Handwerk Special Nr. 227vom 27.04.2019

Landwirt und Zimmerermeister / Elektrik und Wasser Nr. 227 27. April 2019 www.handwerk-special.de 13 Der Entschlossene Die Vulkaneifel kann in der warmen Jah- reszeit sehr malerisch sein. Doch wenn es kalt und grau ist, kann es für „Zugereiste“ etwas einsam wirken. Ganz anders Lars Finken. „Ich bin es gewohnt, hier ist meine Heimat“, sagt der Vater zweier Kleinkinder vom Katharinenhof bei Steffeln. Gerade erst hat der Zimmerer den Meisterbrief bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz erworben. Beruflich hat er sich doppelt aufgestellt, wobei das Handwerk schon immer eine Leidenschaft war. WerdenKatharinenhofbesuchenwill,muss seine Fahrt gut planen, denn der Hof liegt runddreiKilometeraußerhalbdesOrtes.Ein typischer Aussiedlerhof der 60er-Jahre, der vomGroßvater, Alexander Finken, gegrün- det wurde. Der Gründer war ein klassischer Milchbauer. Sein Sohn, Friedhelm Finken, und zuletzt der Enkel folgten diesem Weg. „Wir hatten bis zu 50 Milchkühe“, erzählt Lars Finken. Und lange sah es so aus, dass auch er seinen Lebensmittelpunkt in der Landwirtschaft finden würde. Doch es kam anders. Das Ganze hat viel mit Strukturveränderungen und noch mehr mit Politik zu tun. Wie dem auch sei: Die Bauern mussten sich umorientieren, ratio- nalisieren – und vor allem viel in moderne Technik investieren. Einige Landwirte gingen diesen Weg. LarsFinken,dernachseinerZimmerer-Aus- bildungeineUmschulungzumLandwirtund eineWeiterbildung zumStaatlichgeprüften Techniker für Landbau absolvierte, wollte diesen risikoreichenWeg nicht gehen. Sein Glück war, dass er sich doppelt aufgestellt hatte.ErwandtesichwiederdemZimmerer- handwerkzu.AngenehmerNebeneffekt:Als Handwerker konnte er den Hof nicht nur instand halten, sondern auch nach seinen Wünschen verändern. Der Katharinenhof wurde zum idealen Ort für die beiden Kin- der. „Es ist ja genug Platz da“, meint der heute 37-Jährige und verweist auch auf die Tischlerwerkstatt, die auf dem Hofgelände entstanden ist. Hier arbeitet Bruder Kristian Finken, ein Tischler, der erfolgreich eine Marktnische besetzt hat.Mit einemkleinenTeamstellt er Strategie-undAktionsspiele,Gesellschafts- spiele, Knobelspiele und auch Großspiele für draußen her. Lars Finken wollte sich weiterentwickeln und entschied sich ganz bewusst für eine Vollzeit-Meisterausbildung bei der Hand- werkskammer Koblenz. Denn einerseits wollte er sich voll auf die Inhalte konzen- trieren und andererseits für seine Familie da sein. Wie Lars Finken als Zimmerer und Landwirt seinen Weg ging und sich dann doch für das Handwerk entschied. Ein ungewöhnlicher Beruf Sven Herter (Bild oben) ist 25 Jahre, Elektrotechni- kermeister. Sein Beruf ist außergewöhnlich. Der Jungmeister arbeitet beim Wasserstraßen- und SchifffahrtsamtKoblenz, einerOrtsbehörde innerhalbder Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Hinter der etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein attraktiverArbeitgeber.DieKoblenzer sind für Schifffahrt und Schleusen auf Mosel und Lahn zuständig. Und auch für Elektrotechniker gibt es hier einiges zu tun. „Wartung und Instandsetzung der Elektrik von Schleusen und der bundeseigenen Wasserfahrzeuge“ – so fasst Sven Herter seine Aufgaben knapp zusammen. Nach der Lehre erwarb er an der Koblenzer Carl-Benz- Schule berufsbegleitend das Fachabitur. Nach diesem Erfolg war der Ehrgeiz geweckt: jetzt musste der Mei- stertitel her! Der Hunsrücker entschied sich für einen Vollzeit-Meisterkurs bei der HwK Kolenz, da auch der Arbeitgeber mitzog. Dort schätzt er die Arbeit in einem kleinen Team und spannende Projekte. Kontakt: HwK-Meister- akademie Tel. 0261/ 398-311 meister@hwk- koblenz.de

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