Handwerk Special Nr. 253 vom 13.03.2026

Schwerpunktthema: Handwerk feiert seinen jüngsten Meisterjahrgang HANDWERK SPECIAL 253 13. März 2026 www.handwerk-special.de Handwerkskammer Koblenz and r s Ko l auf dem Titel: die Besten ihres Handwerks

Wahrhaft meisterhaft ... präsentiert sich das Handwerk dieser Ausgabe, die sich ganz der jüngsten Meistergeneration widmet. 670 Handwerkerinnen und Handwerker haben sich 2025 und zu Jahresbeginn 2026 der Herausforderung Meisterprüfung gestellt und sie erfolgreich gemeistert. Das wird am 14. März gefeiert, wenn die Handwerkskammer Koblenz zur großen Meisterfeier einlädt. 670 Meisterbriefe werden dann überreicht und hinter jedem steckt eine ganz individuelle Erfolgsgeschichte. Einige davon stellen wir in dieser Ausgabe vor. So berichten die Besten ihres Gewerks über den Weg Richtung Meistertitel. Einige wussten schon in frühester Kindheit, dass sie Handwerker werden wollen. Andere haben sich erst später entschieden, doch egal wann oder warum: es sind sehr bewusste wie auch durchdachte Entscheidungen und die Meisterprüfung ist die konsequente Zielmarke in diesen beruflichen Biografien. Gleichwohl ist das eine Momentaufnahme. Denn diese Qualifizierung eröffnet Möglichkeiten und ist eine solide Basis für die nächsten Karriereschritte. Auch das wird deutlich, liest man sich die Beiträge dieser Ausgabe durch. Da haben welche Pläne und wissen ganz genau, wo sie hin wollen ... egal ob mit 19 oder 56. Wir stellen auch den jüngsten und den ältesten „Jungmeister“ sowie ihre Pläne mit dem Meisterbrief vor! Einige Meisterbriefe werden weite Heimreisen antreten, denn unser Meisterjahrgang ist international! Absolventen aus 12 unterschiedlichen Herkunftsländern sind darunter. Viele von ihnen leisten ihren Beitrag in der „Heimat Handwerk“, führen in Deutschland Betriebe, beschäftigen Mitarbeiter, bilden aus – und sorgen für Wirtschaftskraft. Ich nenne stellvertretend die sehr beeindruckende Geschichte von Friseurmeister Sharvan Hamiko, der vor zwölf Jahren nach Deutschland kam. Da war er 16, sprach kein Deutsch und musste, ganz auf sich gestellt, irgendwie klarkommen in der neuen Heimat. Nun ist er Meister und leitet gleich zwei Friseursalons in Koblenz. Kompliment! Und es gibt Beispiele, da ist der Koblenzer Meisterbrief Türöffner für die große, weite (Berufe)Welt. So lebt und arbeitet eine Konditormeisterin inzwischen in Japan und möchte dort nun ein Café eröffnen – vorgestellt auf Seite 14. Eine andere ist auf ihre Heimatinsel zurückgekehrt und „entführt“ so den Meisterbrief auf die Azoren. Eine Augenoptikermeisterin startet dank Meister-Qualifikation gerade beruflich in der US-Hauptstadt Washington durch. Auch absolut lesenswert: die ganz und gar ungewöhnliche Geschichte eines deutschen Land- und Baumaschinenmechatronikers, der mitten im Meisterkurs ins ferne Finnland umzog. Wir stellen Hauptgeschäfts- führer Ralf Hellrich Kontakt: Handwerkskammer Koblenz Tel. 0261 398 108 ralf.hellrich@hwkkoblenz.de Impressum: V.i.S.d.P.: Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich Redaktion / Layout: Jörg Diester, Denise Nuß, Dagmar Schweickert Fotos: wie an Fotos gekennzeichnet / HwK Koblenz / Titel: Michael Jordan Herausgeber: Handwerkskammer Koblenz, Friedrich-EbertRing 33, 56068 Koblenz, Tel. 0261 398-160, in Verbindung mit dem Mittelrhein-Verlag Koblenz Anzeigen: rz Media GmbH, Mittelrheinstraße 2–4, 56072 Koblenz, Evangelos Botinos (Geschäftsführung) Techn. Herstellung: Industrie Dienstleistungsgesellschaft mbH, 56070 Koblenz auch Gregor Dietze und seine verrückte deutsch-finnische Meister-Story auf Seite 14 vor. Verrückt auch: weil ihm dieser Tag so wichtig ist, reist der 32-Jährige extra zur Meisterfeier 3.000 Kilometer an, um seinen Brief persönlich entgegenzunehmen. Auch das spricht für den Stellenwert, der sich mit dieser Qualifikation verbindet. Eine Woche nach der Feier lockt das süße Handwerk in die Rhein-Mosel-Halle, wenn dort am 21. und 22. März die Großveranstaltung „Le Championnat du Chocolat à Coblence“ stattfindet – mehr Infos dazu finden Sie auf den Seiten 18 und 19. Top-Chocolatiers und Konditoren verzaubern dann mit kreativer Perfektion, handwerklicher Exzellenz und unvergesslichen Genussmomenten. Das sollte man auf keinen Fall verpassen und wir freuen uns auf Ihren Besuch beim Handwerk – Ihr Seiten 4 bis 12 Die besten Meisterinnen und Meister ihres Gewerks vorgestellt Seite 18 Begeisterte Konditorinnen im Seehotel Maria Laach 02 aus dem Inhalt Seiten 18 und 19 Einladung zur schokoladigen Großveranstaltung am 21. und 22. März in Koblenz Foto: Photo-Herzmann Seite 16 Erfolgsgeschichte mit Meisterbrief – Friseur und Unternehmer Sharvan Hamiko

15 Super-Meister 670 Meistertitel in 24 unterschiedlichen Handwerksberufen–der aktuelleMeisterjahrgang steht damit für handwerkliche Vielfalt! 119 der insgesamt 670 Meisterbriefe, die am 14. März im Rahmen der großen HwK-Meisterfeier in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle übergeben werden, wechseln in Frauenhände. Damit liegt der Meisterinnen-Anteil bei 18 Prozent – deckungsgleich mit dem Frauenanteil der aktuell bei der Lehrlingsrolle eingetragenen Ausbildungsverträge in Handwerksbetrieben. Traditionell lädt die Meisterakademie der Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Vorfeld die Besten ihres Gewerks zum Fotoshooting ein. 21 Jungmeisterinnen und Jungmeister hatten die Bewertungskriterien dafür erfüllt, doch nicht alle konnten am Termin teilnehmen. So die beste Friseurmeisterin: Anna Malygin arbeitet zur Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff und tourt beruflich durch die Karibik – zu weiter Weg und keine Zeit für einen „Kurzausflug“ nach Koblenz ... 14 jahrgangsbesten Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister gehörte schließlich der Platz im Rampenlicht von Fotografenmeister Michael Jordan, der 1997 seine Meisterprüfung bestand. Mit Gerüstbauermeister Thomas Schneider (imBild rechts mit Michael Jordan bei der „Sofort-Analyse“ der Aufnahmen ...) und Karosserie-undFahrzeugbauermeisterLukas Kirsch-Wingender waren zwei dabei, die dann tatsächlich ein gutes Stück Weg extra für diese Bilder auf sich nahmen. Thomas Schneider reiste aus Aschaffenburg an, Lukus Kirsch-Wingender aus dembayerischenRothenfels.MehrHintergrundinformationen zu den Lebensläufen der Jahrgangsbesten ab Seite 4. Die weiteste Reise eines Meisterbriefes wird der von Konditormeisterin Anna Fujita antreten, denn die 25-Jährige lebt Kontakt: Meisterakademie der Handwerkskammer Koblenz Tel. 0261 398 310 meister@hwkkoblenz.de ei Jüngster Jungmeister ist 19 Das ist rekordverdächtig: Maurer- und Betonbauermeister Louis Roth aus Holler im Westerwald war bei seiner Meisterprüfung erst seit knapp drei Wochen 19 Jahre alt und ist damit der jüngste aller 670 Absolventen des aktuellen Meisterjahrgangs. Erst Ende August 2026 nullt er zum zweiten Mal in seinem Leben. Für den jüngsten Meister stand schon immer fest, dass er im Handwerk arbeiten möchte. Und auch beim Gewerk hatte er sich frühzeitig festgelegt, denn Louis stellt die vierte Generation im Unternehmen seiner Familie Kilian & Roth Bauunternehmen. 03 Hier treffen sich Profis: Meisterclub der Handwerkskammer Koblenz: https://meisterclub. hwk-koblenz.de 14 Jung- und ein „Altmeister“: Die besten Jung- meisterinnen und Jungmeister finden sich traditionell zum Fototermin bei Michael Jordan (Bildmitte) ein. Der erhielt vor 29 Jahren seinen Fotografen-Meisterbrief. Praktikum, Ausbildung... Meister! Zahlreiche Lehr- stellen- und Praktikumsplätze unter: www.hwk-koblenz. de/lehrstellen Meisterkurse unter: www.hwk-koblenz. de/meister „Solange ich zurückdenken kann, bin ich mit meinem Vater auf Baustellen gefahren.“ Der Vater riet ihm zwar während der Schulzeit, verschiedene Praktika zu machen, um sich umzuschauen, aber auch diese Erfahrungen änderten nichts am klaren Berufswunsch von Louis Roth: Er machte seine Ausbildung zumMaurer und Betonbauer im Familienunternehmen und blickt gern darauf zurück. Dass er dann direkt den Meister machte, war ebenfalls genauso von ihmgeplant: „Wenn ich schonmal imThema drin bin und ans Lernen gewöhnt bin, dann ziehe ich das auch direkt durch.“ Da er später einmal in die Führungsposition wechseln wird, wollte er so früh wie möglich das dafür nötigeRüstzeugerlangen.DieMeisterschulehat er in Vollzeit absolviert, die Prüfung auf Anhieb bestanden und ist ebensowie seineFamilie stolzundglücklichdarauf,was er schon mit 19 Jahren alles erreicht hat. Louis Roth freut sich darauf, später in die Geschäftsführung einzusteigen. Bis dahin will er weiter Berufserfahrung sammeln. Foto: privat und arbeitet im japanischen Kyoto. Weite Wege zurMeisterfeier nachKoblenz legen der Land- und BaumaschinenmechatronikermeisterGregorDietze zurück, der extra aus seinem 3.000 Kilometer entfernten finnischenHeimatort anreist. Ebenso lang ist die Anreise von Konditorenmeisterin Magdalena Wietreich, zu Hause auf den Azoren. Der „Durchschnittsgeburtstag“ aller 670 Absolventen ist der 7. Juni 1999, das Durchschnittsalter des Meisterjahrgangs entsprechend weniger als 27 Jahre – im Vergleich zum Vorjahr eine Verjüngung. Vertreten sind Handwerksmeister aus zwölf Herkunftsländern, darunter Afghanistan, Armenien, Ruanda, Eritrea oder Südkorea.

Ein kleines Lebensrätsel kannKevin Kreckel aus Norken im Westerwald auch nach 35 Jahren nicht beantworten: wie er zum Dachdeckerberuf kam. „DieEntscheidungdafür fiel früh und ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen anderen Berufswunsch gehabt zu haben.“ Ein PraktikumwährendderRealschulzeitmotivierte ihn dann zusätzlich und dieAusbildung folgte.Was ihm seitdem besonders gefällt und auch stolz macht „ist das große Glück, viel in der Denkmalpflege im Bereich Schiefer arbeiten zu dürfen. Dadurch habe ich bereits einige Kirchendächer saniert – eine wirklich hochinteressante wie herausfordernde Aufgabe!“ Und auch privat ging es aufwärts, denn Kevin ist längst Ehemann undVater einer Tochter. Teil seiner Entwicklung war dann die Entscheidung für den nächsten Karriereschritt hin zum Meistertitel. „Dadurch, dass ichFamilie undEigenheimhabe, war der Druck natürlich sehr groß, den Meister erfolgreich abzuschließen. Folgerichtig habe ich vom ersten Tag an jede freie Minute in das Lernen und die Vor- Edelsteinschleifer- und Graveurmeisterin Aline Stanek Aline Stanek hat unter allen 670 Meisterprüfungen das allerbeste Ergebnis erreicht! Herzlichen Glückwunsch! „Als Kind wollte ich Köchin werden. Außerdem hatte ich mit meiner besten Freundin denTraum, später gemeinsam einen eigenen Tierpark zu leiten“, erinnert sich die heute 26-Jährige aus Nohfelden im Saarland an ihre Kindheitsberufswünsche. Doch es kommt alles anders, denn nach dem Abitur verbringt AlineStanek eineFreiwilligenzeit inSüdafrika Augenoptikermeisterin Paulina Schaaf „Pink ist nicht nur meine Lieblingsfarbe, sondern auch einfach meine Lebenseinstellung! Wer möchte nicht dieWelt durch eine rosarote Brille sehen?“, beschreibt die 27-jährigeWesterwälderin einewichtige Sichtweise auf das Leben. Dazupasst auch ihrWeg insHandwerk.Denn eigentlich begann sie nach dem Abitur ein Studium. Doch dann kam Corona und mit denKontaktbeschränkungenverändertesich auch ihr Studienalltag „und irgendwann habe iches nichtmehr ausgehalten, nur noch daheim vorm Laptop zu sitzen.“ Genau in dieser Zeit drückte die neueBrille und Paulina ließ die Profis ran. So kam eins zum anderen „und mein Interesse für das Augenoptikerhandwerk war geweckt!“ Kurzum wurde das Studium eingetauscht gegen eine Ausbildung „und ich fühlte mich sehr schnell wohl im Beruf und angekommen.“ Neugier, Interesse und der Wille, mehr zu lernen, wurden inderBerufsschule immerwieder beantwortet Dachdeckermeister Kevin Kreckel bereitung der jeweiligen Klausuren und Prüfungen investiert.“ Entsprechend beschreibt der heutige Dachdeckermeister diese Zeit als „sehr intensivundunvergesslich.“ Erfolgreich war sie zudem, denn Kevin Kreckel hat seine Prüfung und ist sich anschließend unschlüssig, ob es mit einem Studiumoder imHandwerkweitergehen soll. „Die zeitlicheLücke zudenStartterminenwollte ichmit Praktika schließen. So bin ich zum Edelsteinschleiferhandwerk gekommen.“Der sofortigeAusbildungsbeginn istmöglich und Aline kann schnell Erfolge erreichen, „so die Teilnahme am Nachwuchswettbewerb des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises im zweiten Lehrjahr, bei dem ich den 1. Platz gewann“. Konsequenterweise beendet sie auch die Ausbildung mit „sehr gut“ und Dachdeckermeister in seinem Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten „und ich lasse die Zukunft ganz entspannt auf mich zukommen.“ mit dem Satz: „so etwas lernst du erst im Meisterkurs!“ Also folgtedemAusbildungsabschluss der Meisterkurs. In dieser Zeit bemerkte Paulina einen persönlichen Wandel, denn „während meines Abiturs war ich nie ein Überflieger, wahrscheinlich weil ich damals noch nicht wusste, wofür genau ichmich anstrengen soll. Im Gegensatz dazu habe ich während des Meistervorbereitungskurses das Wissen der Dozenten förmlich aufgesaugt – auch, weil ich immer imHinterkopf hatte, wohin ich will.“ Nun ist sie angekommen ... zumindest beim Meistertitel. „Worüber ich sehr glücklich bin! Ich würde es immerwieder genausomachen!“ Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan Foto: privat 04 „ich sehe sie als Basis für meinen weiteren Weg im Handwerk“.DieMeistervorbereitung ist einTeil davon. „MeinMeisterstück, eine Sanduhr aus Bergkristall, hat mich an meine Grenzen gebracht. Nicht alles lief reibungslos, aber gerade aus den Fehlern konnte ich sehr viel lernen.“ 30 Stunden Produktionsarbeit proWoche, abendsMeisterschuleundparallel dasGraveurhandwerk zu erlernen, war kein einfacherWeg, aber: „Ich bin sehr stolz, dass ich ihn gegangen bin.“ nicht irgendwie bestanden, sondern als Bester. Nun möchte er als angestellter

„Die stolzesten Momente sind, wenn man nachwochenlangerBauzeit einer Maschine den Startknopfdrückt undsie dann funktioniert“, beantwortet der 24-Jährige aus Höhr-Grenzhausen imWesterwalddieFrage nach den schönsten Augenblicken imHandwerkerleben. Zu sehen, was man selbst geschaffen hat und mitzuerleben, wie diese Leistungen dann funktionieren – ein nachvollziehbares Motiv für die Ausbildung. Der ging ein Jahrespraktikumbei einemMaschiFliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Florian Larscheid Der 27-Jährige aus Insul in der Eifel entschied sich erst vor vier Jahren fürs Handwerk. „Ich habe zuerst eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen und dann einige Monate als Geselle gearbeitet, war damit aber nicht zu100Prozent glücklich.“DerKontakt zu einemFliesenleger bestand bereits „und der Chef meinte regelmäßig, ich solle doch bei ihmanfangen.“ Gesagt, Elektrotechnikermeisterin Vanessa Schmahl Wird im Kindergartenalter nach Berufswünschengefragt,werdenaktuell dieTop10von Polizist, Tierarzt, Pilot und Lehrer angeführt. Handwerker gibt es da gar nicht, schon gar nicht den Elektriker. Ganz anders bei der 24-jährigen Vanessa Schmahl aus dem Westerwälder Altenkirchen, „was sicher auch mit meinemVater zusammenhing, denn der ist Elektrotechniker- sowieHeizungsbauermeister“.WiederVater, so die Tochter ... denn die tritt nicht nur beruflich in die Vater-Spuren, sondern auch inder Freizeit alsBergsteigerinund begeisterte Skifahrerin. Nach dem Abitur schließt sich die Elektroniker-Ausbildung im Unternehmen des Vaters an, „der so auch zum Chef wurde.“ Die verkürzte Lehrzeit beendet Vanessa als Innungsbeste, wird dann sogar 2. Landessiegerin in der Deutschen Meisterschaft. Fachlich in Höchstform, schließt sich der Meisterkurs bei der Handwerkskammer an, den sie als Beste ihres Gewerks abschließt. Und wie geht es nun weiter? „Mein Plan ist es, die Firma von meinem Vater zu übernehmen. Feinwerkmechanikermeister Yannis Dörr nenbauunternehmen voraus. „An meinem Beruf schätze ich die ständig wechselnden Herausforderungen in der Werkstatt, bei den Kunden und auf den ganz unterschiedlichen Baustellen.“ Zu dieser Einschätzung passt auch der Anspruch, nicht stehenzubleiben und fachlich weiter an sich zu arbeiten. „Den Meisterkurs habe ich absolviert, weil er mich weiterbildet, aber auch die Möglichkeit für eine Selbstständigkeit bietet ... und ich kann als Ausbilder Auszubildende scheuchen, getan. Und weil man sich gut kannte, „wurde ich schon am ersten Tag der Ausbildung ins kalte Wasser geschmissen.“ Offensichtlich einErfolgsrezept, denndrei Jahre später besteht Florian als Bester seines Handwerks die Meisterprüfung. Foto: Michael Jordan Außerdem möchte ich auch als Anlagenmechanikerin im Sanitär-, Heizungs- und KlimahandwerkdenMeistertitel erreichen.“ Da ist also offensichtlich eine Gipfelstürmerin unterwegs, die sehr genau ihre Ziele plant und erreicht. Seit Ende 2025 ist er selbstständig und führt nun ein eigenes Unternehmen. Was ihm nach wie vor gefällt an seiner Arbeit? „Wenn Baustellen zwischendurch mühselig und kompliziert wirken und es am Ende einem selbst und natürlich auch dem Kunden super gefällt.“ Ein großes Lob erhalten von ihm die HwK-Meistermacher: „Ich würde meinen Meister definitiv wieder in Koblenz machen. Ich habe viele wertvolle Dinge gelernt und mit den Dozenten kam man sehr gut zurecht.“ Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan 05 mal sehen“, fasst Yannis mit einem Schmunzeln gute Gründe zusammen und sieht sich in zehn Jahren „bei der GründungmeinesBetriebes,mit Frau, Haus und Hund“.

Thomas Schneider aus Aschaffenburg hat einen beachtlichen beruflichenWechsel vollzogen: Als er vor rund zehn Jahren seine Frau kennenlernte, deren VaterGeschäftsführer einesGerüstbauunternehmens ist, arbeitete er noch für eine Krankenversicherung. Doch nur wenige Tage als Schnupperpraktikant auf einer Baustelle machten ihm klar: Im Handwerk, mit einer körperlich und geistig herausfordernden Arbeit, ist er viel zufriedener als imBüro. Schneider, der inzwischen 38 Jahre alt ist, sattelte um, machte eine Ausbildung zumGerüstbauer und erinnert sich gut daran, dass er an den ersten Tagen „komplett erschöpft heimkam, geschlafenhatwieeinSteinundam nächsten Tag mit Muskelkater wieder bei der Arbeit Gold- und Silberschmiedemeisterin Sophie Ropertz SophieRopertz ist eine leidenschaftlicheGoldschmiedinmit Liebe zum Detail. Die 24-jährigeGold-undSilberschmiedemeisterin stammt aus Ahrweiler, lebt inBriedel (Kreis Cochem-Zell) und wusste schon als Kind, dass sie später etwas Handwerkliches und Kreatives machen möchte. An die Mal- und Töpferkurse ihrer Kindheit schloss sich 2016 ein Schulpraktikum in einer Goldschmiede an und „ab diesem Tag wusste ich: Diesen Beruf möchte ich einmal ausüben“. Unterstützt wurde sie dabei immer von ihrer FamilieundFreunden, die siemotiviert haben, weiterzumachen, auch in schwierigenZeiten: „Bei der Flutkatastrophe stand ich Es ist momentan nicht einfach, Anna Malygin, die aus Remagen stammt, zu erreichen. Der Grund: Die 30-jährige jahrgangsbesteFriseurmeisterin arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik. Damit erfüllt sie sich gleich mehrere Träume auf einmal. Schon in der Kita hat sie eigene Frisuren kreiert, mit zwölf Jahren das erste Brautstyling gezaubert, mit 15 Jahren wusste sie, dass sie ihr berufliches Leben damit verbringen möchte, die schönsten Seiten ihrer Kundinnen und Friseurmeisterin Anna Malygin war“. Langfristigmöchte er das Familienunternehmenweiterführen, deshalb war derMeister der nächste logische Schritt. An die herausfordernde Zeit denkt er gern zurück. Dabei galt es, Familie, Beruf und Schule parallel zu meistern. Gleichzeitig hat ihm die Kombination aus praxisbezogenen Lerninhalten und der Möglichkeit, die Schule in Teilzeit neben der Arbeit zu absolvieren, gut gefallen. Sein Tipp: „Man sollte immer versuchen, sich auf Veränderungen einzulassen.“ kurz vormeinerGesellenprüfung. Durchdie Unterstützung meiner Familie und Freunde habe ich die Gesellenprüfung sehr gut gemeistert und wurde zweite Landessiegerin im Leistungswettbewerb (heute German Craft Skills).“DieseErfolgsgeschichte setzte sie als Meisterabsolventin fort und wurde Jahrgangsbeste in ihrem Gewerk. SophieRopertz hat bereits einNebengewerbe angemeldet und möchte sich eine eigene Goldschmiedeaufbauen, umfür ihreKunden individuelle Schmuckstücke zu entwerfen und zu gestalten. Das Schönste an ihrem Beruf? „Teil von bedeutenden Momenten zu sein, wie Hochzeiten oder aber auch, wennSchmuckvonverstorbenenMenschen zu etwas Neuem umgearbeitet wird. Jedes Schmuckstück trägt seineeigeneGeschichte. Das größte Geschenk ist es, die Menschen damit glücklich zu machen!“ Kunden hervorzuzaubern. Ihre Ausbildungwar anstrengend, die Füße tatenweh, die Fachsprache war kompliziert und die Anforderungen hoch. Doch heute ist sie sowohl ihrer Ausbilderin als auch ihrer Familie und den Dozenten der Handwerkskammer Koblenz dankbar, die sie immer unterstützt und gefördert haben. Mit dem Meistertitel hat sich Anna nach ihrem Abschluss als Master Colorist und Make Up Artist bewusst einer weiteren Herausforderung gestellt. Auch ihr nächstesZiel steht für sie fest: „Glücklich in meinem eigenen Salon mit kreativem Konzept – wahrscheinlich im Ausland – selbstständig machen.“ Foto: Michael Jordan Foto: privat Foto: Michael Jordan 06 Gerüstbauermeister Thomas Schneider

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Der 21-jährige Deik Thiessen aus Büsum in Schleswig-Holstein wusste schon als Kind, wohin sein Weg führen sollte: hoch hinaus, aufs Dach. 2021 begann er im Betrieb seines Vaters die Ausbildung zum Dachdecker – ein Schritt, den der wissbegierige junge Mann „jederzeit wieder gehen würde“, wie er betont. Geprägt von der Familientradition und dem Umfeld im elterlichen Betrieb war für ihn „eigentlich schon immer“ klar, dass seine Zukunft im Handwerk liegt. Gleich in den ersten Ausbildungstagen entdeckte er seine besondere Leidenschaft für die Klempnerei und das Arbeiten mit Metall. Zu Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Lukas Kirsch-Wingender Der 30-jährigeLukasKirsch-Wingender aus Rothenfels in Bayern entdeckte seine berufliche Leidenschaft früh: Ein Besuch der Nürburgring-Nordschleife als Teenager ließ ihn endgültig Feuer fangen. Die Faszination für klassische Rennwagen zeigte ihm, dass seine Zukunft im Kfz-Handwerk liegt. Nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker wurde er Fahrzeug- undKarosseriebauer –begeistert Installateur- und Heizungsbauermeister Jan-Philipp Emde Der 23-jährige Jan-Philipp Emde aus Weinähr ist ein durch und durch positiver junger Mann, der seineberuflichenSchritte bewusst wählt. Während seiner Abiturzeit wurde ihm klar, dass ihm ein Studium zu theoretisch wäre. Er hatte schon immer Spaß an Technik. Durch die Erfahrungen während mehre- rer Schulpraktika stand für ihndieEntscheidung fest, ins Handwerk zu gehen. Die Vielfalt im Gewerk des Anlagenmechanikers faszinierte ihn und seine Ausbildung begeisterte ihn trotz und wegen der großen Menge an täglichen neuen Informationen. Bis heute macht es ihn stolz, Menschen durch sein Knowhow helfen zu Klempnermeister Deik Thiessen seinen prägendsten Projekten zählt eine 3.000 Quadratmeter große, anspruchsvolle Dachfläche an seiner ehemaligen Grundschule. Besonders stolz ist er auf seine ersteneigenenBaustellen–und natürlich auf den Abschluss als Dachdecker- und Klempnermeister 2025. Die Anspannung vor den Prüfungen und das Arbeiten amMeisterstück waren für ihn immer wieder zugleich herausfordernd und erfüllend. DenMeisterkurs der HwKKoblenz empfand er als anspruchsvoll und sehr praxisnah, vor allem aber von der Möglichkeit, Technik, Präzision und handwerkliches Geschick zuverbinden. Besonders stolz ist er, wenn aus handwerklicher Sorgfalt sichtbare Qualität entsteht – etwa wenn eine selbst lackierteFläche perfekt glänzt oder eine Instandsetzungohne dicke Spachtelschicht auskommt. Für dieMeisterschule entschieder sich, „nachdemmeinKarosseriebaumeister undunserFahrzeuglackierer in Rente gegangen waren. Ich sah die Chance, inmeiner Abteilung die Zügel in die Hand zu nehmen und in Richtung Zukunft der Abteilung, Firma und für mich selbst etwas Neues und Positives bewegenzukönnen“.DenMeisterbrief absolvierteer als Jahrgangsbester und empfand die Meisterschule als fordernd, aber durch das starke Miteinander und engagierte Dozenten absolut positiv. Mit dem Meistertitel möchte er im Betrieb moderne Verfahren etablierenund selbst ausbilden. SeinZiel:Verantwortungübernehmen, jungeMenschen für dasHandwerkbegeistern,Werkstattleiter werden und sich im Gesellenprüfungsausschuss engagieren. können. Dass er einmal den Meister machen würde, stand für Jan-Philipp ebenfalls schon in der Ausbildung fest, denn er wollte sich darin fortbilden, Systeme auszulegen, planerisch tätig zu sein und Verantwortung zu übernehmen. DieMeisterschule, dieer schließlich als Jahrgangsbester in seinem Gewerk absolvierte, Foto: Michael Jordan getragen von starkem Zusammenhalt. Die Prüfung bestand er als jahrgangsbester Klempnermeister und nun freut er sich mit dem Meisterbrief in der Tasche darauf, den Familienbetrieb weiter auszubauen. In zehn Jahren sieht er sich als Betriebsleiter – wie auch als Familienvater. Foto: privat 08 empfand er als zeitlich herausfordernd.Gleichzeitiggefiel ihm der praxisorientierte Unterricht, weil ihndie Inhaltehervorragend auf seine berufliche Zukunft vorbereiteten. Heute ist er sehr dankbar, dass seine Eltern und Großeltern ihn immerunterstützt und ihm Fleiß sowie Freude an der Arbeit vermittelt haben. Foto: Michael Jordan

Die frischgebackene, jahrgangsbeste Konditormeisterin Emilia Maßling ist 24, kommt aus Dortmund und hat das zweitbeste Prüfungsergebnis aller 670Meister dieses Jahrgangs erreicht! Für ihrenBeruf entschied sie sich spontanwährend ihrer Abiturzeit, inspiriert von einem Praktikum in einer Konditorei. Allerdings hatte sie da schon seit Jahren Freunde und Familie mit selbstgebackenen Torten und Kuchenverwöhnt.AlsKonsequenzmachte sie „ihr Hobby zum Beruf“. An dem begeistert sie „selber Produkte herzustellen, von der Planung bis zur Vollendung, seine Kreativität und eigene Handschrift einzubringen und anderen Leuten damit eine Freude zu machen!“ Ein besonderer Auftrag war für sie die Hochzeitstorte für ihre Cousine. An ihre Ausbildung in einer traditionsreichen Konditorei in ihrer Heimatstadt Menden (NRW) hat sie sehr gute Erinnerungen: „Ich war in einem echt tollen und familiären Betrieb. Zu meinen Ausbildern habe ich immer noch Kontakt, sie waren auch in Koblenz, um sich die Meisterprüfung anzuschauen, was mich Konditormeisterin Emilia Maßling Foto: privat 09 ANZEIGE sehr gefreut hat.“ Dass sie den Meister macht, stand für sie schon zu Beginn der Ausbildung fest. Ein Weiterbildungsstipendium half ihr, den Plan schnell umzusetzen. Die Meisterzeit, die siemit zwei Freunden aus der Ausbildungszeit absolvierte, war für sie „herausfordernd und intensiv, vor allem wegen der kurzen Zeit des Vollzeitkurses“. Umso erleichterter und stolzer war sie, als sie bestanden hatte. Der HwK ist sie dankbar, denn „wir wurden gut durch unsere Dozenten begleitet, sowohl durch die umfangreichen Kurse, als auch durch ein gutes Miteinander, Tipps, und motivierende Worte“. Emilia ist sich sicher, dass ihr der Meisterbrief neue Türen und Möglichkeiten eröffnet, „sei es die Ausbildung neuer Konditoren oder der Weg in die Selbstständigkeit“. Ihr gefällt dabei besonders, dass in der Konditorenbranche vor allem Frauen immer häufiger den Weg in die Selbstständigkeit wagen. W Rheinhessenstraße 60 – 55545 Bad Kreuznach – Telefon (0671) 61315 Fax (0671) 75261 – E-Mail: service@lauermann.org – http://www.lauermann.org energie & umWelT Bauen &Wohnen Fa Prima Klima mit WIMA Fenster + Türen Unser Partner Europas Fenstermarke Nr. 1 Dernbacher Str. 34 56424 Ebernhahn Tel. 02623 9246340 www.wima-ebernhahn.de Setz auf echtes Wohlfühlklima! – heute und für die Zukunft! Billigkann jeder, Qualität nur der Profi. Mit Meisterhand gefertigt, fair kalkuliert und spürbar besser. Unsere Leistungen im Überblick: • Schanktheken & Bierdruckanlagen • Froster & Gärunterbrecher • Klimaanlagen & Kühlräume • Wärmepumpen & Kühlzellen Tel Neugierig? - Scan den QR-Code! Eis Pickel – Ihr Kälte- und Klimatechnik-Fachbetrieb. Zuverlässig. Kompetent. Regional. Telefon: 02662/5078315 - info@eis-pickel.de www-eis-pickel.de www.jung-kraemer.de mehr • Photovoltaik • Heizung • Sanitär • Solar • Kundendienst 57644 Hattert Tel. 0 26 62 / 79 11 Wärme und mehr • • Sola rg saniTär-heizung-Klima Fachkompetente Beratung von Ihrem Handwerksbetrieb vor Ort! A t! er. e

Vom ersten Schulpraktikum zum besten Kraftfahrzeugtechnikermeister seines Jahrgangs – Tobias Wolff aus Neuwied hat seinen Weg im Handwerk konsequent verfolgt. Der 26-Jährige wusste früh, was ihn motiviert: praktische und sich sein Engagement auszahlt, bewies sich bereits während derMeisterschule: TobiasWolff erhielt eine konkreteChance zur Werkstattübernahme. Um die Risiken fundiert bewerten zu können, schloss er direkt die Qualifikation zumGeprüften Betriebswirt, der höchsten Stufe der betriebswirtschaftlichen Fortbildung imHandwerk, an.DiePrüfung legte er als Primus seinesKurses undmit demzweitbestenErgebnis imJahr 2025 Der Weg zum beruflichen Glück ist häufig eine Entdeckungsreise, ein Kurswechsel oft lohnend! Auch dem heute 33-jährigen Thomas Mailänder aus Illingen imSaarland standennachdemAbitur alleKarrierewegeoffen. EinkurzerAusflug indie akademische Welt reichte dem jahrgangsbesten Land- und Baumaschinenmechatronikermeister, um zu erkennen, dass seine wahre Berufung in der praktischen Arbeit lag. Schon früh war er im elterlichenLandwirtschaftsbetriebanReparaturen beteiligt gewesen. Seinen Ausbildungsbetrieb fand er über eine Zeitungsanzeige. Denkt er an die Anfangszeit zurück, kommen ihmdirekt „das Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan nen zu erweitern und zu vertiefen. Die Zeit der Meisterschule beschreibt er als „anstrengend, aber schön“ und empfiehlt die HwK Koblenz uneingeschränkt weiter. Auf die Frage nach dem stolzesten Moment im bisherigen BerufslebenimHandwerk, lautet seineAntwort: „Der Tag, an dem mein Meisterprojekt abgenommen wurde und ich die Bescheinigung über die bestandene Meisterprüfung erhalten habe. Da hatte sich die ganze Mühe gelohnt.“ Geprägt von seinem Großvater, der ihm zeigte, „dass sich Fleiß im Leben immer auszahlen wird“, hat Thomas Mailänder klare Kraftfahrzeugtechnikermeister Tobias Wolff Land- und Baumaschinenmechatronikermeister Thomas Mailänder Maler- und Lackierermeisterin Annalena Schneider Von klein auf hielt Annalena Schneider immer einen Pinsel in der Hand, war auf Reisen stets von Architektur und Wandmalereien in Kirchen fasziniert. Als aus ihren Leinwänden schließlich Wände wurden, stand ihr Karrierewunsch fest. Die Liebe zum Maler- und Lackiererhandwerksollte nie verloren gehen, auch als ihr erster Versuch, in diesem Bereich beruflich Fußzufassen,missglückte. Zehn Jahre später nahm sie Menschlichkeit, den Drang zur Perfektion und dem hohen Maß an Wissen und Kompetenz“ ist sie ihmbis heute dankbar. Fest entschlossen, den Weg nun „zu 100 Prozent“ zu gehen, war der Meistertitel das klare Ziel. Heute schließt sich für die 35-Jährige aus Nickenich der Kreis, denn als beste Maler- und Lackierermeisterin ihres Jahrgangs hat sie dieses Vorhaben mehr als erfolgreichverwirklicht.Dahinter steckt eine große Begeisterung für ihren Beruf: „Jede Baustelle ist einzigartig. Ich bin stolz, wenn der Kunde am Ende mit einem Lächeln vor seinen Wänden steht.“ Aktuell absolviert sie die Fortbildung zum Restaurator imHandwerkunderklärt: „Ich Foto: Michael Jordan dieAusbildungwieder auf. Große Unterstützung erhielt sie von ihrem damaligen Ausbilder, der für sie zum Vorbild wurde. Für seine „Geduld, möchte, dass das Handwerk weiterlebt, Traditionen und Techniken weitergeben und andere Menschen für den Beruf begeistern.“ nach fast 14 Jahren, immer noch dort arbeite“. DerMeisterbrief folgte, umseinWissenundKöntolle Team und die netten Kollegen“ in den Sinn, „weshalb ich auch heute, sichtbare Ergebnisse schaffen, technische Lösungen mit den eigenen Händen umsetzen. Mit dem Meisterbrief strebte er das klareZiel an, denSchritt vomreinen„Schrauben“hinzur ganzheitlichen Betriebsführung zu gehen und sich die Basis für eine mögliche Selbstständigkeit aufzubauen. Dass bei derHwKKoblenz ab. TechnischesMeisterwissenundbetriebswirtschaftlichesKnowhowmiteinander zuverknüpfen, ist für ihn der Schlüssel zumErfolg. In zehn Jahren sieht sich Tobias Wolff als Standortleiter oder Inhaber seines eigenen Unternehmens – stets offen für neue Herausforderungen, bei denen erVerantwortungübernehmenundgestaltenkann.Mit der starken Kombination aus Meister und Betriebswirt hat er dafür die idealen Voraussetzungen geschaffen. Zukunftspläne:AlsnächstesstehtdieFortbildungzumBetriebswirt an, umspäter erfolgreicheineWerkstatt zu leiten. 10

Mario Thiessen aus dem Westerwälder Etzbach hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 30-Jährige entschied sich während des Maschinenbaustudiums, seiner wahren Leidenschaft zu folgen: dem Handwerk. Schon immer verbrachte er gern Zeit auf den Baustellen von Freunden und der Familie, fand Freude an handwerklicher Arbeit und stellte sichmitBegeisterungdenHerausforderungen. „Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat“, berichtet der jahrgangsbeste Maurer- und Betonbauermeister und erklärt, was ihn bis heute motiviert. Auch die Möglichkeit, mit seinem Knowhow ganz praktisch imAlltag weiterhelfen zu können, schätzt er sehr. Sein Können stellte er bereits bei der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills“ im Jahr 2023 erfolgreich unter Beweis und belegte den ersten Platz auf Kammerebene. Den Meisterbrief behielt er seit Beginn der Ausbildung fest im Blick, denn neben dem fundierten Fachwissen bietet der Titel vielfältige Karriereperspektiven. Seine Pläne?ZunächstweitereErfahrungen alsMeister sammeln,mehr Verantwortung übernehmen und zukünftig im Bereich der Bausind für ihn die Momente, in denen er nach Projektabschluss seine geschaffenen Werke anschaut und „guten Gewissens nach Hause fahren kann, wieder einen Kunden glücklicher gemacht zu haben“. Der Meisterbrief war für ihn der nächste Schritt, um sein Wissen zu erweiternund seinHandwerkanAuszubildendeweitergebenzukönnen. Den Austausch unter Kollegen und die Zeit der Meisterschule bei der HwK Koblenz empfand er als bereichernd. Damit ist der jahrgangsbeste Metallbauermeister optimal gerüstet, um künftig mehr Verantwortung beim Planen, Steuern und Koordinieren von Projekten zu übernehmen. Foto: privat Foto: privat 11 Maurer- und Betonbauermeister Mario Thiessen Metallbauermeister Tobias Holzheim Dass der Apfel nicht weit vomStammfällt, beweist der 26-jährige Tobias Holzheim aus Bad Honnef. Schon früh wurde die Leidenschaft für das Handwerk in ihm geweckt, nicht zuletzt durch seinenVater, der ebenfallsMetallbauermeister ist.Bereits im Altervon13Jahrenstandfür ihnfest,diesen Weg ebenfalls einzuschlagen. Besonders faszinierenihndasumfangreicheTätigkeitsfeld, die abwechslungsreichen Aufgaben und die interessanten Fertigungsprozesse wie das Schweißen. Stolze Augenblicke ANZEIGE leitung tätig sein. ÜBERHOLSPUR 2

Am Ende seiner Schulzeit beschloss Niklas Meffert aus Pleckhausen im Landkreis Altenkirchen, einen Beruf zu erlernen, in dem er Werte schaffen kann. Die Inspiration für seinenWeg insTischlerhandwerk verdankt der 24-Jährige seinemVater, der ihmschon früh zeigte, „was alles aus Holz werden kann, wenn mandieBearbeitungbeherrscht“. Schonder ersteTag seinerAusbildungbestätigte ihn in seinerWahl, als er herzlich empfangen und seineMeinung von Anfang an geschätzt wurde. Auch an den „bereichernden Austausch in der Klassengemeinschaft“ während der Meisterschule erinnert er sich gern zurück. Seine Pläne mit dem Meistertitel sind eindeutig: Zimmerermeister Marcel Breitfelder Die Begeisterung für den Werkstoff Holz entdeckte Marcel Breitfelder bereits in Kindertagen. Schon früh bastelte er Dekorationen aus Holz für seine Mutter und die Familie. Wenn am Wochenende in der väterlichen Werkstatt fleißig gebaut wurde, war er stets mit dabei. Der heute 31-Jährige aus Solms im Lahn-Dill-Kreis erkannte, dass er seine Energie und Tatkraft am liebsten in einem abwechslungsreichen Arbeitsumfeld an der frischen Luft und in Bewegung einsetzt. Die Anfangszeit seinerAusbildunggestaltetesichdaher intensiv wie auch erfüllend. Abends fiel er müde ins Bett –und schlief dabei sogarmalmitArbeitsklamotten ein. Das große Engagement für seinHandwerk hat Marcel Steinmetz- und Steinbildhauermeister Alexander Schöpe Für Alexander Schöpe aus Wiehl in Nord- rhein-Westfalenstand früh fest, dass ihnsein beruflicher Weg ins Handwerk führt. In welches genau, entschied einVorschlag seiner Mutter: In der neunten Klasse bewarb sich der heute 34-Jährige um ein Praktikum bei einem Steinmetzbetrieb, der ein Jahr zuvor den Grabstein seiner Großmutter gefertigt hatte. Die Dürer-Hände, die er damals schuf, befinden sich noch heute im Elternhaus. Auch seineFaszinationfürdasFormenvon hartemSteinmitHammer undMeißel blieb. Nach dem Gesellen- gehört für ihn nun auch sein Meisterstück zu den Tischlermeister Niklas Meffert „Den Familenbetrieb weiterführen.“ Und wo sieht er sich in zehn Jahren? „Hoffentlich als engagierter und krisensicherer Unternehmer im Tischler- und Bestattergewerbe.“ Mit dieser klaren Vision und dem Meisterbrief ist der jahrgangsbeste Tischlermeister hervorragend vorbereitet, umdas nächsteKapitel in der Geschichte des Betriebs aufzuschlagen und die Zukunft der Familientradition erfolgreich zu gestalten. Breitfelder bis heute beibehalten. Als Vorarbeiter lernte er schnell, Verantwortung zu übernehmen. Motiviert von dem Wunsch nach kontinuierlicher Weiterentwicklung und neuen Aufgaben machte er sich auf den Weg zum Meister. Obwohl dieser, wie er berichtet, anspruchsvoller gewesen sei als ursprünglich erwartet, habe sich die Entscheidung absolut gelohnt: „Ich habeunendlichvielZeit investiert, aber auch unendlich viel gelernt.“ Im nächstenSchrittmöchteeralsBauleiterneue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. MitdemMeisterbriefundderAuszeichnungalsbesterZimmerermeister seines Jahrgangs hat er dieGrundlage für eine erfolgreiche, aufstrebende Karriere im Handwerk gelegt. unvergesslichenWerkenseinesbisherigen Berufslebens. Ebenso begeistert erinnert er sich an ein Projekt zurück, bei dem er in engem Austausch mit dem Kunden eine Aztekensonne als Ornament an einer Stele gestaltete. Besonders die Arbeit an der Grabstätte seines Vaters half ihm sehr und ließ ihn über den tieferen Sinn seines Handwerksnachdenken.Der jahrgangsbeste Steinmetz- und Steinbildhauermeister möchte künftig als angestellterMeister im Betrieb weiterarbeiten und schauen, „was Foto: Michael Jordan Foto: privat Foto: Michael Jordan 12 dasLebenbringt“. Er ist dankbar, dass ihm „so viel Gutes mit auf den Weg gegeben wurde“ –vonFamilie undFreunden sowie beruflich von seinem Ausbildungsbetrieb und Altgesellen.

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InwenigenTagen feiertKonditormeisterin Anna Fujita im japanischen Kyoto ihren 26. Geburtstag. Wenn alles klappt, wird dann ihr Meisterbrief neben der kleinen Geburtstagstorte aus eigener Herstellung liegen. Mehr als 10.000 Kilometer Weg- strecke hat das wichtige Dokument dann zurückgelegt. „Ich bin in Deutschland aufgewachsen, mit einem deutschen Vater und einer japanischen Mutter. Schon von klein auf hat meine Mutter versucht, mir die japanische Kultur näherzubringen. Dank jährlicher Besuche bei meinen Großeltern in Japan und den Samstagskursen an der japanischenSchule inFrankfurtwar Japan stets ein Teil meines Lebens. Diese tiefe Verbundenheit zu Japan hat mich von Anfang an geprägt und dazu geführt, dass ich irgendwann den Wunsch hatte, selbst nach Japan zu ziehen und dort zu leben.“ EinWunsch, den sich dieKonditorin 2025 erfüllte. „Seitdem lebe ich in Kyoto und arbeite dort in einem kleinen, charmanten Café. Hier bereite ich sowohl traditionelle japanische Süßwaren als auch deutsche Konditorwaren zu. Mein Weg nach Japan war eine Kombination aus kultureller Bindung und beruflicher Leidenschaft, und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.“ In all dem spielt die Meistervorbereitung bei der Handwerkskammer Koblenz eine wichtige Rolle, denn Anna reiste alsMeisterin in die Ferne. „Mein Handwerk und der Meisterbrief bieten mir die Möglichkeit, auf der ganzen Welt tätig zu sein und dabei verschiedene Techniken und Traditionen aus unterschiedlichen Kulturen zu entdecken und in meiner Arbeit miteinander zu verbinden. Denn Konditorei ist nicht nur Handwerk, sondern auch eine Kunstform, die eine kulturelle Brücke schlagen kann.“ Als deutsche Meisterin plant sie nun in Japan „zusammen mit meinem Mann, der als Bäckergeselle, Lebensmitteltechniker und Betriebswirt ausgebildet ist, eine eigene kleine, aber feine Bäckerei und Konditorei zu eröffnen. Mein Ziel und Wunsch ist es, nicht nur den deutschen Einfluss in der japanischen Konditorei- szene zu zeigen, sondern auch einen Ort zu schaffen, an demsichMenschen beider Kulturen treffen und durch Gebäck und Süßwaren gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse teilen können.“ Klingt nach einer spannenden Geschichte, an der hier gerade geschrieben wird … meisterhaft und mit Koblenzer Handschrift. Deutscher Meisterbrief in Finnland anerkannt? Der Meisterbrief ist seit 2020 dem akademischen Bachelor-Abschluss gleichgestellt und berechtigt zur Zusatzbezeichnung „Bachelor Professional“. Er ist auf Stufe 6 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) eingeordnet und entspricht akademisch einem Bachelorabschluss, was in vielen EU-Staaten (darunter Finnland) im Rahmen der EU-Richtlinien zur Anerkennung von Berufsqualifikationen akzeptiert wird. Für reglementierte Berufe ist ein formelles Anerkennungsverfahren nötig. 14 Meisterbrief reist um die Welt 1993 in Halle an der Saale geboren, darf man Gregor Dietze als abenteuerlustigen wie auch weltoffenen Menschen beschreiben. Lebensstationen in Norddeutschland zählen dazu und die dortige Ausbildung in der Landwirtschaft. Dann zog es ihn in die Pfalz. Er pachtete einen Bauernhof, absolvierteeineAusbildungzumLand-und Baumaschinenmechatroniker.DieMeistervorbereitung bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz schloss sich an. Doch schon Jahre zuvor hatte ihn ein Youtube-VideonachFinnlandgeführt. „Ichbin technisch begeistert und war fasziniert von einem ganz ungewöhnlichen Zugfahrzeug für die Land- und Forstwirtschaft. Damals war es möglich, dem Urheber der Filme eineMail zu schicken. Was ich getan habe. Es war ein Finne, den ich dann unbedingt kennenlernen wollte.“ Gregor machte sich also auf denWeg Richtung Finnland – eine Verbindung, die hielt. Die griff dann auch auf abenteuerliche Weise in die Meistervorbereitung bei der Handwerkskammer ein. „Mein finnischer Freund meldete sich und berichtete, in seiner Nähe werde ein alter Bauernhof verkauft.“ Gregor setzte sich ins Auto und fuhr über Dänemark und Schweden nach Finnland – immerhin 3.000 Kilometer. „DieBesichtigungdesBauernhofesdauerte dann ganze 45 Minuten!“ Schon mal vor Ort, nutzte er die Reise auch, um sich bei zwei metallverarbeitenden Unternehmen zu bewerben. Wohn- und Arbeitsort zu kombinieren, schien sinnvoll … Doch aus dem Bauernhof-Kauf wurde nichts und stattdessen stieg er in das Bietverfahren einer Versteigerung ein. „Eine Gruppe kleiner Häuser direkt an einem Fluss gelegen. Ich hatte mir ein Limit gesetzt und die Versteigerung dümpelte so vor sich hin. Doch zwei Tage vor deren Ende meldete sich eine der beiden Firmen, bei denen ich mich beworben hatte, mit einer Zusage.“ Am Ende ging dann alles sehr schnell: Haus gekauft, Arbeitsvertrag unterschrieben. Heute lebt und arbeitet Gregor im finnischen Revonlahti, 2.000 Kilometer Luftlinie von Koblenz entfernt und unweit des Polarkreises gelegen. Der „Umzug“ erfolgte während der Meistervorbereitung, „was die Sache nicht einfachermachte“. Doch auch diese Probleme lösteder inzwischen32-Jährige souverän. Zur Meisterprüfung setzte er sich dann ins Auto, fuhr nach Koblenz und „lieferte“. „Mit dem Erreichtenbinichabsolut zufriedenundfühlemich sehr wohl im Norden“, resümiert der frisch gebackene Land- und Baumaschinenmechatronikermeister. „Die HwK hat mir enorm auf diesem Weg geholfen und ich bin allen Verantwortlichen und Dozenten sehr dankbar. Ich freue michauchsehr auf dieMeisterfeier!“ Dafür setzt sich Gregor, der DeutschFinne, dann wieder ins Auto und fährt 6.000 Kilometer – auf dem Heimweg dann mit Meisterbrief auf dem Beifahrersitz. Foto: privat Verrückte deutsch-finnische Meister-Story Foto: privat

Vom Meisterschüler zum Chef Am Nachmittag des 12. Oktober 2023 brachte Lukas Mertesacker in den BildungswerkstättenderHandwerkskammer (HwK) Koblenz sein Meisterstück „in Stellung“. Nach wochenlanger Arbeit präsentierte er sein Möbelstück „Edelrebe“ für die anstehende Bewertung durch den Meisterprüfungsausschuss. Die Idee für die „Edelrebe“ fand sich sozusagen vor der Haustür, denn die Geschichte des Wohn- und Arbeitsortes Leutesdorf am Rhein ist geprägt vom Weinanbau wie auch dem Handwerk. Große Industrieunternehmen gibt es hier nicht, auch kein Gewerbegebiet. Dafür seit mehr als einem Jahrhundert den Tischlerbetrieb in Familienhand. Zwei Jahre und drei Monate nach dem Aufbau des Meisterstückes bei der HwK Koblenz: Lukas Mertesacker präsentiert stolz das Innenleben „seiner“ Tischlerei. Seit einigenTagen ist er hier der Chef. Vater Gerd und Onkel Horst haben als fünfte Unternehmergeneration die Nachfolge eingeleitet. „Wir arbeiten uns gemeinsam Schritt für Schritt in Richtung Zukunft“, beschreibt der inzwischen26-Jährigediese Phase der Übergabe. Ausgebildet in der Fremde, hat er zunächst Erfahrungen in anderen Tischlereien der Region gesammelt. „2020 bin ich heimgekehrt“, erzählt Lukas. Der Meisterkurs schloss sich an. Elf Mitarbeiter zählt das Traditionsunternehmen, darunter auchLukas’Oma,Vater und Onkel. „Formal bin ich deren Chef“, lacht der Jungunternehmer und berichtet auch von einer guten Auftragslage. Der Betrieb ist breit aufgestellt, bietet vom klassischenMöbel- und Innenausbau über die Fenster- und Türenfertigung sowie Böden alles, einschließlichRestaurierung und Reparatur. Kontakt: Schreinerei Mertesacker Tel. 02631 824 622 www.schreinerei- mertesacker.de 15 Lukas Mertesacker, 26 Jahre jung, Tischlermeister … und seit 1. Januar 2026 Chef eines rund 120 Jahren alten Traditionsunternehmens in Leutesdorf. ANZEIGE Ob er mit den Inhalten des Meistervorbereitungskurses gut vorbereitet wurde auf die Führungsrolle? „Grundsätzlich ja. Die Arbeiten inderWerkstatt oder vorOrt bei denKunden, Beratung, KalkulationoderBuchhaltungbishinzurMitarbeiterführung–das sitzt. Etwas schwieriger gestaltete sichderVerwaltungskram…“ Versicherungen, Notare, viele Ämter und Formulare – „das war schon recht anstrengend und man hat die deutsche Bürokratie in all ihren Facetten kennengelernt.“ Auch in dieser Phase konnte er sich auf die HwK verlassen, „die mir eine Betriebsberaterin zur Seite gestellt hat.“ Nun schaut Lukas nach vorn und plant die Modernisierung des betrieblichen Maschinenparks und der Gebäude. Nur an einem wird er nicht rütteln: „Mit dem Standort in Leutesdorf sind wir eng verbunden.“ Hier bleibt also nicht nur die Kirche im Dorf, sondern auch die Tischlerei der Familie Mertesacker. Heinrich Wies GmbH 55595 Spabrücken · Tel. 06706-1322 www.hwies.de · briefkasten@hwies.de Balkongeländer – Balkonanbauten Vordächer – Terrassen Überdachungen – Kaltwintergärten Zäune – Carports Eigene Herstellung Bauen &Wohnen

Dank KAUSA: Motiviert zum eigenen Salon SharvanHamikowar 16 Jahre alt, als er aus Syrien nach Deutschland floh. Er sprach kein Deutsch, brachte aber aus seiner Heimat Grundkenntnisse imFriseurhandwerk mit – und war im neuen Umfeld zunächst orientierungslos.Heute, elf Jahre später, ist seineGeschichteeinBeispiel fürgelungene Integration durch geduldige und gezielte Unterstützung wie auch der Bereitschaft, hart an sich und für die eigenen Ziele zu arbeiten. Sharvan Hamiko erzählt seine Geschichte in seinem eigenen Friseursalon Shero – genauer gesagt: in einem seiner beiden Salons, die er mittlerweile in Koblenz betreibt. Aus einemJugendlichen ohnePerspektivewurdeeinFriseurmeister, Unternehmer und Familienvater. „Für mich war es damals erst schwierig, in eine Schule zu gehen, weil ich kein Deutschkonnte. IchhabeeinenSprachkurs gemacht unddannbei derHandwerkskammerKoblenz eineFriseurlehre absolviert“, erinnert sichder jungeFriseurmeister. Auf diese Weise erwarb er automatisch seinen Hauptschulabschluss. „Die Lehrer bei der HwK haben mich toll gefördert, mit mir Deutsch gelernt, sind alle Inhalte immer geduldig mit mir durchgegangen“, sagt er dankbar. 13 Auszubildende waren damals in der BaE-Maßnahme, einer Berufsausbildung, die in außerbetrieblichen Einrichtungen stattfindet und zu der mehrere Praktika gehörten. Nach und nach fielen ihm die Inhalte leichter. Eine wichtige Stütze war Mustafa Karim. Sharvan lernte den HwK-Berater zufällig im Aufzug kennen – beide sprachen Arabisch. Von diesem Moment an wurde Mustafa Karim für ihn nicht nur ein hilfreicher Begleiter, sondern bis heute auch ein guter Freund. „Im ersten Lehrjahr hatte ich eine Phase, in der ich ans Aufhören gedacht habe. Die Fachwörter waren so kompliziert – aber ich wurde in dem Programm einfach immer unterstützt und motiviert, es durchzuziehen.“ Bald ergaben sich echte Perspektiven: Während der Maßnahme absolvierte Sharvan Praktika in mehreren Friseursalons. Einer dieser Betriebe bot ihm an, samstags dort zu arbeiten. Nach drei Jahren hatte Sharvan Hamiko seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen – und erhielt in diesem Salon eine Festanstellung. „Dann kam Corona und mein Chef gab den Laden auf. Ich bekamdieGelegenheit, ihnzuübernehmen, musstedafürabermeinenMeistermachen.“ Hochmotiviert absolvierte er den Meisterkurs in der Abendschule, übernahm den FriseursalondankeineskleinenKreditsund renovierte ihn von Grund auf. Gleichzeitig hörte er von einem weiteren Friseursalon im Globus, der insolvent war. „Da meine Cousine Friseurmeisterin ist, habe ich auch diesen Laden übernommen, sie dort eingestellt und habe nun zwei gut gehende FriseursalonsmitzwölfMitarbeitern,davon zwei Auszubildende“, berichtet er stolz. Die Meisterprüfung hat er erfolgreich abgelegt – und ist dankbar für die Unterstützung der HwK: „Ohne sie und ihre motiviertenAusbilder hätte ichdasniemals geschafft – sie waren wie Eltern immer für mich da.“ Heute ist Sharvan Hamiko verheiratet und lebtmit seiner Frau und der zweijährigen Tochter inMoselweiß. Seine weiteren Pläne? „Menschen imHandwerk ausbilden und meiner Familie ein schönes Zuhause schaffen.“ Kontakt: Friseursalon Shero Tel. 0261 988 28 39 www.sheros-salon. de 16 Die KAUSA-Landesstelle RLP und die HwK Koblenz integrieren Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund wie den jungen Friseurmeister Sharvan Hamiko in duale Ausbildung und berät Betriebe. Hamiko hat inzwischen zwei eigene Salons. ei Ältester Jungmeister ist 56 Jahre Wenn Timur Sawitzkij aus Elbtal im Westerwald seinen Meisterbrief erhält, ist er stolze 56 Jahre alt – und damit der älteste Meisterschüler des Jahrgangs 2025. Doch damit nicht genug: Sein Gewerk gehört mit Sicherheit zu den schnellFoto: privat lebigsten, die einem ständigen Wandel unterzogen sind, denn Sawitzkij ist Informationstechnikermeister. Für ihn ist das allerdings überhaupt kein Thema, das besonders erwähnenswert wäre: „Das ist doch nichts Besonderes – ja, ich bin ganz schön alt für einen Meisterbrief, aber das hat ja alles einen ganz praktischen Grund“, berichtet er lachend. Sein damaliger Chef wollte in den Ruhestand gehen und hatte ihm angeboten, das Unternehmen zu übernehmen. Dafür hat er ihm die Meisterschule bezahlt und ihn auch organisatorisch unterstützt, indem er sich währendderArbeitszeit auf diePrüfungenvorbereitenund „das Abschlussprojekt zusammenlöten“ durfte. Die Meisterschule ist ihm nicht sehr schwer gefallen, immerhin arbeitet er seit 30 Jahren als Informationselektroniker. „Das Praktische war ich ja gewöhnt. Natürlich habendieMitschüler amAnfangvielleicht etwasüberrascht geschaut, als ich mit ihnen in der Klasse saß – aber dann war das alles ganz normal, kein Problem!“ Auch seine beiden Kinder, die 30 und 33 Jahre alt sind, waren von der Idee begeistert, dass ihr Vater nochmal die Schulbank drückt. Die Meisterprüfung hat er problemlos bestanden – allerdings hat sich dann kein Partner gefunden, um den Betrieb zu übernehmen „und allein ist das wegen der wirklich hohen Auftragslage nicht zu schaffen“. Das Unternehmen wurde daher verkauft und Timur Sawitzkij ist inzwischen als Meister bei der Firma Pauly angestellt. „Das macht auch großen Spaß, ich habe tolle Kollegen!“ Was ist KAUSA? Das KAUSA-Projekt ist die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration in Rheinland-Pfalz (Landesstelle RLP). Sie integriert junge Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund in die duale Ausbildung und berät Betriebe bei der Erstausbildung. Projektträger sind die Handwerkskammern in RLP, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz. Informationen: www.kausa-rlp.de

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