Handwerk Special Nr. 253 vom 13.03.2026

Ein kleines Lebensrätsel kannKevin Kreckel aus Norken im Westerwald auch nach 35 Jahren nicht beantworten: wie er zum Dachdeckerberuf kam. „DieEntscheidungdafür fiel früh und ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen anderen Berufswunsch gehabt zu haben.“ Ein PraktikumwährendderRealschulzeitmotivierte ihn dann zusätzlich und dieAusbildung folgte.Was ihm seitdem besonders gefällt und auch stolz macht „ist das große Glück, viel in der Denkmalpflege im Bereich Schiefer arbeiten zu dürfen. Dadurch habe ich bereits einige Kirchendächer saniert – eine wirklich hochinteressante wie herausfordernde Aufgabe!“ Und auch privat ging es aufwärts, denn Kevin ist längst Ehemann undVater einer Tochter. Teil seiner Entwicklung war dann die Entscheidung für den nächsten Karriereschritt hin zum Meistertitel. „Dadurch, dass ichFamilie undEigenheimhabe, war der Druck natürlich sehr groß, den Meister erfolgreich abzuschließen. Folgerichtig habe ich vom ersten Tag an jede freie Minute in das Lernen und die Vor- Edelsteinschleifer- und Graveurmeisterin Aline Stanek Aline Stanek hat unter allen 670 Meisterprüfungen das allerbeste Ergebnis erreicht! Herzlichen Glückwunsch! „Als Kind wollte ich Köchin werden. Außerdem hatte ich mit meiner besten Freundin denTraum, später gemeinsam einen eigenen Tierpark zu leiten“, erinnert sich die heute 26-Jährige aus Nohfelden im Saarland an ihre Kindheitsberufswünsche. Doch es kommt alles anders, denn nach dem Abitur verbringt AlineStanek eineFreiwilligenzeit inSüdafrika Augenoptikermeisterin Paulina Schaaf „Pink ist nicht nur meine Lieblingsfarbe, sondern auch einfach meine Lebenseinstellung! Wer möchte nicht dieWelt durch eine rosarote Brille sehen?“, beschreibt die 27-jährigeWesterwälderin einewichtige Sichtweise auf das Leben. Dazupasst auch ihrWeg insHandwerk.Denn eigentlich begann sie nach dem Abitur ein Studium. Doch dann kam Corona und mit denKontaktbeschränkungenverändertesich auch ihr Studienalltag „und irgendwann habe iches nichtmehr ausgehalten, nur noch daheim vorm Laptop zu sitzen.“ Genau in dieser Zeit drückte die neueBrille und Paulina ließ die Profis ran. So kam eins zum anderen „und mein Interesse für das Augenoptikerhandwerk war geweckt!“ Kurzum wurde das Studium eingetauscht gegen eine Ausbildung „und ich fühlte mich sehr schnell wohl im Beruf und angekommen.“ Neugier, Interesse und der Wille, mehr zu lernen, wurden inderBerufsschule immerwieder beantwortet Dachdeckermeister Kevin Kreckel bereitung der jeweiligen Klausuren und Prüfungen investiert.“ Entsprechend beschreibt der heutige Dachdeckermeister diese Zeit als „sehr intensivundunvergesslich.“ Erfolgreich war sie zudem, denn Kevin Kreckel hat seine Prüfung und ist sich anschließend unschlüssig, ob es mit einem Studiumoder imHandwerkweitergehen soll. „Die zeitlicheLücke zudenStartterminenwollte ichmit Praktika schließen. So bin ich zum Edelsteinschleiferhandwerk gekommen.“Der sofortigeAusbildungsbeginn istmöglich und Aline kann schnell Erfolge erreichen, „so die Teilnahme am Nachwuchswettbewerb des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises im zweiten Lehrjahr, bei dem ich den 1. Platz gewann“. Konsequenterweise beendet sie auch die Ausbildung mit „sehr gut“ und Dachdeckermeister in seinem Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten „und ich lasse die Zukunft ganz entspannt auf mich zukommen.“ mit dem Satz: „so etwas lernst du erst im Meisterkurs!“ Also folgtedemAusbildungsabschluss der Meisterkurs. In dieser Zeit bemerkte Paulina einen persönlichen Wandel, denn „während meines Abiturs war ich nie ein Überflieger, wahrscheinlich weil ich damals noch nicht wusste, wofür genau ichmich anstrengen soll. Im Gegensatz dazu habe ich während des Meistervorbereitungskurses das Wissen der Dozenten förmlich aufgesaugt – auch, weil ich immer imHinterkopf hatte, wohin ich will.“ Nun ist sie angekommen ... zumindest beim Meistertitel. „Worüber ich sehr glücklich bin! Ich würde es immerwieder genausomachen!“ Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan Foto: privat 04 „ich sehe sie als Basis für meinen weiteren Weg im Handwerk“.DieMeistervorbereitung ist einTeil davon. „MeinMeisterstück, eine Sanduhr aus Bergkristall, hat mich an meine Grenzen gebracht. Nicht alles lief reibungslos, aber gerade aus den Fehlern konnte ich sehr viel lernen.“ 30 Stunden Produktionsarbeit proWoche, abendsMeisterschuleundparallel dasGraveurhandwerk zu erlernen, war kein einfacherWeg, aber: „Ich bin sehr stolz, dass ich ihn gegangen bin.“ nicht irgendwie bestanden, sondern als Bester. Nun möchte er als angestellter

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