Handwerk Special Nr. 233 vom 28.11.2020

Winterausstellung 2020: Töpferhandwerk von der Untermosel Nr. 233 28. November 2020 www.handwerk-special.de 5 Gelebte Träume Für Ute Maria Bruns gibt es keinen schö- neren Beruf als das Töpferhandwerk. „Es machtsovielSpaß,weilessovielseitigist“, sagt die Meisterin. Sie wusste schon als 15-Jährigegenau,wassiewollte,entspre- chendgeradlinigistihrLebenslauf.Heute wirkt sie imeigenenAtelier und stellt ihre Kreationen in ihren Räumen vor. Sie wird damit zum Vorbild für all diejenigen, die im kreativen Bereich tätig werden und weiterkommen wollen. Die stellvertretende Obermeisterin der Töpfer- und Keramiker-Innung Rhein- land-Pfalzbedauert, dass sich inzwischen so wenige junge Leute für dieses span- nende Handwerk entscheiden. Dabei ist die Selbständigkeit nur eine von vielen Optionen für diejenigen, die ihre Lehre geschafft haben. Sokönnen jungeTöpfer undKeramiker,diesichweiterbilden,auch imtherapeutischenBereicharbeitenoder Kurse geben. Ute Maria Bruns hat sich für den klas- sischen Weg entschieden und nach ihrer Ausbildung in der heutigen Töpferei Alte Schule in Monreal zunächst einige Jahre als Gesellin praktische Erfahrungen ge- sammelt. Schließlich nahm sie Kurs auf die Meisterprüfung. 1993 hielt sie den ersehntenGroßenBefähigungsnachweis in der Hand. Es sollte nochmal fünf Jahre dauern, bis sie ihren Traum vom eigenen Betrieb wahr machte. Ins eigene Projekt kamBewegung, als sie gemeinsam mit ihrem Mann die Chance nutzte und ein Haus mitten in Lehmen erwarb, das sie ausbauten. Mit diesem Schrittwurdeesmöglich, eigeneSchwer- punkte zu setzen. Heute sind Geschirr, GartenkeramikundWasserspieleausdem Hause Bruns in vielen Ländern bekannt. Dass sie heute so erfolgreich ist, liegt viel- leicht auch daran, dass die künstlerische Begabung tief in ihrer Familie verwurzelt ist. Großmutter und Tante malten auf hohem Niveau, und so manches Detail spiegelt sich auf ihren eigenen Arbeiten wider,dienatürlichausWesterwälderTon entstehen.BesondersfreutsichUteMaria Bruns über die Unterstützung durch ihre Kunden. Die sind auch in Corona-Zeiten treu,sierufenanundvereinbarenTermine. Auch die strategisch günstige Lage ihres Betriebs zahlt sich aus: So kamen in der jetzt zu Ende gehenden Tourismussai- son Radfahrer besonders oft vorbei. Der Grund ist einfach: Radtouren entlang der MoselgehörtenzudenAktivitäten,dieim zurückliegenden Sommer bedenkenlos möglich waren. Für die Kunsthandwerkerin sind diese EntwicklungeneinSegen,denndiefürsie wichtigen Märkte sind ja in diesem Jahr weitgehend ausgefallen. Angesichts der aktuellenSituation ist dieMeisterindank- bar, dass sie ihren Innenhof hat. Hier wird sie – wie in jedem Jahr – auch in der Ad- ventszeitihreArbeitenpräsentieren,aller- dingsnichtinderüblichenForm,sondern Corona-bedingt reduziert, der Glühwein muss wegfallen. „Geschmückt wird aber trotzdem“, sagt die Kunsthandwerkerin, die sich bereits auf das kommende Jahr vorbereitet. Ein Ereignis ist für Samstag und Sonntag, 13./14. März 2021 geplant. Dannwird sichUteMaria Bruns ander 16. Auflage des deutschlandweiten Tags der offenen Töpferei beteiligen. Kontakt: Ute Maria Bruns Tel. 02607/ 8380 toepferei-bruns.de Ute Maria Bruns vereint in ihren Produkten oft klassische Ornamente mit ihren eigenen, oft mit viel Humor umgesetzten Ideen. Nicht nur Geschirre und Keramik für den Garten gehören zum Repertoire der Meiste- rin, sondern auch Lampen und Figuren. Handwerksmeisterin Ute Maria Bruns konnte Kunden auch in Corona-Zeiten begeistern.

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