Handwerk Special Nr. 222 vom 15.09.2018

Teilnahme ist Ehrensache! Für Sonja und Ric Sebes aus Sankt Goar ist es „ei- ne Ehre“, ihre Keramiken in der Ausstellung „Vis à Vis – Saarland trifft Rhein- land-Pfalz“ in der Koblen- zer Galerie Handwerk zu präsentieren. Studio Sebes steht stellvertretend für Rheinland-Pfalz Saarländerin Margit Bauer in Koblenz „Die Ausstellung in der Galerie Handwerk ist ein farbiger Baustein in meinem Leben“, sagt Margit Bauer. Die gelernte Möbeltischlerin lebt seit 1976 in Wiebelskirchen, Saarland. Sie hat Kunstgeschichte an der Kunstschule in Zürich, Kunst- therapie und humanistische Pädagogik in Heidelberg und Siegen studiert. 35Berufsjahre lang engagierte sie sich in der Behindertenarbeit und leitete eine Tischlerei. In dieser Zeit machte sie sich auch als frei- schaffende Künstlerin einen Namen. Umden richtigen Ausdruck zu finden, der das aussagt, was sie empfindet, verwendet sie verschiedene Techniken. Sie nutztKeramik, Porzellan, Glas und Farbe. Die Kunsthand- werkerin experimentiert und ergreift das Material, welches sie benötigt, um ihrem jewei- ligenAusdruckswillengerecht zu werden. „Die Technik, das Material undmich selbst bis an dieGrenze auszuprobierenund dabei neue Wege zu finden, ist mein Anspruch.“ Ihr soziales Engagement für Randgruppen in sozialen Brennpunkten oder die Unterstützung verschie- dener Hilfsprojekte in Burkina Faso sowie ihre Liebe zur Natur, fremden Völkern und Kulturen, haben sie geprägt und inspiriert. Thema der letzten aktuellen Schaffensphase von Margit Bauer sind Köpfe. Einen Ein- blick davon vermittelt sie in Koblenz. „Mich fasziniert am Thema die Vielschichtigkeit. Die Gegensätzlichkeit der Köpfe reicht vom ,klassischen Kopf’, welcher nach westeu- ropäischem Verständnis der Norm entspricht, zu eindeutig abweichenden Darstellungen bis hin zu Formen der Ver- wesung“; erklärt sie. Die Gesichter sind jung oder alt, bisweilen verwischen auch die Grenzen zwischenmännlichen und weiblichen Anteilen, im- mer steht das Menschliche im Zentrum, die Akzeptanz der Individualität. Es gibt auch klare Frauenthe- men. Deren Rechte zu stärken, liegt Margit Bauer amHerzen. So zeigt eine aus Porzellan gefertigteKopfserie:„tragende Frauen“ was Frauen tragen und ertragen. Ein weiteres brandaktuelles Thema, mit dem sie sich immer wieder in ihren Kopfserien kritisch auseinandersetzt ist Natur und Umwelt. Etwa vier Wochen arbeitet sie aneinemKopf.Alle sind Unikate. Margit Bauer wurde mehrfach ausgezeichnet Sie ist mit ihren Arbeiten auf internationalen Ausstellungen vertreten. Auf Initiative des Berufs- verbandes Handwerk Kunst Design Saar e. V. präsen- tiert die Galerie Handwerk in Koblenz die Ausstellung „Vis à Vis – Saarland trifft Rheinland-Pfalz“. Aus beiden Bundesländern nehmen je 15 ausgewählte Handwerker, Gestalter und Künstler teil und zeigen vom 29. August bis 30. September herausragende Beispiele ihres Schaffens. Infos bei der HwK Koblenz: E-Mail galerie@hwk-koblenz.de Vis à Vis Ausstellung in Koblenz Info-Tel. 0261/ 398-277 Galerie Handwerk: Ausstellung zeigt Spitzenkunsthandwerk Nr. 222 15. September 2018 www.handwerk-special.de 7 „Wir lieben es, mit Ton zu arbeiten und ihm eine Form zu geben“, so Sonja Sebes. Die Holländer sind nach ihrer keramischen Ausbildung an der Fachhochschule 2013 nach Deutschland umgezogen. Hier habensieeinealteMühlegekauft undzuihremKeramikstudioum- gebaut. „DieÖl-GetreideMühle ist eine von wölf, die einst im Gründelbachtal klapperten. Sie wurde 1990 stillgelegt“, erzählt die 49-Jährige. Sie sagt, dass die „durch Plattentektonik und Erosion entstandene Landschaft des Mittelrheins eine große In- spiration für sie und ihren Mann ist und „mit ausschlaggebend für den Ortswechsel war“. Sonja Sebes verwendet für ihre ArbeitenhauptsächlichPorzellan. Sie glasiert es oft nur teilweise. Auf diese Weise entsteht ein Lichtspiel auf der Oberfläche und die Arbeiten werden sehr taktil, also tastbar. Die Formen werden verstärkt durch dezente Verwendung von Farbe. „Ich magdasweißePorzellanmitdem schlichten Dekor und freue mich über die positive Resonanz bei den Kunden.“ Sieselbstbeschreibtsichals„kre- ativenMenschenmitvielSinnfür Kunst undhandwerklicheFertig- keiten“.BeidenArbeitenvonRic Sebes steht der Kontrast einer rauen gebrochenen Textur und einer feinen auskristallisierten Glasurschicht im Mittelpunkt. Als Keramiker experimentiert Ric Sebes viel bei der Zusam- menstellung der Massen, bei der Glasur und der Brennweise, um so ein spannendes Resultat zu erreichen. Große Gegensätze werden in seinenKeramiken zur Ganzheit. Das Ehepaar Sebes arbeitet im Studionebeneinander, aber jeder setzt seine eigene Formenspra- che um. „Natürlich begutachten wir unsere Arbeiten gegenseitig und geben uns auch Tipps. Mit einem umgebauten Bus sind die beiden Keramiker international unterwegs,zeigenundverkaufen ihre keramischen Unikate. Sonja Sebes aus St. Goar ist mit ihren Arbeiten in der Galerie Hand- werk vertreten. Ausdrucksstarke Kopf-Arbeit von Margit Bauer. Arbeit von Ric Sebus. Margit Bauer lebt und arbeitet im saarlän- dischen Wiebels- kirchen.

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