Handwerk Special Nr. 233 vom 28.11.2020
Winterausstellung 2020: Die Kunst des Edelsteinschleifens Nr. 233 28. November 2020 www.handwerk-special.de 4 Zeitlos und schön Die Edelsteinstadt Idar-Oberstein hat eine ganze Region geprägt. Schon in der Frühen Neuzeit entwickelte sich hier das Edelsteinhandwerk zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die Voraussetzungen stimmten einfach, weil in der Umgebung Achat,JaspisundandereMineralieninden fürdieSchmuckherstellungerforderlichen Mengen entdeckt wurden. Dieser natür- liche Schatz prägte die Menschen über Generationen, er sicherte ihre Existenz. Kein Wunder, dass sich auch Hans-Jürgen Druglat in dieser langen Tradition sieht. SchonderGroßvaterwidmeteseinBerufsle- bendenEdelsteinen,derVaterauch.„Daist mannatürlichvorbelastet.Fürmichkamnie etwasanderesinfrage“,sagtder60-Jährige, der in Oberwörresbach lebt und arbeitet. Direkt nach der Schule begann er deshalb seineAusbildungzumAchatschleifer.Dass er eines Tages für seine Arbeiten mit den renommiertesten Preisen geehrt werden würde, konnte er sich damals noch nicht vorstellen. Aber die Richtung stimmte schon damals, und der Wille, sich weiter- zuentwickeln, war von Anfang an da. Die Konsequenz: Der Besuch der damaligen Fachschule für Edelstein- und Schmuck- gestaltunginIdar-Oberstein.Daswar1983. Und bereits zwei Jahre später eröffnete er inseinemHeimatortOberwörresbachsein eigenes Atelier. Obwohl seine Arbeiten im In-undAuslandbekanntsind,istHans-Jür- genDruglat seiner Heimat treugeblieben. Bereits 1987 setzte der Edelsteingestalter ein erstes starkes Signal: Beim Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis erreichte er den zweiten Platz. 1989, 1994 und zuletzt 2015 wiederholte er diesen Erfolg. Und in den Jahren 1999, 2005 und 2007 landete er beim gleichen Wettbewerb ganz oben auf dem Siegertreppchen. Was ist das Be- sondereanDruglatsArbeiten?DieAntwort auf die Frage ist nicht leicht. Dass sich in seinenWerkenderWunsch,besondere–oft gegenläufige–optischeEffektezuerzielen widerspiegelt, erkennt auchder ungeübte Betrachter sehr schnell. Doch die wahre Kraft der Kreationen aus Oberwörresbach geht von ihrer Symbolik aus. Denn es sind Menschen und ihre individuellen Entwicklungen, die Hans-Jürgen Druglat faszinieren. Dieser Ansatz war bereits an seinemMeisterstückdeutlichzuerkennen, erentwickelteihnbiszurPerfektionweiter. Die Expertenwarenund sindbeeindruckt, was die Laudatio der Jury des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises von 2005 zeigt. Der Beitrag: Ein Flacon mit herz- förmigem Verschluss. „Dieser Flacon ist nach dem einhelligen Votum der Juroren die überragende Wettbewerbsarbeit. Der Preisträger hat durchdiegewählteweiche undanschmiegendeFormdesRutilquarzes dem Stein jegliche Schwere genommen und ein ästhetisch wunderschönes, gar betörendesundsinnlichesEdelsteinobjekt geschaffen“ hieß es damals. DieFaszinationseinerArbeitkonnteDruglat aufrechterhalten, zumal er stets nicht nur Edelsteine,sondernauchdasGanzeimBlick hat.UnddashaterseinerFrauzuverdanken. Sie ist Absolventin derselben Fachschu- le, hat sich aber als Goldschmiedin auf Schmuckspezialisiert.DieErgebnissedieser erfolgreichenZusammenarbeitkönnenüb- rigensauchBesucherderWinterausstellung in der Galerie Handwerk erleben. Kontakt: Hans-Jürgen Druglat druglat.de Hans Jürgen-Druglats Edelsteinarbeiten haben eine hohe Symbolkraft. Menschen und ihre unterschiedlichen Ent- wicklungen haben den Edelsteingestalter Hans-Jürgen Druglat schon immer fasziniert. Das spiegelt sich auch in seinen Arbeiten wider – wie zum Beispiel im Flacon, mit dem er beim Deutschen Schmuck- und Edelstein- preis den ersten Platz erreichte. Foto: privat Foto: privat
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