Hölzerne Familienbande Eigentlich ist diese Geschichte schnell erzählt: Leonie Bothe wird aktuell durch Meister Olaf Wolf zur Tischlerin ausgebildet. So wie einst Lehrling Olaf Wolf durch Meister Manfred Lichtenberg ausgebildet wurde. Manfred wiederum ist der „Opa“ von Leonie. So griff und greift die Biografie von zwei Familien imWesterwald über das Tischlerhandwerk ineinander. Lehrling Olaf Wolf bestand seine Gesellenprüfung 1990 und arbeitete anschließend in der Tischlerei Lichtenberg in Niederelbert noch einige Jahre. 1998 folgte die Meisterprüfung. SeinenAusbilder undArbeitgeberLichtenberg beschreibt er noch heute als einen „sehr kreativen,künstlerischhochbegabtenTischlermeister, derauchAufträgeübernahm, die extremanspruchsvoll waren.“ In derWerkstatthingenüberall selbstgemalteBilder.An diese kann sich die 2007 geborene Leonie Bothe noch gut erinnern. Denn auch, wenn ihr„Opa“–dereigentlichderLebensgefährte ihrer Oma, für Leoni aber wie ein Opa war – beizeiten den aktiven Betrieb einstellte, blieb die Werkstatt im Ursprung erhalten. „Ichhabemichdamalseher fürdieGemälde interessiertundweniger fürdieMaschinen.“ Olaf Wolf war da schon selbstständig. 1999 gründete er ein eigenes Unternehmen mitten in Moschheim. „Den Kontakt zu den ehemaligen Lichtenberg-Mitarbeitern gibt es bis heute“, geht Wolf auf das gute Betriebsklimaeinundmantrifftsichjährlich mindestens einmal zum Stammtisch. 2022 verstarb Manfred Lichtenberg. Seine Stief-Enkelin absolvierte 2025 das Abitur. Und begann die Tischlerlehre bei Olaf Wolf. „Eine gute Entscheidung und ich bin hier sehr zufrieden“, resümiert sie gegen Ende des ersten Ausbildungsjahres. DieBetriebsstruktur isteinklarerPluspunkt: nebenWolfgibtesmitdem24-jährigenTom Isola einen weiteren Meister. Und Leonie. Diekannalsoansprechen,wensiemöchte… esantwortet immereinMeister!„Ichdarfhier bereitsvielVerantwortungübernehmenund werde in alle Projekte eingebunden“, freut sich die 19-Jährige. Kunden in der näheren Umgebung, aber auch im Kölner oder BerlinerRaumund sogar amitalienischenLago Maggiore greifen auf die Arbeiten der Westerwälder Tischlerei zurück. Ob einzelnes Möbelstückoder ganzeEinbautenbis hinzu Reparaturen, „wir sind dafür bestens technisch und personell aufgestellt“, schwärmt ChefOlaf.UndsoistlängstauchdasInteresse seiner jüngstenMitarbeiterin Leonie an den eingesetztenMaschinen geweckt.Waren es früher „Opas“ Bilder, die faszinierten, sind esnundieKreissägenoderCNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen. Die Zeiten ändern sich … doch eins hat hier eine verlässliche Konstanz: das Tischlerhandwerk verbindet seit Jahrzehnten zwei Familien über die gemeinsame Arbeit. Kontakt: Schreiner Wolf Tel. 02602 951 410 www. schreiner-wolf.de Land fördert Ausbildung Die Landesregierung stärkt die Ausbildung im Handwerk mit einer Förderung in Höhe von 1,7 Mio. Euro für die überbetriebliche Berufsausbildung bei der Handwerkskammer Koblenz. Die bisherige Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Petra Dick-Walther (Foto Bildmitte zusammen mit Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich rechts und Präsident Kurt Krautscheid) hat zwei Förderbescheide an die Handwerkskammer (HwK) Koblenz übergeben. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt damit die laufenden überbetrieblichen Berufsausbildungsmaßnahmen im Handwerk im Jahr 2026 in der Grundstufe mit rund 179.000 Euro und in der Fachstufe mit rund 1,55 Millionen Euro. „Gute Ausbildung beginnt mit einem starken Fundament und braucht anschließend eine verlässliche fachliche Vertiefung. Genau das leisten die überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen im Handwerk“, sagte Staatssekretärin Dick-Walther. Die Förderung sei eine gute und zielgenaue Investition, betonten Krautscheid und Hellrich, „denn schließlich sichern dieseMittel eine gute fachlicheAusbildung unserer Fachkräftevonmorgen. SoverbindensichWirtschaftskraft und eine hohe Leistungsfähigkeit unserer Betriebe.“ 04 Sie sind weder verwandt, versippt noch verschwägert, und doch sind die Geschichten ihrer beiden Familien seit Jahrzehnten auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden. Was ist die „Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung“, kurz ÜLU? Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) ergänzt die praktische Ausbildung im Handwerk, indem sie in spezialisierten Bildungsstätten – so in der Handwerkskammer Koblenz – überbetriebliche Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Sie dient dazu, ein einheitlich hohes Ausbildungsniveau zu sichern, Spezialisierungen im Ausbildungsbetrieb auszugleichen und technische Entwicklungen praxisnah zu schulen.
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