kunsthandwerklichen Werkstätten – prägendas Stadtbildund zeugenvon einer tief verwurzelten Handwerkskultur, die hier über Generationen weitergegeben wurde. Der Duft von frischem Holz, Metall oder Backwaren liegt mancherorts noch in der Luft und verleiht dem Ort eine besondere Authentizität. Langsam lassen wir die Stadt hinter uns und arbeiten uns Schritt für Schritt hinauf. Schon nach kurzer Zeit öffnet sichderBlick zurück auf dieDächer der Altstadt, die Mosel und die imposante Reichsburg – ein erster Höhepunkt, der Lust aufmehrmacht. Unweit derBurg lädt einneuer Stadtbalkon auf demehemaligen römischen Grabhügel zumVerweilen ein, der bis in die 1970er Jahre noch als Weinberggenutztwurde.Bei denCochemernals „Tummelchen“ bekannt, bietet dieser Ort nebenderAussicht aucheinen liebevoll angelegten InsektenlehrpfadmitHinguckern wieSchmetterlings- undMarienkäferhaus – realisiert von der Mosel-Akademie der Handwerkskammer Koblenz. Der Weg führt uns weiter durch dichte Wälder, vorbei an moosbewachsenen Felsen und urigen Rastplätzen. Immer wieder sorgen kleine Aussichtspunkte für Momente des Innehaltens, während unter unsdasLeben inCochemlangsamerwacht. Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft spektakulärer.Besonders eindrucksvoll zeigt sichdies amPinnerkreuz–einem markanten Aussichtspunkt hoch über der Mosel. Hier schweift der Blick weit über das Tal, die Weinberge und die sanften WindungendesFlusses. „Genau für solche Momente lohnt sich jeder Anstieg“, sagen wir uns. Der Weg bleibt abwechslungsreich:Mal führt er über schmaleGratpfade, dann wieder durch schattige Waldpassagen. Trittsicherheit ist gefragt, doch die Beschilderunggibt jederzeitOrientierung. Besonders reizvoll ist das Wechselspiel zwischen offenen Höhen und geschützten Waldabschnitten, das der Tour ihren ganz eigenenRhythmus verleiht. Immerwieder begegnen uns Spuren vergangener Zeiten. AlteMauern, versteckteRuinenundkleine Kapellen erzählen von der langen Besiedlung dieser Region. Informationstafeln liefern spannendeHintergründeund lassen dieGeschichte lebendigwerden.Manspürt förmlich, wie eng Natur und Kultur hier miteinander verwoben sind. Nach den Höhen folgt der Abstieg – nicht minder eindrucksvoll. Serpentinen führen uns zurück in Richtung Tal, vorbei an sonnenverwöhnten Weinlagen. Der Duft von Erde und Reben liegt in der Luft, während die Mosel langsam näher rückt. Schließlich erreichenwirwieder Cochem, wo sich die Runde schließt. Was wäre eine Wanderung an der Mosel ohne einen genussvollen Ausklang? In den kleinen Weinstuben der Stadt bietet sich die Gelegenheit, die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen. Ein Glas Riesling, vielleicht ein regionaler Winzersekt – und der Blick zurück auf die Höhen, die wir erwandert haben. Die Cochemer Ritterrunde ist mehr als nur ein Wanderweg. Sie ist eine Reise durch Geschichte, Natur und Genuss – eine Tour, die fordert, begeistert und lange im Gedächtnis bleibt. Foto: Photo-Herzmann Foto: Photo-Herzmann Blick auf die Stadt Cochem, deren Teile Cond (rechts) und Sehl entlang der Mosel liegen. 17 HwK-Projekt baut Insektenhotel Die Handwerkskammer (HwK) Koblenz ist mit der „Mosel-Akademie“ auch in der Stadt Cochem vertreten. Über ein Projekt hat sie sich auch bei der jüngsten Neugestaltung des „Stadtbalkons“ eingebracht. Dabei haben Schüler im Rahmen der Maßnahme „Perspektiven eröffnen Plus“, gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des (damaligen) Ministeriums für Arbeit und des Landes Rheinland-Pfalz, ein Insektenhotel gebaut sowie einen Insektenlehrpfad errichtet. Nun können sich interessierte Besucher darüber informieren, wie beispielsweise einMarienkäferwohnt.DieMaßnahmeder HwKdient zumeinender IntegrationvonZugewanderten, zum anderen können Schüler sich so in verschiedenen Handwerksberufen ausprobieren.
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