Handwerk Special Nr. 233 vom 28.11.2020

Die Aufsteiger: Dachdeckerlehre nach dem Abitur Nr. 233 28. November 2020 www.handwerk-special.de 15 Ab(i) in die Lehre! Inder Schule heißt es immer: „Strengdich an,damitspäteretwasausdirwird!“Genau das haben sich Cedric Schranz (im Bild rechts) undMax Winkler (links) zu Herzen genommen.SiehabensichmitdemAbitur inderTaschebewusstfüreineAusbildung im Dachdeckerhandwerk entschieden – und gegen ein Studium. „Nach meinem Abitur2018habeicheinJahrlanganeinem Work&Travel-Programm teilgenommen. Als ich wiederkam, stand die Frage im Raum, womit es nun weitergeht. Ausbil- dungoderStudium?“,erinnertsichCedric. Im jetzigen Ausbildungsbetrieb Sascha Horbach aus Baumholder arbeitet er zunächst ein Jahr als Dachdeckergehilfe. „Ich habe schnell gemerkt: Das ist genau meinDing!“DankAbitur undBerufserfah- rung startete er direkt ins zweite Lehrjahr der Ausbildung, zusammen mit seinem Kumpel Max Winkler. Der 19-Jährige, der imFrühjahr dieFachhochschulreifeabge- legt hat, packt gemeinsammit Cedric ein halbes Jahr lang als Dachdeckergehilfe tatkräftig mit an. „Ich habe vorher eher RichtungStudiumtendiert.Aberdiesechs Monate im Betrieb haben mir gezeigt, wie vielseitig die Arbeit ist“, erklärt Max seine Berufsentscheidung. Und das ist nur einer der vielen positiven Aspekte: „Wenn ichmorgens zumSonnenaufgang aufdemDachsteheoderwiralsTeamden ganzenTaggeschuftethabenundabends zufrieden beisammen sitzen: Das sind die Momente, die den Beruf für mich beson- ders machen“, sagt der 21-jährige Cedric Schranz. Sein Freund und Kollege Max ergänzt, „dass die Arbeit an der frischen Luft gemeinsammit einemTeam, wie wir es haben, einfach Spaß macht.“ Bei all den Perspektiven, positiven Erfah- rungenundMöglichkeitenaufeineerfolg- reicheKarrierestelltsichschnelldieFrage, wieso sich nicht mehr junge Menschen nachihremSchulabschlussfüreineLehre im Handwerk entscheiden? Die Antwort geben beide aus ihrer Erfahrung heraus. „Das letzte Berufspraktikum hatten wir in der neunten Klasse. Danach ist alles in Richtung Studium ausgerichtet. Man kommt erst gar nicht in Berührung mit demHandwerk. Da sollteeindeutigmehr getan werden, gerade in der Oberstufe!“ Umso zufriedener zeigt sich Betriebsin- haber Sascha Horbach. „Die zwei Jungs sind fürmich ein absoluter Hauptgewinn und ziehen voll mit. Sie haben diesen Beruf nicht aus der Not heraus gewählt, sondernsichbewusstdafürentschieden.“ Er selbst ist hierbei das beste Beispiel für eine erfolgreiche Karriere im Handwerk. „Dank Abitur konnte ich damals meine Zimmererausbildung und Dachdecker- ausbildung jeweils auf eineinhalb Jahre verkürzen. Danach folgte der Meister- brief im Dachdeckerhandwerk und der Betriebswirt des Handwerks“, erinnert er sich.Mit27Jahrenkonnteersichdankum- fangreicherQualifikationenselbstständig machen und hat nun ein Team aus zehn Mitarbeitern. Die gute Auftragslage ist hierbei unge- brochen: „Wir verzichten komplett auf Werbung und bleiben in der Region, weil die Auftragslage sich sehr gut darstellt. Und diese gute Auftragslage gebe ich gerneandieMitarbeiterweiter.“BesteVo- raussetzungen also für eine erfolgreiche Karriere im Handwerk. Kontakt: Sascha Horbach Tel. 06783/ 185 13 33 www.sascha- horbach.de Max Winkler und Cedric Schranz hatten gute Gründe, nach dem Abitur eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk zu beginnen. Nicolai Steeb fertigte einen TV-Unterschrank als Meisterstück. Sideboard von Julian Fischer. Fotos: Michael Jordan

RkJQdWJsaXNoZXIy NzU4Mzk=