazu, ergänzt
Bundestagsabgeordneter
Scherhag bescheiden und steht
mit seiner Person als lebendes
Beispiel für diese Aussage.
Sie kommt aus Cochem, ist die beste
Jungmeisterin im Friseurhandwerk
1998 und bereits selbständig: Senk-
rechtstarterin Beatrice Huth. Ihr Tip
für junge Berufseinsteiger: „Ganz
wichtig: Man muß mit viel Liebe hinter
seinem Beruf stehen, er muß Spaß
machen - nur so kommt man wirklich
vorwärts. Ziele sollte man genau
planen und mit Energie angehen -
dann kann man bereits in jungen
Jahren sein eigener Chef sein.“
Beatrice Huth
Ralf Litzkow
Für seine berufliche
Laufbahn ist er „mei-
lenweit gegangen“:
Ralf Litzkow kommt
aus Archsum auf der
Insel Sylt, in Koblenz
hat er seine Meisterprü-
fung gemacht.
Der 28jährige Augen-
optiker wollte durch
den Erwerb des Mei-
sterbriefes vor allem
seine Chancen auf dem
Arbeitsmarkt der Insel
vergrößern, inzwischen
„Der lange Weg
von der Nordsee
an Rhein und
Mosel hat sich
also für mich
gelohnt. Man
muß als junger
Mensch abwä-
gen, wofür es
sich lohnt, ge-
wisse Einschrän-
kungen hinzu-
nehmen, wofür
es sich lohnt zu
kämpfen. Und
ist der junge Augenoptikermei-
ster Filialleiter der „Optikerbode“
in Westerland auf Sylt.
wenn, dann muß man rich-
tig die Ärmel hochkrem-
peln“ - so der Jungmeister.