Handwerk Special Nr. 227vom 27.04.2019

Meisterbrief ist Teil der Familiengeschichte Nr. 227 27. April 2019 www.handwerk-special.de 14 Meister-Brüder So beim Lernen: Der jüngere der beiden Brötz-BrüderTimoisteherderMorgenbüff- ler und steht dafür um 5 Uhr auf. Marco, zwei Jahre und vier Monate älter, fährt in den Nachmittagsstunden zur Höchstform auf. Auch die Ausbildungsberufe waren unterschiedlich: Der 1994 geborene Marco ist Mechatroniker, Timo, 1997 geboren, Feinwerkmechaniker. „Uns beiden war klar: irgendwann wollten wir den Meister machen!“ Bei der Ent- scheidung spielt dann eine Mitarbeiterin der Handwerkskammer (HwK) Koblenz auf dem Weg in die Ehe eine – nicht ganz unwichtige – Nebenrolle. Diese feiert in Düsseldorf kurz vor der Hochzeit ihren Junggesellinnenabschied. In der gleichen Location genießen einige Meter weiter die Brötz-Brüder ihreFeier undmankommt ins Gespräch.Herkunft, Beruf undderMeister- brief sind Themen und die HwK-Meister- schule punktet andiesemTagoffensichtlich überzeugend. Kurze Zeit später stellen sich dieBrüderdemzehnmonatigenVollzeitkurs im Feinwerkmechanikerhandwerk bei der HwK Koblenz. „Wir wussten vom ersten Tag an: geschenkt wird uns hier nichts. Gerade die Fachbereiche Buchhaltung und Betriebswirtschaft warenNeuland und sehr anspruchsvoll.“ Beim Lernen greifen die Brüder auf das gleiche System zurück: Es werden Kartei- karten erstellt und diese durchgearbeitet. Am Ende sind es um die 600 Karten, die man inhaltlich abrufen kann … und muss! „Einen Konkurrenzkampf hat es nie ge- geben“, sagen Marco und Timo überein- stimmend. Eher habe man sich gegenseitig angetrieben und ein gemeinsames Ziel verfolgt: Den Meisterbrief! Den werden sie am 27. April feierlich entgegen nehmen. Mit dabei ist auch die Familie, „der wir sehr dankbar sind für die Unterstützung!“ So sind die beiden Meisterbriefe auch ein bisschen familiäres Gemeinschaftswerk und alle können stolz sein auf das Erreichte. Einen heben die beiden Brüder dann doch heraus: ihren Großvater Werner Brötz! Werner Brötz ist Steinmetzmeister und erhielt 2016 seinen GoldenenMeisterbrief. 50 Jahre vorher, 1966, konnte er seinen Brief als Jungmeister entgegennehmen. Nun, 53 Jahre später, feiert Familie Brötz die nächste Jungmeister-Generation – und das gleich zweifach! Kontakt: HwK-Meister- akademie Tel. 0261/ 398-311 meister@hwk- koblenz.de Steinmetzmeister Werner Brötz, hier mit HwK-Prä- sident Kurt Krautscheid, ist Großvater der Brüder. Meisterjubilare: Jetzt anmelden! Jedes Jahr im Oktober ehrt die Handwerkskammer Koblenz „ihre“ Goldenen Meister für ein 50-, 60-, 65-, oder sogar 70-jähriges Meisterjubiläum. Vor zwei Jahren erhielt Werner Brötz (Foto oben), Groß- vater vonMarcoundTimo (Reportage auf dieser Seite) die Auszeichnung. Am16. und 17. Oktober 2019 ist eswieder soweit und die HwKKoblenz ruft alle Altmeister und ihre Familien auf, sich zu anzumelden!Mit derAltmeisterfeier hebt die HwK Koblenz das Lebenswerk der verdienten HandwerksmeisterherausundsetzteindeutlichesZeichen: Jeder Einzelne hat Wirtschaftsgeschichte geschrieben! Anmeldung: Tel. 0261/ 398-311 Foto: P!ELmedia Ein Bruder-Paar drückt im gleichen Handwerk die Meisterbank und legt gemeinsam die Prüfung ab. Das klingt nach Gleichschritt. Doch so ähnlich sich Marco (links im Bild) und Timo Brötz aus Ettringen in der Eifel sind … es gibt auch einige Unterschiede.

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