Handwerk Special Nr. 233 vom 28.11.2020

Traditionsberuf Friseurhandwerk / zum Titel: Eva Ender Nr. 233 28. November 2020 www.handwerk-special.de 21 Kreativität & Leidenschaft Der Corona-Lockdown im Frühjahr traf dasFriseur-undKosmetikerhandwerkmit vollerWucht.WährenddieLädenindieser Phasegeschlossenbleibenmussten,stan- den die Kunden nach Wiedereröffnung Schlange. EineSituation,dienichtnurdieHandwerks- betriebevorProblemegestellthat,sondern auchdenLehrbetriebderHandwerkskam- mer (HwK) Koblenz. Jede Woche wurden bereits zu Zeiten, in denen die Einflüsse von Corona nicht spürbar waren, 15 bis 20 Lehrlinge in den Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen betreut. Zu- sätzlich finden Meisterkurse und diverse Weiterbildungsmaßnahmen statt. „Uns hat das vor eine große Herausforderung gestellt. Die Kurse fielen zunächst aus, mussten zu einem späteren Zeitpunkt aber innerhalb kürzester Zeit nachgeholt werden“, sagt Fachbereichskoordinatorin und Friseurmeisterin Christina Zimmer- mann-Wehr(imBildlinks),seit2006alsAus- bilderin bei der HwK Koblenz tätig. „Was trotz Maske und allen Einschränkungen bleibt, ist der Spaß an der Arbeit und der Umgang mit den jungen Menschen.“ Den Spagat, Kurse mit Teilnehmern nachzuholenundgleichzeitigdasstrenge Hygienekonzept einzuhalten, meistert das fünfköpfige Team bis hierhin sou- verän. „Das geht nur gemeinsam! Aber auch die Teilnehmer ziehen voll mit und respektieren die neuen Regeln. Die Einschränkungen betreffen letztlich uns alle gleichermaßen“, sagt Georg Erhardt (2. von rechts), ebenfalls Friseurmeister und seit 2007 bei der Kammer. Er schätzt denBeruf und seinHandwerk trotz Arbeit mit Mundschutz und diversen Einschrän- kungen nach wie vor sehr. „Das Arbeiten mit unterschiedlichen Persönlichkeiten istHerausforderungundFreudezugleich. Besonders, wenn Wissen erfolgreich ver- mitteltwird“undstelltfest:„dieWertschät- zung für unseren Beruf ist in Zeiten von Coronagestiegen.DieMenschenmerken, dassunserHandwerkfürihrWohlbefinden sehr wichtig ist.“ Ein Traditionsberuf, der Jahr für Jahr neuen Mode- und Trenderscheinungen parat hat, ist heute vielfältiger denn je. „Angekommen ist man in dem Beruf nie. Eristbunt,kreativundständigimWandel. Da gilt es permanent mit zu wachsen. Diese Vielfältigkeit unseren Teilnehmern zu zeigen, das motiviert mich jeden Tag neu“, sagt die 47-jährige Jeanette Büttner (nicht im Bild) mit 30 Jahren Berufserfah- rung,dieindiversenKammermaßnahmen eingesetzt wird. Eine Ausbildung in diesem Handwerk empfiehlt auch Ausbilderin Lena Mönch (2.von links). „Durch unsere Arbeit verän- dern wir Menschen nicht nur äußerlich, sondern stärken Selbstvertrauen und änderndaspersönlicheAuftreten.Jungen Menschenzuzeigen, dassdieser Jobauch in Zeiten von Corona eine Berufung ist, das motiviert mich.“ Mit 31 Jahren kann sie bereits auf 13 Jahre Berufserfahrung zurückblickenundhat den Spaß an ihrem Beruf nicht verloren. „Die Freude am Fri- seurhandwerk ist genauso groß wie am ersten Tag meiner Ausbildung. Und das ist momentan wichtiger denn je“, zeigt sie sich zufrieden mit ihrer Berufswahl in jungen Jahren. Kontakt: HwK Koblenz Tel. 0261/ 398-0, hwk@ hwk-koblenz.de Top-Friseurin und Super-Mama! Eva Ender hat wahrhaft erlebnisreiche Monate hinter sich, denn sechs Wochen vor der Friseur-Gesellen- prüfung wurde die damals 20-Jährige Mutter. Sechs Wochen nach der Geburt von Töchterchen Lia stand sie im Finale des handwerklichen Leistungswettbe- werbs auf Landesebene. Den sie gewann! Die beste rheinland-pfälzische Nachwuchsfriseurin kommt aus Argenschwang (LK Bad Kreuznach) und wurde im Salon Claudia Schiller in Bad Kreuznach aus- gebildet. Mit Tochter Lia undMutter Petra kamEva zum Foto-Shooting nach Koblenz. Traditionell werden dort in der Galerie Handwerk die besten Nachwuchshand- werker in der Kulisse der Winterausstellung fotogra- fiert. Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Motiv durch FotografenmeisterMichaelJordan(imBildobenrechts) festgehaltenworden,denndieTop-FriseurinEvaistauch eine Super-Mama: strahlend lächelnd, sehr entspannt und liebevoll imUmgang mit demNachwuchs, ging es durch die bunte Welt des Kunsthandwerks. Ausbilder der HwK geben Einblick in einen Beruf, der Körper und Seele in Einklang bringt.

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