Handwerk Special Nr. 217 vom 24.02.2018

Inhaber einer freien Kfz-Werkstatt zu sein, ist heute mehr denn je eine große Herausforde- rung. Die Investitionen in zeitgemäße Technik sind nicht ohne, Chefs und Mitarbeiter müssen sich laufend weiterbilden – und zwar markenüber- greifend. Wie man am Ball bleibt und gleichzeitig Erfolg hat, zeigt das Bei- spiel des Handwerksun- ternehmens Kfz-Technik La Rocca & Vernia GmbH in Wirges. „Das läuft heute alles nicht mehr so wie früher.“ Kfz-Meister Rosario La Rocca sagt dies ohne Nostalgie und schaltet sein Scheinwerfer-Einstellgerät ein. Mit dessenHilfe kann–dankLa- sertechnik – imHochpräzisions- bereich gearbeitet werden. Seit Anfang des Jahres sind solche Geräte für jede Kfz-Werkstatt Pflicht. Rosario La Rocca hat das vorausgesehen und deutlich Kfz-Meister La Rocca setzt auf Technik und Weiterbildung Wie sich Handwerksbetriebe auf die Zukunft vorbereiten Nr. 217 24. Februar 2018 www.handwerk-special.de 16 Rosario und Karin La Rocca mit einem Teil ihres Teams, zu dem auch Neffe Seba- stian Hausen (2. von rechts) gehört, der einmal den Betrieb übernehmen wird. Rosario La Rocca bei der Arbeit am Scheinwerfer- Einstellgerät mit Lasertechnik. Taner Yildiz und Sebastian Gresser haben einen Fahrersitz ausgebaut, um ihn zu untersuchen und zu reparieren. Auch Arbeiten an der Karosserie und Reparaturen an der Tür werden übernommen. Das Foto zeigt Viktor Werner und Raphael Kröber vor dem Einbau einer reparierten Tür. früher investiert. Die Fähigkeit, Trends früh vorauszusehen, ist für den seit 18 Jahren be- stehenden Handwerksbetrieb ein Wettbewerbsvorteil. Denn seine Vielseitigkeit hat sich herumgesprochen. Und nicht nur das. Nicht ohne Stolz ver- weist Ehefrau Karin La Rocca auf die vielen Stammkunden. Sie ist für den kaufmännischen Part im Betrieb zuständig und übernimmt Buchführung und Finanzverwaltung. „Wir nehmen uns Zeit für unsere Kunden“, sagt sie über einen der Vorzüge des Betriebs, dessen zweiter Gesellschafter TommasoVernia ist. Und das wird honoriert. EinweitererPunkt ist nebeneiner vernünftigen Preisgestaltung, zum Teil mit Festpreisen, dass das siebenköpfige Team, darun- ter zwei Lehrlinge, stets auf dem Laufenden sind. „Ohne ständige Weiterbildung geht es nicht“, sagt Karin La Rocca. So nimmt das Team an bis zu 15 Lehrgän- gen im Jahr teil und qualifiziert sich damit nicht nur laufend im Bereich der neuen Modelle mit konventionellen Verbrennungs- motoren, sondern auch rundums Elektroauto. Dabei ist die neue Antriebstechnik in Wirges und Umgebung noch kein großes Thema.Aber aufdenTag, andem sich das Ganze ändern könnte, will man vorbereitet sein. Karin La Rocca schätzt, dass es bis da- hin noch dauernwird. Denn eine entscheidendeVoraussetzung ist der Ausbau der im Westerwald (noch) völlig unzureichenden Lade-Infrastruktur. Was jedochnichtwartenkann, ist die Pflicht, den Service laufend zuverbessern. So sind imBetrieb von Montag bis einschließlich Freitag Haupt- und Abgasun- tersuchungen möglich. Kunden, die zunehmend eine flexible Termingestaltung wünschen, wissen das zu schätzen. Jahres- und Gebrauchtwagen, Reparaturen aller Fahrzeug- modelle, Inspektion, Bremsen- dienst, Stoßdämpfer,Ölwechsel, Kupplung, Elektrik, Reifen/ Felgen, Karosserieinstandset- zung, Klimaanlagen: Mit die- sem Komplettpaket wirbt das Unternehmen. Dazu kommt die Reparatur undderAustauschvon Windschutzscheiben. Die Be- wertungen für das Unternehmen imNetz sind gut, undRosarioLa Rocca kann zufrieden auf das Erreichte zurückblicken. Angefangen hat der Sohn itali- enischer Einwanderer mit bau- handwerklichem Hintergrund wie so viele Existenzgründer: In Form eines Einmann-Unter- nehmens. Der Gründer setzte auf moderates Wachstum und übernahmsich nicht. Diese Stra- tegie zahlte sich aus,mit der Zeit kam eines zum anderen. Schon früh gelang es dem Gründer, als „Qualifizierten Bosch-Partner“ anerkannt zu werden, weil er vor allem in Weiterbildung und hochwertige, zeitgemäße Tech- nik investiert. Deshalb sind im Betrieb die unterschiedlichsten Messungen undPrüfungsvorgängemöglich, zum Beispiel bei Klimatechnik und Abgasanlagen. Ein Brem- senprüfstand und eine Achs- messbühne gehören ebenfalls zum Standard. Die Aufrüstung im Hard- und Softwarebereich betraf nicht nur den technischen, sondern auch den logistischen Bereich. Beispielweise ist es über ein spezielles Programm möglich, Aufträge ganzheitlich zu bearbeiten – inklusiveKalku- lation und sofortige Bestellung von Ersatzteilen für sämtliche gängigen Fahrzeugarten und Typen zu bestellen. Nicht nur auf die neuen Ent- wicklungen, sondern auf die personelle Zukunft hat sich Rosario La Rocca vorbereitet. Der 61-Jährige will eines Tages den Betrieb an seinen Neffen Sebastian Hausen (31) überge- ben. Er ist bereits Assistent der Geschäftsführung. Immer am Ball bleiben Kfz-Technik La Rocca & Vernia GmbH, Wirges Gegr. 2000 | 7 Mitarbeiter | Reparaturen, Instandsetzung, Service Tel. 02602/ 93 45 84 | www.kfz-technik-online.de

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