Handwerk Special Nr. 218 vom 07.04.2018
Jungmeister im Porträt / HwK-Ehrenamtsakademie Nr. 218 7. April 2018 www.handwerk-special.de 11 Vorgestellt Der Älteste Meister Michael Neis (55) aus Schiffweiler ist der älteste Jungmeister des Meisterjahrgangs 2017. Von 659 Gerüstbauern, die von der Handwerks- kammer(HwK)Koblenz mit dem Großen Mei- sterbrief geehrt wurden, ist er der älteste Jung- meister. Neis hat Elek- trotechnik studiert und imSaarland imBergbau gearbeitet. 250 Jahre lang hat der Kohlebergbau hier das Leben bestimmt. Mit der Schließung der letzten Grube war endgültig Schlussmit der Förderungder Saar-Kohle. Bei seinemNeubeginn als Gerüstbauer kam dem heute 55-Jährigen der Zufall zur Hilfe. „Beim Renovieren meines Hauses war ein Gerüst erforderlich. Große Firmen wollten sich nicht mit Kleinaufträgen beschäf- tigen, da haben mein Nachbar und ich uns selbst geholfen. Ich hatte Spaß – und das war der Start“, erzählt er. Heute beschäftigt Neis acht Mitarbeiter. Er zeigt einmal mehr, dass der Erwerb des Großen Befähigungsnachweises im Handwerk unabhängig vom Lebensalter ist. „Ich habe es nie bereut, mich den neuen Herausforderungen zu stellen. Im Meisterkurs hatte ich auch andere Mitstreiter mit 50plus. Der Meisterkurs in Koblenz hat einen guten Ruf. Viele sind dafür weit angereist“, erzählt er. Vorgestellt Die Jüngste Meisterin Lea Kexel (19) aus Limburg ist die jüngste Augenoptiker- meisterin. 659 Meister legten vor der Handwerkskammer (HwK) Koblenz ihre Meisterprüfung ab. Lea ist die Jüngste unter ihnen. „Zu meinem Be- ruf bin ich durch ver- schiedeneSchulpraktika gekommen. Die Lehre im Handwerk bietet echte Karrierechancen. Die Mischung aus Kundenkontakt und Präzisionsarbeit gefällt mir sehr. Ich habe bei Apollo Optik in Koblenz gelernt und arbeite jetzt als angestellte Meisterin bei Apollo inMünchen. Das ist meine Traumstadt. Hier möchte ichmichweiterentwickeln.Geradeals Jungmeister ist es als Angestellte sehr schön, daman immer nocheinenAnsprechpartner bei schwierigen Fällen hat. Dadurch hat man die Möglichkeit, sich immer weiterzubilden. Der Große Befähigungsnachweis hält mir viele Optionen der beruflichen Entwicklung offen“, so Lea zu Ihrem Werdegang. Lea hat im Anschluss an ihre Lehre den Meisterkurs an der Fachschule für Augenoptik undOptometrie ( optonia) in Limburg besucht. „DasLernenginggleichweiter und ichmusstemichnicht erneut für den Schulbesuch motivieren“, erklärte sie. Die Hand- werkskammer Koblenz arbeitet im Rahmen der Meisterprüfung eng mit der optonia zusammen. HwK schult Prüfer Sie prüfen Lehrlinge und bestätigen deren Fertig- keiten und Fähigkeiten. Jetzt drücken sie selbst die Schulbank bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Weiterbildung: Neues Angebot der Ehrenamtsakademie Im Rahmen der Ehrenamtsaka- demiebietet dieHwKKoblenz in Kooperation mit demKraftfahr- zeuggewerbe Rheinland-Pfalz e.V. Mitgliedern der Gesellen- prüfungsausschüsse aus den Kfz-Innungen Mittelrhein, Un- terlahn und Rhein-Nahe-Huns- rück den Lehrgang Hochvolt1 (HV) an. Der zunehmende Mitglieder der Gesellen- prüfungsausschüsse im Kfz-Handwerk während der HV-Schulung bei der HwK. Einsatz von Elektroantrieben in der Fahrzeugtechnik durch Brennstoffzelle, Hybridtechnik, Elektrofahrzeuge führt zu einer elektrischen Gefährdung durch Körperdurchströmung bei Ar- beiten an Fahrzeugen. Der Start der Ehrenamtsakademie mit der HV-Qualifizierung war ein Volltreffer. Bereits im ersten Quartal fanden drei Kurse statt. Mit der Ehrenamtsakademie un- terstützt die HwKKoblenz alle, die sich in unterschiedlichen handwerklichen Gremien und Ausschüssen ehrenamtlich engagieren, mit einer Fülle an gebündelten Informationen und maßgeschneiderten Bildungs- angeboten. Die Ehrenamtsaka- demie ist auch eine Plattform für den Erfahrungsaustausch der Ehrenamtsträger unterein- ander. Infos zur Ehrenamtsakademie bei der HwK: Tel. 0261/ 398- 305, ulrich.meinhard@hwk- koblenz.de „Stolz, Meister zu sein!“ Juri Bichel schätzt das angenehme Arbeitsklima im Maschinenbaubetrieb Durwen in Plaidt. Hier hat er als 15-Jähriger seine Lehre als Feinwerkmecha- niker gemacht. Jetzt, mit 37 Jahren, ist er Meister in seinem Handwerk und Abteilungsleiter Zuschnitt bei Durwen. Juri Bichel: vom Lehrling zum Feinwerkmechanikermeister „Mein Chef hat mich immer gefordert und gefördert“, sagt er. Die Harmonie im Team ist für Juri Bichel die Basis für erfolgreiches Arbeiten. Als JuriBichel dieLehrebegann, hatte er den Meisterbrief noch nicht imVisier. „Geschäftsführer Klaus Durwen ist nach meinem Zivildienst auf mich zugekom- men und hat mir angeboten, eine neue Abteilung aufzubauen. Inzwischen sind wir in der Ar- beitsvorbereitung 18 Mitarbei- ter. Ich wollte den Meisterbrief unbedingt erwerben, um mein Fachwissen zu erweitern und einen Qualitätsnachweis zu er- bringen. Es ist ein gutes Gefühl, Meister zu sein. Der Meister steht für Wissen, aber auch für Vertrauen und Ehre. Das treibt mich an“, sagt er. An dieser Stelle gilt sein Dank auch der HwK-Meisterakade- mie, den Dozenten, die ihn im- mer wieder ermutigt haben, am Ball zu bleiben. „Mit Mitte 30 in Teilzeit erneut die Schulbank zu drücken, ist nicht leicht“, weiß Als 15-Jähriger begann Juri Bichel eine Ausbildung im Maschinenbaubetrieb Durwen, jetzt ist er dort als Meister und Abteilungsleiter tätig. der Vater von drei Kindern. Seine Frau hielt ihmdenRücken frei und auch sein Chef Klaus Durwen stärkte ihn durch sein Vertrauen. Juri Bichel ist in einem kleinen Dorf in Sibirien geboren. Mit acht Jahrenkamer nachPlaidt.Er hat die Hauptschule besucht und eine Handwerkslehre gemacht. Er istMeister undeinegeschätzte Fachkraft. Die Achtung und Wertschätzung, die ihm bereits als Lehrling entgegengebracht wurde, gibt er gern weiter. Foto: privat
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