Das „Wir“ macht den Unterschied „Schon viermal sagte ich: ‘Das ist mein letzterAzubi’, docheskamimmer anders“, berichtet der 64-jährige Schlossermeister Rainer Girmann gut gelaunt. „Es ist mir wichtig, junge Menschen auf dem Weg in ihr Berufsleben zu unterstützen.“ In der gleichnamigen Schlosserei mit sieben Mitarbeitern wurden in Montabaur so bereits zahlreiche Erfolgsgeschichten geschrieben. „Es ist jedes Mal eine große Freude, wenn sich die Jugendlichen bei uns zu jungen Erwachsenen entwickeln und ihre Lehre erfolgreich beenden. Denn mit demAbschluss können sie überall auf der Welt auftreten.“ WährendderAusbildungzumMetallbauer gibt es imWesterwälderHandwerksbetrieb viel zu entdecken. DasLeistungsspektrum ist von aufwendigenKunstschmiedearbeiten bis moderner Metallgestaltung breit aufgestellt. Daneben ist die im Jahr 1961 gegründeteSchlosserei alsSchlüsseldienst auf Sicherheitstechnik spezialisiert und in der Liste der „Unternehmen für mechanischeSicherungseinrichtungen“desLandeskriminalamtes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sowohl die vielfältigen Aufgaben als auch „das starkeGemeinschaftsgefühl, das durch einen respektvollen Umgang, eineoffeneKommunikationundgegenseitige Unterstützung entsteht“, wie Ehefrau Karin Girmann erklärt, „motivieren viele Auszubildende dazu, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.“ „Besonders die Zusammenarbeit mit den Kollegen und die sichtbaren Ergebnisse meiner Arbeit schätze ich sehr“, betont der 53-jährige Sergey Herdt (im Bild rechts). Er war der erste Auszubildende von Rainer Girmann, nachdem dieser den Betrieb im Jahr 1990 von seinem Vater Stefan übernommen hatte. Seinen Erfahrungsschatz aus über 35 Jahren Betriebszugehörigkeit gibt Herdt an seine jungen Kollegen weiter. „Von Anfang an durfte ich aktiv mitarbeiten“, erinnert sich Elias Perscheid (im Bild 2. von rechts) an seine Ausbildungszeit zurück, an die sich später die Fortbildung zumMeister bei der Handwerkskammer Koblenz anschloss. DaserworbeneKnowhowkannder22-Jährige nun nicht nur bei anspruchsvollen AufgabenwiederAuftragsplanungundder Angebotserstellung anwenden, sondern es darüber hinaus an die nächste Generation engagierter Fachkräfte vermitteln. „Es ist großartig zu sehen, wie schnell die Azubis neues Wissen eigenständig umsetzen – so wie Ali.“ Als Minderjähriger war Ali Al-Mohmad (Bildmitte) ohne Eltern aus Syrien nach Deutschland gekommen. Nach vorangegangenem Sprachunterricht bewarb er sich schließlich bei der Schlosserei. „Bereits in der ersten Praktikumswoche überzeugteAli durch seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft“, berichten die Girmanns. Vor wenigenMonaten startete der 18-Jährige in seine „berufliche Zukunft, die es in meinem Heimatland für mich nicht gab“. Er ist ein weiteres Mitglied des Familienbetriebs geworden, für den ein starker Zusammenhalt auch über die Arbeit hinaus ein wesentlicher Pfeiler der Unternehmenskultur ist. „Man muss durchziehenundweitermachen, auchwenn manvor großenHerausforderungen steht“, ermutigt er andere, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Kontakt: Schlossermeister Rainer Girmann Tel. 02602 5404 www.schlossereigirmann.de Internationale Fachkräfte begleiten Auszubildende und Mitarbeiter aus dem Ausland: Damit der Weg durch die Formalitäten gelingt, bietet die HwK Koblenz gezielte Unterstützung und hilft, die bürokratischen Hürden sicher zu nehmen. InternationaleNachwuchs- undFachkräfte sind einewertvolle Stütze für das Handwerk, doch für eine erfolgreiche Beschäftigung müssen einige rechtliche Weichen richtig gestellt werden. Stefan Gustav, Experte für Berufsanerkennung bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, rät: „Für ein Praktikum ist es beispielsweise notwendig, vorab zu prüfen, dass der aktuelle Aufenthaltstitel eine Arbeitserlaubnis umfasst.Mit bestehendemAusbildungsverhältnis kann dann eine Ausbildungsduldung beantragt werden. Durch denWechsel desAufenthaltstitels sollte so bis zum Ende der Lehrzeit der Verbleib des Auszubildenden in Deutschland gesichert sein.“ Auch im Anschluss sei Handeln gefragt: „Nach dem Ausbildungsabschluss ist es wichtig, schnellstmöglich den Aufenthaltsstatus für Fachkräfte zu beantragen, um den Übergang in die Festanstellung proaktiv in die Wege zu leiten.“ Handwerksbetriebe können sich für ihre Mitarbeiter hierbei von der HwK Koblenz unterstützen lassen. Im Rahmen verschiedener Angebote wie dem „Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung“, dem „Regionalen Integrationsnetzwerk für internationale Arbeitskräfte in RLP“ oder auch dem „Regionalen Integrationsnetzwerk Willkommens- und Anerkennungskultur internationaler Arbeitskräfte inRLP“ begleitendieProjektmitarbeiter der HwKKoblenzHandwerksbetriebebei derArbeitsmarktintegration von Mitarbeitern ausländischer Herkunft. Zu den Projektförderern zählen starke Partner, darunter die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Informationen und Kontakt: Cynthia Kütscher, Tel. 0261 398-722, cynthia.kuetscher@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de/berufsanerkennung 14 In der Schlosserei Girmann wird das Miteinander großgeschrieben. Mit diesem einfachen, aber wirkungsvollen Rezept haben (im Bild von links) Karin und Rainer Girmann schon vielen jungen Menschen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft geebnet. Einige von ihnen sind dem Familienbetrieb bis heute treu.
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