Handwerk Special Nr. 237 vom 23.10.2021
Im Porträt: Die Besten ihres Handwerks Nr. 237 23. Oktober 2021 www.handwerk-special.de 5 23 Jahre, zwei Meister- titel, Jahrgangsbester im Klempnerhandwerk und zweitbester bei den Dachdeckern. Mi- nimaler kann man den maximalen Erfolg von Matthias Kremer nicht beschreiben. Im Bun- desbildungszentrum des Deutschen Dachdecker- handwerks absolvierte er ab Mai 2020 zunächst den Meisterkurs im Dachdeckerhandwerk in Vollzeit, eher er nach erfolgreichem Abschluss die gleiche Herausforde- rung für das Klempner- handwerk im Dezember startete. „Ich bin der Meinung, Handwerker zu sein ist etwas, worauf man stolz sein kann! Es war eine anstrengende, aber auch schöne Zeit in den Meisterkursen, die mich fachlich und persönlich weitergebracht hat“, blickt er auf die wahre Meisterleistung zurück. Der Weg ins Handwerk stand für ihn früh fest, aber „in der Oberstufe Klempner- und Dachdeckermeister wäre diese Entscheidung fast nochmal gekippt, da der soziale Druck, nach dem Abitur ein Studium zu absolvieren, schon recht hoch ist.“ Der jetzige Erfolg von Matthias zeigt, wie überholt diese Ansichten sein können: „Ich steige nun mit 23 Jahren hochqualifiziert in den elterlichen Betrieb ein, den wir gemeinsam zukunftsfähig aufstellen werden.“ „Die Zeit ging schneller vorbei als erwartet“, erinnert sich Fabian Knechtges an die Zeit zwischen Beginn des Meisterkurses und -prü- fung. Der Jungmeister hat im Maurerhandwerk seine Prüfung als Jahr- gangsbester abgeschlos- sen. Nach der Schulzeit be- gann er eine erste Ausbil- dung als Elektroniker für Automatisierungstechnik, es folgte die Ausbildung zum Maurer. Somit hat der 28-jährige zwei Ge- sellenbriefe und einen Meistertitel! Die Auswirkungen der Pandemie stellten diesen Meisterjahrgang dabei vor besondere Herausfor- derungen. „Durch Coro- na ist vieles anders gelau- fen als gedacht, sowohl für uns Schüler als auch für die Dozenten. Aber letztlich haben wir alle gemeinsam das sehr gut gemeistert. Das digitale Lernen war in manchen Bereichen sogar von Maurermeister Fabian Knechtges Vorteil“, stellt Fabian fest. Und auch mit Blick in die Zukunft hat er bereits klare Vorstellungen. „Den Meister wollte ich un- bedingt machen, um im Beruf weiterzukommen und unseren Familienbetrieb irgendwann fortführen zu können.“ Mit 25 Jahren den höchsten Abschluss im erlernten Beruf zu erreichen? Für Stuckateurmeister Michael Huppertz kein Problem! „Ursprünglich wollte ich als Kind immer zur Bundeswehr“, erinnert sich der frisch gebackene Jungmeister. Im Alter von zwölf Jahren standen dann die ersten Schul- praktika an. „Dort habe ich das Stuckateurhand- werk kennen und lieben gelernt. Ein Freund meines Vaters nahm mich im Anschluss in den Ferien immer mit auf seine Baustellen.“ Was folgte, war für Michael logisch und kon- sequent zugleich: Eine Ausbildung im Handwerk und anschließend der Meisterbrief. „Das war seit dem ersten Tag der Ausbildung mein Traum. Selbst den Meister ma- chen und anschließend den Schritt in die Selb- ständigkeit gehen.“ Und Stuckateurmeister Michael Huppertz das mit besten Voraussetzungen: Als Jahrgangsbester hat er alle Voraussetzungen, den Grundstein für eine erfolgreiche Existenzgründung zu legen. „Ich möchte und ich mache mich im kommenden Jahr selbstständig, das ist das Ziel! In zehn Jahren will ich immer noch auf der Baustelle sein statt hinter einem Schreibtisch. Aber als mein eigener Chef!“ Foto: Michael Jordan „Ich wollte mir mit dem Meisterbrief beweisen, dass es immer noch ein Stückchen besser geht“, erklärt Jungmeister Mar- vin Kern seine Motivati- on. Nun steht fest: Besser geht es nicht mehr, denn der 23-jährige hat be- reits als Jahrgangsbester seines Handwerks die Meisterprüfung abge- schlossen. Der Abiturient, der früher wie viele Kinder von einer Karriere als Profifußballer träumte, hat sich bewusst und aus voller Überzeugung für sein Handwerk entschie- den. „In den Schulferien habe ich mir in einem Straßenbauunternehmen etwas Taschengeld dazu verdient und den Beruf frühzeitig schätzen ge- lernt“, erinnert Marvin sich und führt damit ein Stück Familientradition fort, denn „bereits mein Opa hat im Straßenbau gearbeitet.“ Mit dem Meisterbrief in der Tasche hat er klare Straßenbauermeister Marvin Kern Vorstellungen, wie es für ihn weitergeht: „Ich will den Weg in die Selbstständigkeit aktuell nicht gehen, aber kann als Meister mehr Verantwortung und breit gefächerter Aufga- bengebiete im Betrieb übernehmen. Qualität im Handwerk ist keine Selbstverständlichkeit, ich möchte meinen Teil dazu beitragen.“ Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan Foto: Michael Jordan Matthias Kremer
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