Handwerk Special Nr. 227vom 27.04.2019
Im Porträt: Die Besten ihres Handwerks Nr. 227 27. April 2019 www.handwerk-special.de 6 Schon als Kind wusste die heute 28-jährige Dresdnerin, dass der künftige Beruf „mit Kunst zu tun haben sollte“. Die Entscheidung für das Goldschmiede- handwerk fiel dann nach dem freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege 2009. Das hat Annegret Penckert nach dem Abi- tur absolviert. „Weil ich keinen Studiengang fand, bei dem nur Interesse bestand, und die Vorstel- lung fehlte, später damit eine Arbeit zu finden, wählte ich die Universität ab und sah mich nach Handwerksberufen um. Meine Familie hat mich bei meinen Entschei- dungen immer unter- stützt“, betont sie. Es folgte die Meister- schule bei der HwK Koblenz. „Ich finde es wichtig, dass trotz Ver- ordnung, nach der Gold- schmiedelehre keinen Meister mehr benötigen, dieser Abschluss gestärkt wird. Er steht für Quali- tät, Erfahrung und stän- diges Überdenken des eigenen Handwerks – jetzt und auch in Zukunft!“ Doch der meisterliche Aufwand war groß, „denn ich musste jedes Wochenende die Strecke zwischen Dresden und dem Hunsrück zurücklegen. Trotzdem möchte ich diese Zeit nicht missen, in der ich viel Neues kennen gelernt habe. Es war eine positive Bereicherung in vielerlei Hinsicht.“ Foto: privat Wo sehen sich die Jungmeister von heute in zehn Jahren? Eine Frage, die von fast allen Jungmeistern beschei- den beantwortet wird und kleine Schritte be- schreibt. Millionäre oder Großunternehmer sind keine dabei, und Benja- min Schütz führt einen Gedanken auf, der wenig mit unternehmerischer Entwicklung zu tun hat. Der heute 24-Jährige aus Hennweiler in der Nähe von Bad Kreuznach möchte „ein glücklicher Familienvater sein“. Was eine leitende Position mit dem Meisterbrief ja nicht ausschließt ... Die Entscheidung für den Meisterbrief begründet er mit der Leidenschaft für den Beruf, in dem er sich wohlfühlt und glücklich ist, in dem er aber auch ein Maximum an Wissen verfügen möchte. Die Meistervorbereitung lobt er neben allem Fachlichen, weil sich „in- nerhalb der Lerngruppe eine starke Gemeinschaft bildete und die Teamfähigkeit eine wichtige Rolle spielte. Ge- stärkt wurde auch die Selbstdisziplin, ohne die Erfolg kaum möglich ist. Alles in allem fand auch eine persönliche Wei- terentwicklung statt.“ Gute Erfahrungen, in die er auch die HwK-Meisterdozenten einschließt: Daumen hoch und auch eine Empfehlung für andere. Foto: Michael Jordan Autos fand Robin Schü- rer schon in Kindertagen interessant. Er nennt als Berufswunsch von da- mals: Müllwagenfahrer. Kurz vor dem Abitur musste dann die Frage beantwortet werden, wie es nach der Schule weitergeht. Der heute 25-Jährige aus Swisttal schwankte zwischen Studium und Ausbildung. „Mein bester Freund, der ebenso autobegeistert ist wie ich, hat mich dann überzeugt, den hand- werklichen Weg einzu- schlagen.“ Vom Gesellen zum Mei- ster – für Robin Schürer ein logischer Schritt, den er mit einer höheren Qualifikation und bes- seren Chancen auf dem Arbeitsmarkt begründet. Der Vorbereitungskurs hatte es fachlich in sich. „Wir waren eine Su- per-Truppe“, wobei er die Dozenten wie auch Mitschüler gleicherma- ßen einschließt. „Unterm Strich war es eine schö- ne, wenn auch anstren- Kraftfahrzeugtechnikermeister Robin Schürer gende Zeit. Unser Hauptkurs ist in der praktischen Vorberei- tung zu einer festen Einheit zusammengewachsen“, schaut der Jungmeister auf die gemachten Erfahrungen zurück. Nun gilt es, praktische Erfahrungen zu sammeln, „so nah wie möglich an der Technik, denn die Kfz-Technik entwickelt sich ja per- manent und auch rasant weiter.“ Foto: Michael Jordan Kraftfahrzeugmechani- ker wollte er als Kind werden, und ein Hand- werker wurde er dann auch: Rainer Schrodt aus Eppertshausen, zwischen Offenbach am Main und Darmstadt gelegen, ist 30 Jahre alt. Er erinnert sich noch gut an seine Aus- bildung auf den Dächern der Region. „Das Arbei- ten in großen Höhen war schon gewöhnungsbe- dürftig.“ Nun ist er Meister und nennt gute Gründe für die Entscheidung, dafür noch einmal die Schulbank zu drücken: „Um mich von meinen Mitbewerbern abzusetzen und beruflich besser aufgestellt zu sein.“ Außerdem will Rainer Schrodt so besser seinen Chef entlasten. Er spricht auch offen über die har- te Arbeit, die er in den Meisterbrief investierte. „Ich hatte schon einige schlaflose Nächte und die Inhalte in ihrer Vielfalt sind nicht zu unterschät- zen. Letztendlich aber Klempnermeister Rainer Schrodt war es eine schöne Zeit und ich würde es genauso wieder machen.“ Wo Rainer Schrodt sich in zehn Jahren sieht? „Das weiß ich heute noch nicht“, antwortet er. Doch mit dem er- klärten Ziel, den Chef zu entlasten, verbindet sich auch ein klares Votum für den Betrieb, in dem er heute arbeitet – nun als Meister! Foto: privat Installateur- und Heizungsbauermeister Benjamin Schütz Gold- und Silberschmiedemeisterin Annegret Penckert
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