Handwerk Special Nr. 254 vom 06.06.2026

Schwerpunktthema: Erfahrungen und Pläne mit einer Ausbildung im Handwerk HANDWERK SPECIAL 254 6. Juni 2026 www.handwerk-special.de Handwerkskammer Koblenz and r s Ko l auf dem Titel: Christine Vogel, Profi-Musikerin und nun auch Lehrling!

Fragt man die KI ... welche Berufe durch ihre Anwendung gefährdet sind, werden Buchhalter, Mathematiker oder Programmierer genannt. Ganze Berufsfelder sind im Wandel und auch im Handwerk spielt KI eine – durchaus positive! – Rolle. Denn die Künstliche Intelligenz ist Teil des handwerklichen Werkzeugkoffers. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Tätigkeiten sitzt sie nicht am Schreibtisch, denn sie kann händisches Arbeiten nicht ersetzen. Diese Gedanken beschäftigen offensichtlich auch viele junge Menschen, die sich entscheiden müssen, wohin ihre berufliche Zukunft führt. Die Zahlen neu abgeschlossener Ausbildungsverträge steigen nun schon das dritte Jahr in Folge und wir hören immer öfter, dass Handwerk Sicherheit wie auch Zufriedenheit bietet. Das greifen wir in der aktuellen Ausgabe auf, die der Ausbildung gewidmet ist. Wir stellen Jugendliche und ihre Wege ins Handwerk vor, fragen nach ihren Erfahrungen und Zielen. Das sind authentische Informationen aus erster Hand. Sie sollen motivieren und zum Nachdenken anregen. Denn in wenigen Wochen beginnt ein neues Ausbildungsjahr und mit Blick auf unsere Lehrstellenbörse und deren 770 freie Plätze bietet das Handwerk genau das, was viele suchen: sichere wie abwechslungsreiche Berufe, die Spaß machen und Erfüllung bringen. Ich zitiere an dieser Stelle gerne Christine Vogel, die als Profi-Musikerin nun eine Ausbildung als Elektronikerin absolviert: „Ich wollte etwas Praktisches machen, etwas Nachhaltiges von Bestand. Hört der Musiker auf zu spielen, ist die Musik verklungen.“ Ein interessanter Ansatz in der Fragestellung: Was bleibt von dem, was ich schaffe, welche Arbeit hat langfristig Bestand? So wie sie stellen wir viele Jugendliche und ihre Ausbildungsbetriebe vor. Das sind interessante wie lesenswerte Geschichten, manchmal mit ganz überraschender Story. So im Fall von Tischlerin Leonie Bothe. Sie wird momentan durch Tischlermeister Olaf Wolf ausgebildet. Der wiederum wurde durch Leonies Stiefopa ausgebildet. Handwerk als verbindendes, generationenübergreifendes Element ... Und ein bisschen familiär wollte es auch Luis Gallo haben, der sich nach dem Ausbildungsbeginn in der Industrie etwas verloren fühlte und mit Unterstützung der HwK Koblenz problemlos ins Handwerk wechselte, wo er sich nun angekommen fühlt. Genau wie Selin, die sich für eine Friseur-Lehre entschied, als der Schulstress zur gesundheitlichen Belastung wurde. Bei einigen Azubis von Elektro Schmitz wiederum lautet das Credo: „Es muss Hauptgeschäfts- führer Ralf Hellrich Kontakt: Handwerkskammer Koblenz Tel. 0261 398 108 ralf.hellrich@hwkkoblenz.de Impressum: V.i.S.d.P.: Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich Redaktion / Layout: Jörg Diester, Denise Nuß, Dagmar Schweickert Fotos: wie an Fotos gekennzeichnet / HwK Koblenz / Titel: Michael Jordan Herausgeber: Handwerkskammer Koblenz, Friedrich-EbertRing 33, 56068 Koblenz, Tel. 0261 398-160, in Verbindung mit dem Mittelrhein-Verlag Koblenz Anzeigen: rz Media GmbH, Mittelrheinstraße 2–4, 56072 Koblenz, Evangelos Botinos (Geschäftsführung) Techn. Herstellung: Industrie Dienstleistungsgesellschaft mbH, 56070 Koblenz nicht immer der erste Schuss sitzen.“ Und so haben ein Bauingenieur-Studium aber auch das Desinteresse an einem Anglerladen dazu geführt, dass sie heute mit Überzeugung und Leidenschaft im Handwerk arbeiten. Diese Ausgabe ist also gefüllt mit – teils überraschenden – Lebenswegen und Erkenntnissen, die eines gemeinsam haben: Sie alle führen schließlich auf dem sicheren Pfad einer modernen, dualen Ausbildung in die zukunftssichere Welt des Handwerks. Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß dabei, all unsere faszinierenden Geschichten zu entdecken – Ihr Seiten 16 bis 19 Ausflugs- tipps und Handwerksbetriebe in und um Cochem Seiten 12 und 13 Veranstaltungen geben Einblicke in die Ausbildung im Handwerk 02 aus dem Inhalt Seiten 3 bis 14 Auszubildende und ihre Betriebe stellen sich vor – und teilen ihre Erfahrungen Foto: Photo-Herzmann Seite 10 Ausgezeichnete Perspektiven bei Innovationspreisträger Ronny Stein

Volt und Violone Sie hat die Instrumente Viola da gamba, Violone und den historischenKontrabass studiert, legte den musikwissenschaftlichen Master mit Auszeichnung ab, trat bei Konzerten auf, wirkte bei Musiktheaterproduktionen diverser Ensembles und Barockorchester mit, hielt wissenschaftlicheVorträge, Konzertmoderationen und Museumsführungen, war Lehrbeauftragte imFachMusikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, gab Instrumentalunterricht an Schulen und Musikschulen – das war und ist ihr Leben … in einem Bereich. Im anderen ist sie Handwerkerin. Um genau zu sein: Elektronikerin mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Seit 2025 erlernt die 35-Jährige ihren Beruf imUnternehmenvonMatthiasBenz imWesterwälder Unnau. Benz übernahm 2020 seinen ehemaligen Ausbildungsbetrieb „Elektrotechnik Schürg“. „Letztes Jahr standdann eineNachbarinvor der Tür …wir müssenmal miteinander reden. Da sei eine zugezogene hochbegabte Musikerin, die eine handwerklicheAusbildung anstrebt.“Nach einemDreitagepraktikum wusste Benz: „Christine kann viel mehr als Musik!“ Schnell erkannte er ihr handwerkliches Geschick, „aber auch ihren Wissenshunger und ihre Einsatzfreude.“ Nun bereichert sie das fünfköpfige Team als Lehrling. Fragt man Christine Vogel, was Musik und Strom vereint, bekommt man eine spontane wie interessante Antwort: „Beide sind abstrakt. Man kann sie nicht sehen – und doch sind sie für uns wichtig. Bei beiden ist essenziell, dass es fließt.“ Und so, wie Christine Vogel Musikinstrumenten perfekte Töne entlockt, sorgt sie nun mit ihrer handwerklichen Arbeit für Stromflüsse. „Ich wollte etwas Praktisches machen, etwas Nachhaltiges von Bestand. Hört derMusiker auf zu spielen, ist die Musik verklungen.“ Gegen denWechsel ins Handwerk gab es aber auch Vorbehalte. „Der Ruf ist hier und da nicht der allerbeste.“ Doch die erfahrene Musikerin gab sich und dem Handwerk eine Chance, „testete“ die Elektrik und auch das Team umMatthias Benz aus. „Das hat gepasst“, sagen beide. „Meine bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv“, strahlt dieMusik-Handwerkerin und bekennt: „Vor der Ausbildungwusste ich nur, dass die Steckdose der Ort ist, an dem Strom aus der Wand kommt.“ Wie genau und was an fachlicher Leistung dahintersteckt, das hat sie nicht nur gelernt, sondern arbeitet daran auch ganz praktisch. Eben noch Lehrling, einen Tag später Dozentin – auch das ist das Leben von Christine Vogel, die an der Musikschule des Landkreises Fulda weiterhin ihr Wissen vermittelt. „Wenn die Leistungen bei uns stimmen, unterstützen wir das musikalische Engagement“, nickt Chef Benzwohlwollend, macht aber auch klar: „Handwerk geht vor, denn gerade die Arbeit mit Strom ist gefahrgeneigt und verlangt 100-prozentige Genauigkeit.“ Volt und Violone – Christine vereint das auf ungewöhnliche wie professionelle Weise. Kontakt: Schürg Elektrotechnik Inh. Matthias Benz Tel. 0151 1833 5877 www.elektrotechnik- schuerg.de Nachgefragt beim Chef ... Wird auf der Arbeit über klassische Musik gesprochen und gab es bereits ein Konzert für die Mitarbeiter, Matthias Benz? Beides beantwortet der Chef von Musikerin und Lehrling Christine Vogel (Reportage auf dieser Seite) mit „noch nicht“. „Ich selbst höre lieber Hard Rock.“ Immerhin darf Christine auf dem Weg zu den Baustellen ab und zu den Radiosender aussuchen, der im Auto gehört wird. Dann trifft Klassik auf Handwerk. Die Möglichkeit, dies auch im Rahmen eines kleinen Live-Konzerts umzusetzen, war bisher noch nicht Thema, „letztlich aber entscheidet die Künstlerin, ob sie vor Publikum auftreten möchte“, so Benz. Er selbst steht für die Möglichkeiten, die sich aus einer handwerklichen Lehre ergeben können. 2020 übernahm er als 37-Jähriger seinen ehemaligen Ausbildungsbetrieb. Die Auftragslage ist gut und einer seiner großenKunden ist ein andererHandwerksbetrieb: Für den FertighausanbieterFingerhut ausNeunkhausenverantworten Benz und sein Team die Elektroinstallationsarbeiten. 03 Eine Profi-Musikerin als E-Lehrling – das ist der ganz und gar außergewöhnliche Fall von Christine Vogel. 839 Lehrlinge zählt das Elektro- Handwerk im Kammerbezirk Koblenz. 30 von ihnen sind Frauen.

Hölzerne Familienbande Eigentlich ist diese Geschichte schnell erzählt: Leonie Bothe wird aktuell durch Meister Olaf Wolf zur Tischlerin ausgebildet. So wie einst Lehrling Olaf Wolf durch Meister Manfred Lichtenberg ausgebildet wurde. Manfred wiederum ist der „Opa“ von Leonie. So griff und greift die Biografie von zwei Familien imWesterwald über das Tischlerhandwerk ineinander. Lehrling Olaf Wolf bestand seine Gesellenprüfung 1990 und arbeitete anschließend in der Tischlerei Lichtenberg in Niederelbert noch einige Jahre. 1998 folgte die Meisterprüfung. SeinenAusbilder undArbeitgeberLichtenberg beschreibt er noch heute als einen „sehr kreativen,künstlerischhochbegabtenTischlermeister, derauchAufträgeübernahm, die extremanspruchsvoll waren.“ In derWerkstatthingenüberall selbstgemalteBilder.An diese kann sich die 2007 geborene Leonie Bothe noch gut erinnern. Denn auch, wenn ihr„Opa“–dereigentlichderLebensgefährte ihrer Oma, für Leoni aber wie ein Opa war – beizeiten den aktiven Betrieb einstellte, blieb die Werkstatt im Ursprung erhalten. „Ichhabemichdamalseher fürdieGemälde interessiertundweniger fürdieMaschinen.“ Olaf Wolf war da schon selbstständig. 1999 gründete er ein eigenes Unternehmen mitten in Moschheim. „Den Kontakt zu den ehemaligen Lichtenberg-Mitarbeitern gibt es bis heute“, geht Wolf auf das gute Betriebsklimaeinundmantrifftsichjährlich mindestens einmal zum Stammtisch. 2022 verstarb Manfred Lichtenberg. Seine Stief-Enkelin absolvierte 2025 das Abitur. Und begann die Tischlerlehre bei Olaf Wolf. „Eine gute Entscheidung und ich bin hier sehr zufrieden“, resümiert sie gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres. DieBetriebsstruktur isteinklarerPluspunkt: nebenWolfgibtesmitdem24-jährigenTom Isola einen weiteren Meister. Und Leonie. Diekannalsoansprechen,wensiemöchte… esantwortet immereinMeister!„Ichdarfhier bereitsvielVerantwortungübernehmenund werde in alle Projekte eingebunden“, freut sich die 19-Jährige. Kunden in der näheren Umgebung, aber auch im Kölner oder BerlinerRaumund sogar amitalienischenLago Maggiore greifen auf die Arbeiten der Westerwälder Tischlerei zurück. Ob einzelnes Möbelstückoder ganzeEinbautenbis hinzu Reparaturen, „wir sind dafür bestens technisch und personell aufgestellt“, schwärmt ChefOlaf.UndsoistlängstauchdasInteresse seiner jüngstenMitarbeiterin Leonie an den eingesetztenMaschinen geweckt.Waren es früher „Opas“ Bilder, die faszinierten, sind esnundieKreissägenoderCNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen. Die Zeiten ändern sich … doch eins hat hier eine verlässliche Konstanz: das Tischlerhandwerk verbindet seit Jahrzehnten zwei Familien über die gemeinsame Arbeit. Kontakt: Schreiner Wolf Tel. 02602 951 410 www. schreiner-wolf.de Land fördert Ausbildung Die Landesregierung stärkt die Ausbildung im Handwerk mit einer Förderung in Höhe von 1,7 Mio. Euro für die überbetriebliche Berufsausbildung bei der Handwerkskammer Koblenz. Die bisherige Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Petra Dick-Walther (Foto Bildmitte zusammen mit Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich rechts und Präsident Kurt Krautscheid) hat zwei Förderbescheide an die Handwerkskammer (HwK) Koblenz übergeben. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt damit die laufenden überbetrieblichen Berufsausbildungsmaßnahmen im Handwerk im Jahr 2026 in der Grundstufe mit rund 179.000 Euro und in der Fachstufe mit rund 1,55 Millionen Euro. „Gute Ausbildung beginnt mit einem starken Fundament und braucht anschließend eine verlässliche fachliche Vertiefung. Genau das leisten die überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen im Handwerk“, sagte Staatssekretärin Dick-Walther. Die Förderung sei eine gute und zielgenaue Investition, betonten Krautscheid und Hellrich, „denn schließlich sichern dieseMittel eine gute fachlicheAusbildung unserer Fachkräftevonmorgen. SoverbindensichWirtschaftskraft und eine hohe Leistungsfähigkeit unserer Betriebe.“ 04 Sie sind weder verwandt, versippt noch verschwägert, und doch sind die Geschichten ihrer beiden Familien seit Jahrzehnten auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden. Was ist die „Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung“, kurz ÜLU? Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) ergänzt die praktische Ausbildung im Handwerk, indem sie in spezialisierten Bildungsstätten – so in der Handwerkskammer Koblenz – überbetriebliche Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Sie dient dazu, ein einheitlich hohes Ausbildungsniveau zu sichern, Spezialisierungen im Ausbildungsbetrieb auszugleichen und technische Entwicklungen praxisnah zu schulen.

Viele Wege führen zu Schmitz Doch der Reihe nach. Der Termin bei Schmitz Elektrotechnik in Wirges greift die Frage auf, warum das Unternehmen bei der Gewinnung neuer Auszubildender so erfolgreich ist. 60 Mitarbeiter und demnächst 16 Lehrlinge – das sind über 25 Prozent Fachkräfte in Ausbildung. Ein Rekordwert für ein Handwerksunternehmen dieser Größenordnung, das in gleich fünf Berufen ausbildet. Drei Jugendliche erklären ihren Weg ins 1928 gegründete Elektrounternehmen. Noel Hehl, 18 Jahre, lernt hier im dritten Ausbildungsjahr. „Damals gab es im Obergeschoss des Firmengebäudes einen Anglerladen und mein Opa nahm mich häufig mit, wenn er dort sein Zubehör kaufte. Ich habe mich eher für die Ausstellung der Elektrotechnik im Untergeschoss interessiert.“ Eine ungewöhnlicheKontaktaufnahmemit dem E-Handwerk. Doch das Interesse war geweckt, späterwurde einPraktikumdaraus, schließlich die Ausbildung. „Es ist genau mein Beruf!“, gibt er ein klares Plädoyer für diese Entscheidung und schätzt die Vielseitigkeit der Tätigkeiten. Wie auch dieVerantwortung, dieman ihmüberträgt. InstallationsarbeitenmitStromkennenkeine Fehlertoleranzen. DerWeg vonDennis Hartwig (24) und Dylan Schmidt (25) ins Unternehmen verlief etwas anders. Beide hattenzunächst andereBerufspläne.Dylan beganneinBau-Ingenieurstudium.Doches gab Zweifel, ob das inhaltlich wirklich zu ihmpasse.Alsowurdeneu justiert.Daer als Schüler bereits ein Praktikumbei Schmitz absolviert hatte, reifte der Ausbildungsgedanke. Es schloss sich eine verkürzte Ausbildunganunder stiegaufgrund seiner Hochschulreife direkt ins zweite Lehrjahr ein.Heute sagt er: „Alles richtiggemacht!“ So wie er durchlaufen Auszubildende alle Bereiche des Unternehmens. „Das sichert ein hohes Ausbildungsniveau in Kontakt: Schmitz Elektrotechnik GmbH & Co. KG Tel. 02602 603 57 www.elektroschmitz-wirges.de 05 Am Ende des Gesprächs mit Dennis, Noel und Dylan (rechte Bildseite) steht die Frage, welche Botschaft sie Jugendlichen mitgeben, die mit Schulende eine Entscheidung für die weitere Zukunft treffen müssen. „Man sollte auf die innere Stimme hören und sich nicht so viel reinreden lassen“. Geschäftsführer Felix Graf (von links) mit Marketingmitarbeiterin Teresa Bach und Dennis Hartwig, Noel Hehl sowie Dylan Schmidt. der Breite wie auch in der Tiefe“, beschreibt Felix Graf, als Geschäftsführer für den operativen Bereich imUnternehmen zuständig. Auch erwar hiermal Lehrling. FürDennisHartwig beginnt die Ausbildung in wenigen Wochen. Auch er ist ein „Quereinsteiger“, denn nach einer kaufmännischen Ausbildung war er stellvertretender Filialleiter in einer namhaften Supermarktkette. „Wir hätten ihngern für denkaufmännischen Bereich gewonnen“, schmunzelt Chef Graf. „Doch ich wollte was Neues ausprobieren“, hakt Dennis ein, der nun auch zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ausgebildet wird. „Praktisches Arbeiten mit einem sichtbaren Ergebnis zum Feierabend – das ist mein Wunsch.“ Der wird sich hier erfüllen. Denn am Ende des Tages verrät der Druck auf den Schalter, ob das Licht brennt. „Nicht der erste Schuss muss sitzen“, ist ein Satz, der im Gespräch fällt. „Man muss offen bleiben fürNeues“, lautet eineErkenntnis, die nicht nur für die Berufswahl gilt. Auch Pläne für weitere Ziele werden bereits geäußert und derMeisterbrief ist hier ein Favorit. Schaut man auf die Auftragslage von Schmitz Elektrotechnik, kann man fachlicheUnterstützunggut gebrauchen.Gerade imSektor der Photovoltaik, aber auchgrundsätzlicher Elektroinstallationen gibt es mehr als genug zu tun. ANZEIGE Heinrich Wies GmbH 55595 Spabrücken · Tel. 06706-1322 www.hwies.de · briefkasten@hwies.de Balkongeländer – Balkonanbauten Vordächer – Terrassen Überdachungen – Kaltwintergärten Zäune – Carports Eigene Herstellung Bauen &Wohnen

Lehre: Weg aus der Schulangst Heute kann Selin Agcay durchatmen und wieder befreit lachen. Der Grund: Die Unterschrift unterdemAusbildungsvertrag zur Friseurin und die Anmeldung an der Berufsschule. NochvorwenigenMonaten allerdings war die heute 17-Jährige ein ganz anderer Mensch. „Sie hatte Kopfweh, bekam Probleme mit den Augen, ihre ganze Persönlichkeit ist nach und nach verschwunden“, erinnert sich ihre Mutter Ekaterina Agcay. Selin litt unter immer stärkerer Schulangst. Dabei waren nicht etwa die Noten das Problem. Die Elftklässlerin hatte gute Leistungen und kam immer mit dem Schulstoff zurecht. Was ihr fehlte, war eine echte Perspektive. „Es ist ja quasi in den Kopf eingebrannt, dass man die Fachhochschulreife macht, danach Abi und dann irgendwas studiert. Genau da hatte ich nach und nach eine Blockade: Ichwusste einfach nicht, wofür ich das alles tue undwas ich studieren soll. Das Lernen wurde immer schwerer, weil ich kein konkretes Ziel vor Augen hatte“, erinnert sichSelin.Gleichzeitigdrehte sich ihr Leben fast nur noch um die Schule: „Unterricht bis 16 Uhr, zuhause war ich erst um 17:30 Uhr, weil der Bus von der Schule in Ringen lange braucht. Danach musste ich oft noch etwas für die Schule machen. Früher habe ichgernSport getrieben, gezeichnet und gelesen. Dafür blieb irgendwann keine Energie mehr übrig.“ DieElternbemerkten,wiesich ihreTochter veränderte und fragten behutsam nach. „Meine Mutter hat dann gesagt: Warum hörst du nicht einfach nach dem Fachabi auf und machst eine Ausbildung?“ Auch der Vater, Friseurmeister Kürsat Agcay, war nach kurzem Zögern überzeugt. Sehr gut beraten wurde Selin von Claudia Wildermann (kleinesBild, links), die imKreis Ahrweiler für die Handwerkskammer Koblenz tätig ist und solche Situationen gut kennt. „Sie hat mir Vor- und Nachteile erklärt und gezeigt, wie ich den Wechsel in die Ausbildung vorbereiten kann“, erinnert sich Selin. Seit sie den Lehrvertrag in der Tasche hat, ist sie wie ausgewechselt. „Ich fühle mich befreit. Die schriftlichen Prüfungen zum Fachabi habe ich hinter mir, das erste Ausbildungsjahr ist der praktischeTeil des Fachabis. Ich weiß jetzt, dass ich täglich unter Leuten bin, eine feste Aufgabe und einZiel habe–daswirdmirSpaßmachen!“ Etwas Erfahrung hat sie bereits, denn sie ist „im“ Salon ihrer Eltern groß geworden und hilft manchmal freiwillig am Wochenende mit. „Ich habe auch Praktika in anderen Berufen absolviert, aber der Friseurberuf macht am meisten Spaß. Ich freue mich, wenn ich sehe, was ich mit meinen Händen geschaffen habe. Auf gewisse Weise wird man ja durch seine Arbeit ein Teil des Kunden.“ In ihremUmfeldwarenLehrerundFreunde zunächst überrascht. Doch Selin erklärte ihnen: „Ich habe jetzt einen genauen Plan. IchmachemeineAusbildung, denMeister, danach stehen mir viele Wege offen.“ Dabei bekamsie häufigdieselbeReaktion: „Eigentlich geht es vielen wie mir, aber viele machen nur das, was die Eltern sich für sie vorstellen.“ Ihr Rat: „Wichtig ist, ein festes Ziel zu haben und auf das eigene Herzzuhören.VieleElternsindzuverbohrt in ihren Vorstellungen – entscheidend ist, dass man selbst glücklich wird.“ Kontakt: Friseur SEM Tel. 02641 916 151 www.friseur-sem.de Immer weiter trotz Corona und Flut Der Salon SEM hat bewegte Jahre hinter sich. Von der Gründung über die Pandemie bis zur Flutkatastrophe im Ahrtal mussten sich die Betreiber immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Friseurmeister Kürsat Agcay und Ehefrau Ekaterina (im Bild rechts) haben den Salon Friseur SEM in der Altstadt vonBadNeuenahr 2015 eröffnet.Direkt nach einer umfassenden Renovierung kamplötzlich die pandemiebedingte Zwangspause. Es folgte die Flutkatastrophe, bei der der Salon vollständig zerstört wurde. Doch die Agcays gaben nie auf. Heute erstrahlt der Betrieb in neuemGlanz und die fünf Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Ab August dann unterstützt durchTochter Selin, die sich darauf freut, ihre Eltern als Ausbilder zu haben. Fragen rund um die AusbildungunddieWege insHandwerkbeantwortengern die Ausbildungsberater der HwK Koblenz. Kontakt: ausbildung@hwk-koblenz.de 06 Für Selin ist der Weg in eine Ausbildung zur Friseurin zugleich der Aufbruch in ein Leben ohne Angst: Der Schulstress war für sie so belastend, dass sie mit ihren Eltern beschloss, ins Handwerk zu wechseln. Dabei war die Handwerkskammer Koblenz eine große Unterstützung.

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Von der Industrie ins Handwerk abgebogen Luis Gallo könnte man mit einem Augenzwinkern als „Bumerang-Azubi“ bezeichnen: Der heute 19-Jährige hatte sich direkt nach seinem Schulabschluss bei mehreren Firmen beworben – unter anderem bei Huhnold Elektrotechnik in seinemWohnortAltendiez.Als er danndie Zusage bekam, bei SiemensMobility eine Ausbildung zubeginnen, sagte erHuhnold nochvor demVorstellungsgesprächabund absolvierte das erste Jahr auf dem Weg zum Elektroniker in der Industrie. Dafür pendelte der 17-Jährige täglichmitMotorrad und Zug zum Ausbildungscenter am FrankfurterFlughafen– rundzwei Stunden pro Tag. Im Winter mietete er sich sogar für einige Monate in Wiesbaden ein. „Die Ausbildungwar okay,manhat viel gelernt, aber ichwar ständigmit unterschiedlichen Teams unterwegs, es war nicht sehr familiär“, erinnert sich Luis. Die Noten waren gut, sein Interesse am Handwerk schon immer groß. Sein Cousin ist Elektriker, in der Schule hatte Luis ein Praktikum bei einem Elektrobetrieb gut gefallen und so stand für ihnnachdemerstenAusbildungsjahr fest: „Ich wechsle von der Industrie ins Handwerk, falls das überhaupt geht!“ Das ging einfacher als gedacht: Luis bewarb sich erneut bei Huhnold Elektrotechnik.DessenGeschäftsführerReinhard Huhnold fackelte nicht lange: „Ist völlig in Ordnung, wenn man sich erstmal umschaut. So ein großes Unternehmen lockt natürlich. Ich habe mich gefreut, dass Luis sich nochmal gemeldet hat und dass es leicht möglich war, die Ausbildung auf uns umzuschreiben.“ Der Altendiezer Meisterbetrieb wurde 1957 von Klaus Huhnold gegründet. 1995 übernahm Elektromeister Reinhard Huhnold den Betrieb, baute ihnstarkausundsetztedabei stets auf Ausbildung. Herausfordernde Situationen schrecken ihn daher nicht. Zusätzlich halfen ihmdie Ausbildungsberater derHandwerkskammerKoblenz, den Übergang von der Industrie ins Handwerk zu ermöglichen und den Papierkram zu erledigen. Das erste Ausbildungsjahr von Luis wurde komplett anerkannt und schon im Mai 2025 begann er sowohl in der Diezer Berufsschule als auch im Familienbetrieb im Rhein-Lahn-Kreis, seine Ausbildung nun im Handwerk fortzusetzen. Eine goldrichtigeEntscheidung. „Luis lernt schnell, ist hochinteressiert und hat sich sofort ins Team integriert“, schwärmt sein Ausbildungsmeister. „Wir lassen ihn alle unsere Bereiche ganz nach unserem Ausbildungsplan erleben.“ Die Aufgaben sind vielfältig: Der knapp 70 Jahre alte Betrieb hat sich zu einem multifunktionalen Dienstleister für die Elektro- und Kommunikationsbranche entwickelt – von klassischer Elektroinstallation bis zu komplexen Bussystemen (EIB/KNX) und EDV-Netzwerktechnik. VorKurzemstandenbereits dieZwischenprüfungenan. „Daswar viel zu lernen, aber es ist gut gelaufen“, berichtet Luis. „Ichbin heute wirklich froh, dass ich gewechselt habe. Die Atmosphäre imTeam ist genauso, wie ich mir das früher gewünscht habe und es ist ein tolles Gefühl, wenn man auf eineBaustellekommt:Dawirderstmal nur der Baustrom gelegt, irgendwann steht da einHaus und alles funktioniert!“, berichtet er begeistert. Sein Chef glaubt fest an ihn und spricht schon jetzt davon, dass Luis später das Zeug zum Meister hat. Kontakt: Elektro Huhnold Tel. 06432 625 41 www. huhnold-elektro.de Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz zum Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik an info@ huhnold-elektro.de Ausbildungsberatung der HwK Ein Team professioneller Berater begleitet alle Beteiligten gern und intensiv während der Ausbildung. So werden passende Betriebe gefunden, Abbrüche verhindert und ein erfolgreicher Abschluss ermöglicht. DieAusbildungsberatungderHandwerkskammerKoblenz unterstützt Betriebe und Auszubildende von der Suche nach dem perfekten Match über den Abschluss des Vertrags und auf dem gesamten Weg zu einem erfolgreichen Abschluss. Dabei entwickeln die geschulten Experten der HwK gemeinsammit den Betrieben und Auszubildenden „am runden Tisch“ gekonnt und regelmäßig Konzepte in herausforderndenSituationen.Rechtsberatung,Konfliktlösungen, Krisen im schulischen oder privaten Umfeld: mit allenBeteiligtenwerdenvorOrtLösungenerarbeitet, damit ausStolpersteinenkeineunüberwindbarenHürdenwerden. Informationen: ausbildung@hwk-koblenz.de 08 Azubi Luis spürte nach dem Start in der Industrie, dass er sich in einem Familienbetrieb wohler fühlen würde. Unterstützt von Ausbildungsberatern der HwK Koblenz wechselte er zu Huhnold Elektrotechnik.

Schwarzmatte Flächen kombiniert mit Eichenmassivholz zu einem modernen und gleichzeitig warmen Ambiente: Bald wird der bekannte Fahrradhersteller Canyon seine Kunden in neuen, großzügigen Räumlichkeiten begrüßen, die zurzeit in Koblenz entstehen. Hinter der hochwertigen Innenausstattung steckt ein starkes Bekenntnis zum regionalen Handwerk, das perfekt zu Canyons Motto „Aus Koblenz. Direkt vom Hersteller.“ passt. Seit Monaten wird in der Werkstatt der Schreinerei Nollen in Winningen mit großer Präzision und tatkräftiger Unterstützung von drei motivierten Auszubildenden die exklusive Einrichtung nach Maß gefertigt. Wer sich im neuen Canyon-Store künftig vor der großen Medienwand über Neuigkeiten aus der Fahrrad-Welt informiert, nimmtwomöglichPlatz auf einer der stilvollenSitzgelegenheiten aus den Händen der 20-jährigen Pauline Pies. Die designstarke Kassenthekewiederumzeugt vomhandwerklichenGeschick des 22-jährigenLukasWey. Voller Tatendrangwirkte der 20-jährige Paul Frank (imBild links) bei der Anfertigung der Express-Ausgabe-Theke mit – dem Ort, an dem künftig viele Canyon-Bikes ihre Reise zu neuen Abenteuern beginnen. Auch für Tischlermeister und Geschäftsführer Frank Nollen handelt es sich um einen besonderen Auftrag: „Hinter dem edlen Interieur verbirgt sich die hohe Qualität des Tischlerhandwerks – und das lässt sich sowohl sehen als auch spüren.“ 09 Informationen: www.schreinerei-nollen.de www.canyon.com Design nach Maß Gemeinsam mit ihren Auszubildenden fertigt die Schreinerei Nollen die moderne und hochwertige Einrichtung für das neue „Canyon E-Performance Center Koblenz“ an. ANZEIGE

Mit Erfindergeist hoch hinaus Eine Idee, die überzeugt: Nach dem Innovationspreis Rheinland-Pfalz wurde Dachdeckermeister Ronny Stein nun auch mit dem Bayerischen Staatspreis für sein zumPatent angemeldetesTransportsystem geehrt. „Die Sicherheit imStraßenverkehr zu erhöhen, war eine wesentliche Motivation für die Entwicklung“, berichtet der 47-Jährige aus Bruschied im Landkreis BadKreuznach. „Die speziell entwickelten Aluminiumkonstruktionen stabilisieren die Ladung und sind für die einfache Aufnahme mit Gabelstapler, Hubwagen oder Kran konzipiert. Für jeden Zweck gibt es die passende Lösung: Während die ‘Schweiß Box’ das Verrutschen und Verformen von Schweißbahnrollen beim Transport verhindert, dient die ‘Lager Box’ der sicheren Aufbewahrung von Rollen und Materialien. Die ‘Multi Box’ sichert verschiedenste Güter mit Gurten und die geschlossene ‘Safe Box’ schützt vor unbefugtem Zugriff.“ VomPrototypzumerstenVerkauf aneinen regionalen Baustoffhändler vergingen zwei Jahre. „Heute sind über 150 Transportboxen im Einsatz. Die Nachfrage war zeitweise so hoch, dass die Produktion kaum nachkam. Zum Kundenstamm, der künftig europaweit wachsen soll, zählt bereits das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“, erklärt Stein. „Waswir nicht haben, das wurde noch nicht erfunden“, lautet sein selbstbewusstes Motto. „Unser ‘BandFix’, einAbroller für selbstklebende Nageldicht- und Entkopplungsbänder, folgt demselben Prinzip: Arbeitsabläufe optimieren und effizient gestalten.“ Inspiration für solche pragmatischenLösungen und durchdachte Werkzeuge „aus der Praxis für die Praxis“ erhält Ronny Stein direkt auf den Baustellen seines Dachdeckerbetriebs. Den notwendigen Rückhalt fürdiesenErfindergeist findet erbei seinem zehnköpfigen Team, das seit letztem Jahr um drei motivierte Nachwuchstalente gewachsen ist. DasHandwerkbietet vieleMöglichkeiten. „Da ist es eineguteSache, unterschiedliche Bereiche auszuprobieren, bis der passende Beruf gefunden ist“, rät die 17-jährige Lara Ciechowski (im Bild 2. v. r.). Ihrer Entscheidung für das Dachdeckerhandwerkgingen abwechslungsreichePraktika voraus, beispielsweise als Maler und Lackiererin, Maurerin und Zimmerin. Ein Appell, demsich ihrAzubi-Kollege Silvio Damian Schiel nur anschließen kann. „Einfach mal ausprobieren – und den Mut haben, neueWege zu gehen, wenn es nicht das Richtige war“, erklärt der 17-Jährige, der zuvor bereits verschiedene Gewerke für sich ausgelotet hatte. Auch für die 18-jährige Zoe Müller stand schon früh fest, dass sie einen handwerklichen Beruf ergreifenmöchte. So führte sie ihrWeg auf Dächer weit über die Region hinaus. „Der Job macht großen Spaß, denn jeder Tag bringt etwas Neues und man lernt ständig dazu“, schwärmt sie von derVielseitigkeit ihres Arbeitsalltages. Ronny Stein ist begeistert von dem Engagement seiner drei Schützlinge: „Wer Interesse an Maschinen und handwerkliches Geschick mitbringt, gerne unter freiemHimmel arbeitet undetwasbewegen will, findet im Dachdeckerhandwerk eine berufliche Zukunft mit Perspektive.“ Kontakt: Ronny Stein Dachdeckermeister Tel. 06544 990 350 www.ronny-stein. com Mit dem Handwerk in die weite Welt Die Mobilitätsberatung der HwK Koblenz unterstützt Auszubildende bei Auslandspraktika und der Beantragung von Stipendien – zum Beispiel für einen Aufenthalt im irischen Limerick. Ein Auslandspraktikum während der Ausbildung ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um wertvolle Berufs- und Lebenserfahrungen zu sammeln. Der 22-jährige Land- undBaumaschinenmechatroniker Julius Süßmeyer (Bild) aus Nauort ergriff die großartige Chance und reiste dazu nach Irland. Bei der Organisation unterstützten ihn die Mobilitätsberater derHandwerkskammer (HwK)Koblenz imRahmen des Projektes „Berufsbildung ohneGrenzen“. Mit engagierten Partnern in über 30 Ländern vermittelt die HwK Koblenz geeignete Praktikumsplätze und hilft bei der Beantragung von Stipendien. Informationen: www.hwk-koblenz.de/mobira 10 Im Betrieb von Dachdeckermeister Ronny Stein (im Bild rechts) treffen innovative Lösungen auf motivierte Nachwuchstalente: die perfekte Mischung für Fortschritt und berufliche Perspektive.

Schon immer war Mari-Linn Oerter kreativ gewesen. Jahrelang schmückte ein kindliches Frühwerk die Treppenstufen in ihrem Elternhaus, nachdem ein Permanentmarker bei einer Malaktion durch das Papier durchgeschlagen war. Die Entscheidung, ihr Fachabitur auf einer Schule mit Schwerpunkt Gestaltung zu absolvieren, lag daher nahe. Doch welcher Beruf es genau sein sollte, das standnochnicht fest. Es hätte auchdieBühnenbildnerei werdenkönnen. VerschiedenePraktika gabenAufschluss; das im Hachenburger Highlight Studio von Bianca Richter lieferte den entscheidenden Impuls: DieWahl fiel auf die Produktfotografie. Letztes Jahr schloss Mari-Linn ihre Ausbildung erfolgreich ab und belegte mit ihrem Prüfungsstück den ersten Platz auf Landesebene der „DeutschenMeisterschaft imHandwerk – German Craft Skills“. Heute genausowie früher bietet derArbeitsalltagder 24-Jährigen jede Menge Abwechslung. Mal lichtet sie Produkte für Kataloge ab, mal dreht sie Imagefilme. Sie erstellt Social Media Content, schreibt Drehbücher oder baut Kulissen – im Studio oder bei Kunden. Bis nach Spanien ist sie dafür bereits gereist. Sie hat ihre Berufung gefunden. Allen, die noch auf der Suche nach dem Traumberuf sind, rät Mari-Linn, die eigenen Interessen zu erkunden. „Praktika sind eine großartige Möglichkeit, um erste Erfahrungen zu sammeln“, berichtet sie überzeugt und fügt hinzu: „Selbst Praktika im selben Beruf, aber bei verschiedenen Betrieben, sindeinegute Idee, denn jedesUnternehmenhat andere Strukturen, Projekte und Schwerpunkte.“ 11 Kontakt: Highlight Fotostudio, Tel. 02662 9443 353, www.highlightstudio.de Details und Anmeldung zur Deutschen Meisterschaft im Handwerk 2026: www.hwk-koblenz.de/dmh Traumberuf im Fokus Fotografin Mari-Linn Oerter folgte ihren Interessen und ließ sich durch praktische Erfahrungen leiten, um ihre persönliche Berufung zu entdecken. ANZEIGE ÜBERHOLSPUR 2

191 Jahre alt und doch soooo jung Füttert man Internetsuchmaschinen mit dem Wort „Dorfschmied“, zeigt die Bildergalerie hundertfach muskelbepackte Hünen mit schwingendem Hammer und rotglühendenEisen.DasTraditionsbilddes Schmiedehandwerks sieht alles Mögliche vor, nur keine Frauen. Das galt 191 Jahre langauchfürdieSchlossereiPauly,1835als Dorfschmiede inMeckenbach imheutigen LandkreisBadKreuznachgegründet.Doch nun ist diese Tradition Geschichte. Emely Selzer wird zwar nicht zur „Dorfschmiedin“ ausgebildet, denn das Berufsbild hat sich – selbstverständlich! – weiterentwickelt und wird heute alsMetallbau beschrieben. „Kraft sollte man aber schon mitbringen“, verrät die 20-Jährige. Doch auch zeichnerisches Verständnis und räumliche Vorstellungskraft zählen dazu. Und natürlich Fachwissen in der Bearbeitung des Werkstoffs Metall. Auf die Idee, Metallbauerin zu werden, hat sie die Oma gebracht.Mit ihremAusbildungsbetrieb ist siehochzufriedenundschätzt das–zumeist männliche – Team. „Das passt schon, denn was hier zählt, ist Leistung.“ Sieben Lehrlinge erlernen aktuell in der Schlosserei Pauly ihr Handwerk. „Wir bilden unsere Mitarbeiter selbst aus.Dasgarantiert einhohes fachliches Niveau“, erklärt Geschäftsführer Ingo Pauly die Lehrlings-Offensive. BeiderAnspracheJugendlicherkannersich auch auf Tochter Lisa verlassen, 34 Jahre alt und seit drei Jahren im Unternehmen. „Ohne soziale Medien geht hier nichts mehr. Wir nutzen insbesondere Insta und Facebook“, erklärt die Juniorchefin. Der Erfolg gibt dem Unternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern recht in der Strategie der Nachwuchsgewinnung. Auch für dieses Jahr sind bereits zwei Lehrlinge fix, „einen dritten würden wir zusätzlich einstellen“, unterstreicht IngoPauly. Der Betrieb bildet sowohlMetallbauerausalsauchTechnische Systemplaner. Damit die Hürden für das Bewerbungsverfahrennichtallzuhochsind, hat der Betrieb auch hier einfache Regeln: Zeugnis einscannen und ein paar Zeilen schreiben, fertig. DemAusbildungsvertrag geht ein Praktikum voraus, „das sorgt für Sicherheit auf beiden Seiten. Wir lernen die jungenMenschen und ihre Fähigkeiten kennen, sie uns, das Team und natürlich auch die Arbeit.“ Hier punktet die „alte Dorfschmiede“ mit Hightech. Gleich mehrere Laser-Bearbeitungsbereiche sind Teil der Werkstatteinrichtung. Am Computer via CAD entworfen, gehen die Daten direkt an die Laserschneidanlagen und werden dort verarbeitet. „Das spricht natürlich Jugendliche an, wenn sie unsere hochmoderne Einrichtung sehen“, weiß Ingo Pauly. An zwei Standorten ist das Unternehmen zu Hause und bedient insbesondere gewerbliche Kundenwünsche bis hin zum Weltmarktkonzern. So greift das größte globale Pharmaunternehmen aus den USA bei seinem 3 Mrd.-Euro-Neubau in Alzey aufLeistungenderPaulyszurück.Wasauch bedeutet: neben der Fertigung geht es auf Montage. Die jungen Leute im Unternehmen schätzen das, „denn der Alltag ist sehr abwechslungsreich“, berichten Emely und ihremännlichenMitstreiter Peter,Dominic undLeon, alle imzweitenAusbildungsjahr. Die Schlosserei Pauly stellt quasi die ganze Berufsschulklasse, denn sechs von neun LehrlingensindPaulyaner.Diebrennen für ihr Handwerk: „Einen anderen Beruf kann Kontakt: Horst Pauly Schlosserei GmbH Tel. 06752 131 383 www.schlosserei- pauly.de Termine: Handwerk live erleben Die Azubispots am Deutschen Eck in Koblenz stehen in wenigen Tagen an und das Berufe-Festival lockt im Herbst nach Bad Kreuznach. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die nächsten Azubispots stehen direkt vor der Tür: Am Dienstag, 9. Juni, verwandeln sie das Deutsche Eck in Koblenz in eine Erlebnismeile rund um Ausbildung und duales Studium. Die Veranstaltung wird von der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, der IHK Koblenz und der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen angeboten. Und: Mitgliedsbetriebe können sich schon jetzt bei der HwK Koblenz für das nächste Berufe-Festival (kleines Bild) anmelden. Das findet am 30. Oktober im Haus des Handwerks in Bad Kreuznach statt. Kontakt bei der HwK Koblenz: florian.wagner@ hwk-koblenz.de, Tel. 0261 398-336 12 Unter den 60 Mitarbeitern zählt die Schlosserei Pauly aus Meckenbach und Kirn sieben Lehrlinge – ein Rekordwert. Warum der Metallbauer genügend fachlichen Nachwuchs hat, verraten Chef Ingo Pauly (links) und dessen Tochter Lisa (rechts). ich mir nicht vorstellen“, sagt Dominic Buch. „Das wurde mir quasi in dieWiege gelegt, denn auchmeinVater istMetallbauer.“AmEnde des Tages ein Ergebnis vorweisen können, seine eigene Leistung begutachten – das ist ein Hauptmotiv für den Weg ins Handwerk. Damit verbinden sich auch Anerkennung sowie Zufriedenheit. So wundert es nicht, dass die befragten Lehrlinge ihre Zukunft im Familienbetrieb sehen, das in neun Jahren seinen 200. Geburtstag feiern wird. Einen Teil der Geschichte schreiben sie nun selbst mit … Vier der sieben Lehrlinge im Unternehmen (ab 2. von links): Leon Schmoldt, Emely Selzer, Peter Halberstadt und Dominic Buch.

13 ANZEIGEN ANZEIGEN Freie Stellen findet man in der Lehrstellen- und Praktikumsbörse der Handwerkskammer Koblenz unter: www.hwkkoblenz.de/ lehrstellen Aktuell sind dort 777 freie Ausbildungsplätze und 2.844 Praktika im Angebot. Handwerk greifbar nah 80 Betriebe belebten die Innenstadt und sorgten für ein „Volksfest des Handwerks“ mit überraschend vielen Bewerbungen, großer Resonanz und zufriedenen Ausstellern. Die erste „Handwerksmesse2.0“ imneuen Innenstadtformat hat inKoblenz für große Begeisterunggesorgt unddieErwartungen deutlich übertroffen. Drei Tage lang präsentierten rund 80 Betriebe aus Koblenz und der Region ihr Können mitten im Stadtzentrum. Sie verwandelten Plätze und Straßen auf einer Fläche von etwa 70.000 Quadratmetern in eine lebendige Erlebnismeile. Nach mehr als 20 Jahren ohneHandwerksmesse zeigte sich schnell: Das neue Konzept kommt hervorragend an. Tausende Besucher machten sich am Wochenende auf den Weg, um den ausgeschilderten Messerundgang durch die Innenstadt zu entdecken. Zwischen Görresplatz, Münzplatz, Jesuitenplatz und Zentralplatz konnten sie Handwerk liveerleben–vomtraditionellen Elfenbeinschnitzer undDrechsler bis zum modernen Bootsbauer. Vor Ort wurde frisiert, Brot imHolzofengebacken, Schiefer bearbeitet oder an Kunsthandwerk gearbeitet, häufigmit Mitmachangeboten. Die intensive Begegnung zwischen Betrieben und Besuchern sorgte für viel Austausch und echtes Interesse am Handwerk. Viele Betriebe berichteten sogar, dass sie direkt auf der Messe Bewerbungsmappen erhalten haben. AmEnde fasste das Teameines Unternehmens zusammen,wasdiemeisten Standbetreiber berichteten: „Wir hatten unglaublich intensive Kundengespräche, es gab einen tollenMix an Ständen. Das ist viel besser als auf einem Messegelände!“ Auch die Spitze der Handwerkskammer (HwK) Koblenz ist von der Premiere begeistert. Gemeinsam mit regionalen Partnern soll das Konzept dazu beitragen, die Bedeutung desHandwerks fürWirtschaft, Ausbildung und Lebensqualität in der Region zu stärken: „Die Idee klang so einfach wieüberzeugend”,meinteHwK-Präsident Kurt Krautscheid. HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich freute sich, dass das Konzept, Handwerk hautnah zu präsentieren, optimal funktioniert hat, „denn genau das entspricht demWesen vonHandwerk, das traditionell Teil der städtischen Wirtschaftskultur war und ist.“ www.jung-kraemer.de mehr • Photovoltaik • Heizung • Sanitär • Solar • Kundendienst 57644 Hattert Tel. 0 26 62 / 79 11 Wärme und mehr • • Sola saniTär-heizung-Klima Rheinhessenstraße 60 – 55545 Bad Kreuznach – Telefon (0671) 61315 Fax (0671) 75261 – E-Mail: service@lauermann.org – http://www.lauermann.org Setz auf echtes Wohlfühlklima! – heute und für die Zukunft! Billigkann jeder, Qualität nur der Profi. Mit Meisterhand gefertigt, fair kalkuliert und spürbar besser. Unsere Leistungen im Überblick: • Schanktheken & Bierdruckanlagen • Froster & Gärunterbrecher • Klimaanlagen & Kühlräume • Wärmepumpen & Kühlzellen Tel Neugierig? - Scan den QR-Code! Eis Pickel – Ihr Kälte- und Klimatechnik-Fachbetrieb. Zuverlässig. Kompetent. Regional. Telefon: 02662/5078315 - info@eis-pickel.de www-eis-pickel.de energie & umWelT Fachberatung und Qualitätsarbeit vom Spezialisten! Unser Sekretariatsservice entlastet Sie – EFFIZIENT, FLEXIBEL, KUNDENORIENTIERT: Transparente Preise. Klare Abläufe. Mehr Zeit fürs Wesentliche. JETZT BERATEN LASSEN. info@rz-kundenservice.de। rz-kundenservice.de Professionelle Anrufannahme – in Ihrem Namen Anfragen erfassen – Informationen klar weiterleiten Servicetermine vereinbaren – Auslastung optimieren Angebote nachfassen – mehr Abschlüsse sichern Zufriedenheitsanrufe – Qualität sichtbar machen 0261 9836-103 WIR ÜBERNEHMEN DAS. HANDWERK BRAUCHT ERREICHBARKEIT.

Das „Wir“ macht den Unterschied „Schon viermal sagte ich: ‘Das ist mein letzterAzubi’, docheskamimmer anders“, berichtet der 64-jährige Schlossermeister Rainer Girmann gut gelaunt. „Es ist mir wichtig, junge Menschen auf dem Weg in ihr Berufsleben zu unterstützen.“ In der gleichnamigen Schlosserei mit sieben Mitarbeitern wurden in Montabaur so bereits zahlreiche Erfolgsgeschichten geschrieben. „Es ist jedes Mal eine große Freude, wenn sich die Jugendlichen bei uns zu jungen Erwachsenen entwickeln und ihre Lehre erfolgreich beenden. Denn mit demAbschluss können sie überall auf der Welt auftreten.“ WährendderAusbildungzumMetallbauer gibt es imWesterwälderHandwerksbetrieb viel zu entdecken. DasLeistungsspektrum ist von aufwendigenKunstschmiedearbeiten bis moderner Metallgestaltung breit aufgestellt. Daneben ist die im Jahr 1961 gegründeteSchlosserei alsSchlüsseldienst auf Sicherheitstechnik spezialisiert und in der Liste der „Unternehmen für mechanischeSicherungseinrichtungen“desLandeskriminalamtes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sowohl die vielfältigen Aufgaben als auch „das starkeGemeinschaftsgefühl, das durch einen respektvollen Umgang, eineoffeneKommunikationundgegenseitige Unterstützung entsteht“, wie Ehefrau Karin Girmann erklärt, „motivieren viele Auszubildende dazu, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.“ „Besonders die Zusammenarbeit mit den Kollegen und die sichtbaren Ergebnisse meiner Arbeit schätze ich sehr“, betont der 53-jährige Sergey Herdt (im Bild rechts). Er war der erste Auszubildende von Rainer Girmann, nachdem dieser den Betrieb im Jahr 1990 von seinem Vater Stefan übernommen hatte. Seinen Erfahrungsschatz aus über 35 Jahren Betriebszugehörigkeit gibt Herdt an seine jungen Kollegen weiter. „Von Anfang an durfte ich aktiv mitarbeiten“, erinnert sich Elias Perscheid (im Bild 2. von rechts) an seine Ausbildungszeit zurück, an die sich später die Fortbildung zumMeister bei der Handwerkskammer Koblenz anschloss. DaserworbeneKnowhowkannder22-Jährige nun nicht nur bei anspruchsvollen AufgabenwiederAuftragsplanungundder Angebotserstellung anwenden, sondern es darüber hinaus an die nächste Generation engagierter Fachkräfte vermitteln. „Es ist großartig zu sehen, wie schnell die Azubis neues Wissen eigenständig umsetzen – so wie Ali.“ Als Minderjähriger war Ali Al-Mohmad (Bildmitte) ohne Eltern aus Syrien nach Deutschland gekommen. Nach vorangegangenem Sprachunterricht bewarb er sich schließlich bei der Schlosserei. „Bereits in der ersten Praktikumswoche überzeugteAli durch seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft“, berichten die Girmanns. Vor wenigenMonaten startete der 18-Jährige in seine „berufliche Zukunft, die es in meinem Heimatland für mich nicht gab“. Er ist ein weiteres Mitglied des Familienbetriebs geworden, für den ein starker Zusammenhalt auch über die Arbeit hinaus ein wesentlicher Pfeiler der Unternehmenskultur ist. „Man muss durchziehenundweitermachen, auchwenn manvor großenHerausforderungen steht“, ermutigt er andere, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Kontakt: Schlossermeister Rainer Girmann Tel. 02602 5404 www.schlossereigirmann.de Internationale Fachkräfte begleiten Auszubildende und Mitarbeiter aus dem Ausland: Damit der Weg durch die Formalitäten gelingt, bietet die HwK Koblenz gezielte Unterstützung und hilft, die bürokratischen Hürden sicher zu nehmen. InternationaleNachwuchs- undFachkräfte sind einewertvolle Stütze für das Handwerk, doch für eine erfolgreiche Beschäftigung müssen einige rechtliche Weichen richtig gestellt werden. Stefan Gustav, Experte für Berufsanerkennung bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, rät: „Für ein Praktikum ist es beispielsweise notwendig, vorab zu prüfen, dass der aktuelle Aufenthaltstitel eine Arbeitserlaubnis umfasst.Mit bestehendemAusbildungsverhältnis kann dann eine Ausbildungsduldung beantragt werden. Durch denWechsel desAufenthaltstitels sollte so bis zum Ende der Lehrzeit der Verbleib des Auszubildenden in Deutschland gesichert sein.“ Auch im Anschluss sei Handeln gefragt: „Nach dem Ausbildungsabschluss ist es wichtig, schnellstmöglich den Aufenthaltsstatus für Fachkräfte zu beantragen, um den Übergang in die Festanstellung proaktiv in die Wege zu leiten.“ Handwerksbetriebe können sich für ihre Mitarbeiter hierbei von der HwK Koblenz unterstützen lassen. Im Rahmen verschiedener Angebote wie dem „Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung“, dem „Regionalen Integrationsnetzwerk für internationale Arbeitskräfte in RLP“ oder auch dem „Regionalen Integrationsnetzwerk Willkommens- und Anerkennungskultur internationaler Arbeitskräfte inRLP“ begleitendieProjektmitarbeiter der HwKKoblenzHandwerksbetriebebei derArbeitsmarktintegration von Mitarbeitern ausländischer Herkunft. Zu den Projektförderern zählen starke Partner, darunter die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Informationen und Kontakt: Cynthia Kütscher, Tel. 0261 398-722, cynthia.kuetscher@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de/berufsanerkennung 14 In der Schlosserei Girmann wird das Miteinander großgeschrieben. Mit diesem einfachen, aber wirkungsvollen Rezept haben (im Bild von links) Karin und Rainer Girmann schon vielen jungen Menschen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft geebnet. Einige von ihnen sind dem Familienbetrieb bis heute treu.

Gewerbliche Immobilienvermittlung? Machen wir! Wir unterstützen Sie beim Kauf, Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung einer gewerblichen Immobilie. Setzen Sie auf unser Know-how und unsere Marktkenntnis. Von Profis für Profis! sparkasse-koblenz.de/ immobilienvermittlung Erfolgreich im Gewerbeimmobilienmarkt: Die Sparkasse Koblenz als starke Partnerin für Unternehmen Die Sparkasse Koblenz ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im wohnwirtschaftlichen Immobilienmarkt der Region. In den vergangenen Jahren hat sie ihr Leistungsportfolio konsequent erweitert und sich auch in der gewerblichen Immobilienvermittlung erfolgreich positioniert. Durch gezielte Investitionen in Fachwissen, Beratungsqualität und Netzwerke bietet sie Unternehmen einen umfassenden Rundum-Service. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das spezialisierte Maklerteam. Alle gewerblichen Immobilienberater sind geprüft und durch die Europäische Immobilienakademie zertifiziert. In enger Zusammenarbeit mit den Finanzierungsexperten der Sparkasse Koblenz entwickeln sie gemeinsam mit den Kunden individuelle Lösungen – von der Standortanalyse über Nutzungskonzepte bis hin zur Finanzierung. „Die Gewerbeimmobilienbranche ist komplex und stellt Unternehmen vor viele Herausforderungen. Mit unserer langjährigen Erfahrung und spezialisierten Beratern bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen in der Region“, erklärt Frank Roth, stellvertretendes Vorstandsmitglied und Bereichsleiter Private Banking, Immobilien- und Versicherungsgeschäft. Der Beratungsbedarf ist hoch: Homeoffice verändert den Flächenbedarf, Nachhaltigkeit rückt in den Fokus, Unternehmensnachfolgen führen zu Immobilienbewegungen und Standortfragen gewinnen an strategischer Bedeutung. Hinzu kommen Entscheidungen über Kauf, Miete oder Pacht. Beim Erwerb von Gewerbeimmobilien spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle – von Lage, Genehmigungen und Verkehrsanbindung über Flexibilität der Flächen bis hin zu Bausubstanz, Infrastruktur und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kommune. „Wir begleiten unsere Kunden von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung ihres Immobilienprojekts mit Kompetenz, Verlässlichkeit und einem starken Netzwerk“, fasst Frank Roth zusammen. Frank Roth, Bereichsleiter Immobilien- und Versicherungsgeschäft, Private Banking und stellvertretendes Vorstandsmitglied Foto: Berlin&Cramer

Wandern auf der Cochemer Ritterrunde Die Mosel windet sich in eleganten Schleifen durch eine der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands. Hoch über demFluss thront die Reichsburg Cochem, während schmale Pfade durch Wälder, Weinberge und felsige Höhen führen – die Cochemer Ritterrunde verspricht ein Wandererlebnis voller Geschichte und Panorama. „Wer einmal denBlickvondenHöhenüber dieMosel schweifen ließ, wird ihn nie vergessen.“ – so oder so ähnlich könnte man dieFaszinationdieserRegionbeschreiben. Die rund 18 Kilometer lange Cochemer Ritterrundeverbindet eindrucksvolleNatur mitmittelalterlichemFlair.Anspruchsvoll, aber lohnend führt der Weg rund um die Moselstadt Cochem und eröffnet dabei immer wieder neue Perspektiven auf das Flusstal. Steile Anstiege, schmale Waldpfade und weite Höhenzüge machen dieseTour zu einemabwechslungsreichen Erlebnis für Wanderer. Die Ritterrunde verdankt ihren Namen der reichen Geschichte rund um die Reichsburg, die seit Jahrhunderten über Cochem wacht. Einst Sitz von Kurfürsten und Schauplatz bewegter Zeiten, erzählt sie von Macht, Handel und strategischer Bedeutung entlang der Mosel. Heute begleitet sie uns als imposante Kulisse auf weiten Teilen der Strecke. Doch nicht nur Geschichte prägt diese Wanderung – auch der Weinbau ist allgegenwärtig. Die steilen Hänge, auf denen seit Generationen Riesling gedeiht, verleihenderLandschaft ihrenunverwechselbaren Charakter. Unser Weg beginnt direkt in der Altstadt von Cochem. Noch ruhig liegen die verwinkelten Gassen im weichen Morgenlicht. Fachwerkfassaden schmiegen sich dicht aneinander und erzählen von JahrhundertengelebterGeschichte.Kleine Plätze, liebevoll restaurierte Häuser und detailreiche Erker prägen das Bild dieser charmanten Moselstadt. Auffallend ist dabei auch das bis heute lebendige Handwerk: Traditionsreiche Betriebe – von Tischlereien über Weingüter bis hin zu Fortsetzung auf Seite 17 Foto: Photo-Herzmann Kontakt: Klaus Herzmann Tel. 0172 6513 378 www.photo- herzmann.eu Die Cochemer Reichsburg Weithin sichtbar thront die Reichsburg (großes Bild) über der Stadt Cochem. Unmittelbar an der Mosel gelegen, wurde die Reichsburg vor rund 900 Jahren auf einem 154 Meter hohen Kegelberg errichtet. Im 17. Jahrhundert zerstört, wurde sie zwischen 1868 und 1877 wieder aufgebaut. Heute ist sie ein geschütztes Kulturdenkmal und kann besichtigt werden. Mehr Informationen unter: www.reichsburg-cochem.de Fotograf und Reisejournalist Klaus Herzmann lädt traditionell in der Sommerausgabe ein, die Region mit ihren Handwerksbetrieben (und Lehrlingen!) kennenzulernen, diesmal entlang der Cochemer Ritterrunde. Foto: Photo-Herzmann 16

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