Handwerk Special Nr. 228 vom 06.09.2019

6. September 2019 www.handwerk-sp cial.de 15 25 Jahre Essindgenau8442Kilometer:Sogroßistdie Entfernung zwischen Koblenz und Austin in Texas. Trotz dieser gewaltigen Dis- tanz ist es gelungen, die 1992 geschlossene Städtepartnerschaft mit Leben zu füllen. Und das liegt vor allem am Engagement der Akteure im Bereich der beruflichen Bildung. Dass die Austauschprogramme funktionieren, zeigte sich jüngst imMetall- und Technologiezentrum der Handwerks- kammer (HwK) Koblenz. Hier vertieften Die Städtepartnerschaft Koblenz- Austin feiert Geburtstag. Die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs und HwK-Hauptge- schäftsführer Ralf Hellrich begrüßten die Lehrgangsteil- nehmer aus der Partnerstadt Austin. zwölf Amerikaner im Alter von 20 bis 66 Jahren ihre Kenntnisse rund ums Schweißen. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Texas hat knapp eine Million Einwohner, Koblenz nur 113.700. Dennoch haben beide Städte und die angrenzenden Regionen das gleiche Problem: Es fehlt an gut ausgebil- deten Handwerkern – auch weil immer noch zu wenige wissen, welche Entwicklungsperspektiven es indiesemWirtschaftszweiggibt.Das betonte auch die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs, für die der Ortstermin beim Handwerk ein Heimspiel war. Sie hat ja bekanntlich ihre Wurzeln in der Koblenzer Agentur für Arbeit und kennt das „Innenleben“ dieses Wirtschaftszweiges bestens. Neben ihrem Interesse an modernster Technik wollte die Gruppe, die im Austin Community College (ACC) studiert, auch das klassische Kunstschmiedehandwerk kennenlernen. „Die Abtei Maria Laach hat das möglich gemacht“, so Stefan Gustav, der den dreiwöchigen Lehrgang für die Gäste vorbereitet hat und sie betreut. Der Diplom-Kaufmann ist seit denAnfängen der Partnerschaft imBereich derHwK-Berufsbildungdabei. Trotz der vielen guten Ansätze gab es in der Zusammenarbeit immer wieder Lücken. Die große geografische Distanz machen die Austausch- programme aufwendig und teuer. Es war schließlich der Koblenzer Handwerksunternehmer undHwK-VizepräsidentMarkScherhag, der sich nach einer Reise nachAustin für eine erneuteVertiefung der Partnerschaft einsetzte. Er selbst hatte zu Beginn der Zusammenarbeit einen jungen Amerikaner ausgebildet. Ergebnis der „Neuauflage“ 2019: Den Studenten des Austin Community College (ACC) wurde eine „Summer-School“ in Koblenz angeboten. Das ACC hat sich dann auf den Bereich Schweißtechnik konzentriert, nicht zuletzt, weil mit Troy de Frates ein ehemaliger Teilnehmer an den Austauschmaßnahmen heute den Schweißbereich des ACC leitet.

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