Handwerk Special Nr. 217 vom 24.02.2018
Handwerk schmeckt „Den Duft von frischem Backwerk nimmt man schon beim Eintreten war und der Kaffee ist ein Genuss“, urteilen die Kunden der Bäckerei Lehmann in Adenau und die Gäste im angeschlos- senen Café. „Wir gießen noch Filterkaffee auf und servieren das frisch zubereitete Frühstück am Tisch. Das wird gern angenommen und unse- re Bäckerei hat sich zu einem Kommunikations- punkt in Adenau entwi- ckelt“, freut sich Bäcker- meister Martin Lehmann. 1998 hat er den Betrieb von sei- nem Vater Ernst übernommen, der seit 1978bei derHandwerks- rolle der Handwerkskammer (HwK) Koblenz eingetragen ist. Er hatte den mütterlicherseits unter dem Namen Thiesen be- stehenden Kramladen, der auch eine Backstube einschloss, um- und ausgebaut. Das Café mit 30 Plätzen hat der heutige Inhaber später neu eröffnet. „Unsere Philosophie favori- siert das Ursprüngliche in den Backwaren. Immer mehr Men- schen erkennen, dass das Gute sprichwörtlich „so nahe liegt“. Dem entspricht das von uns verwendete Mehl aus alten Getreidesorten. So verleiht Emmer Vollkornbackwaren einen herzhaften Geschmack“, erklärt derBäckermeister. Selbst Bäckerei Lehmann setzt auf Haus-und Handgemachtes Balkan-Projekt der HwK endet im März Mehr als 20 Jahre lang hat sich die Handwerks- kammer (HwK) Koblenz erfolgreich beim Aufbau der Selbstverwaltung im Handwerk in mehreren Ländern Südosteuropas engagiert. Das imAuftrag desBundesmi- nisteriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit realisierte Projekt läuft am 31. März aus. Damit endet das Engagement derHwKindenBalkanländern – zumindest vorerst. Als letzte Veranstaltung in Koblenz wurde ein Work- shop konzipiert, der hand- werkliche Unternehmen und Handwerksvertretungen für dieHerausforderungen der Di- gitalisierung fit machen sollte. Zwei Kammermitarbeiter mit besondererExpertise indiesem Bereich, Christoph Krause, Leiter desKompetenzzentrums für Gestaltung, Kommunika- tion und Fertigung und Rolf Müller, Technologieberater stellten den 25 Teilnehmern aus sechs Ländern (Albani- en, Bulgarien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro und Serbien) die Chancen, aber auch die Gefahren vor, die für das Handwerksunternehmen aus der Digitalisierung folgen. In interaktiver Arbeit hatten die anwesenden Unternehmer die Möglichkeit über eine Checkliste selbst festzustellen wie ihr Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet ist. Die Dozenten gaben viele konkrete Ratschläge. Das Mittelstandsbüro Balkan, ein Netzwerk handwerklicher Organisationen in Südosteu- ropa , mittlerweile eine eigen- ständige Organisation, gehört an sichzudengrößtenErfolgen der Projektarbeit. 3D-Karosserie-Vermessung macht Unsichtbares sichtbar Ein neues elektronisches 3D-Vermessungssystem für Fahrzeugschäden setzt die Handwerkskam- mer (HwK) Koblenz jetzt in den Meisterkursen im Bereich Karosserie- und Fahrzeugbau ein. Auch die Lehrlinge in diesem Handwerk profitieren in der überbetrieblichen Lehrunter- weisung von der Arbeitsweise des digitalen Prüfgeräts. Für das Auge nicht mehr sichtbare Schäden an der Karosserie werdendurchdie automatische 3D-Messmethode erfasst. Jede einzelne Mess-Koordinate kann mit der entsprechenden Software in Polygonnetzflä- chen festgehalten werden, sodass alleAbweichungenmil- limetergenau feststellbar sind. Selbst komplexe Fahrzeugschä- denoder kleinsteDeformationen werden so vollständig und exakt dargestellt. Versicherungen for- dern vor der Regulierung eine detaillierte Dokumentation des Schadens. Der Einsatz elektro- nischer Vermessungssysteme gehört zunehmendzumStandard von Karosseriewerkstätten. Mit der Schulung ihrer Aus- bildungsmeister und dem anschließenden Einsatz ent- sprechender Technik greift die Handwerkskammer Koblenz modernste Entwicklungen auf und nutzt sie im Aus- und Weiterbildungsangebot. Handwerk im ländlichen Raum / HwK-Projekte Nr. 217 24. Februar 2018 www.handwerk-special.de 11 hergestellter Sauerteig, mit Teigruhezeiten von mehreren Stunden oder sogar über Nacht, ist inderBäckerei Lehmann eine Selbstverständlichkeit. Auf Fer- tigmischungen undZusatzstoffe wird verzichtet. „Die Kunden schmecken täglich frisch das Bäckerhandwerk, sechs Tage die Woche“, so Lehmann. Auch die Schüler vom Gymnasium in Adenau profitieren davon. Pünktlich zur ersten und zur zweiten Pause werden Backwa- ren, selbstgemachteHamburger, Pizza und mehr angeboten. Der Bäckermeister lebt für sei- nen Beruf und Ehefrau Claudia, die denVerkaufmanagt, ebenso. Auch die Töchter helfen zum Wochenende schon mal mit. „OhneLeidenschaft, Flexibilität und Kundennähe geht es nicht. So heben wir uns als kleiner Bäcker von den Discountern ab. Bei uns werden spezielle Kundenwünsche gebacken.Und wenn ganz spontan eine Familie bei uns einGeburtstagsfrühstück möchte, wird es arrangiert“, so Lehmann. Für die Zukunft gut aufgestellt Gemeinsam mit dem Betriebs- berater der Handwerkskammer Koblenz hat er den Ist-Zustand seines Betriebs analysiert und betriebswirtschaftliche Punkte besprochen, um auch in Zukunft weiter erfolgreich zu sein. Seine handwerkliche Bäckerei im ländlichen Raum zu erhalten, treibt Bäckermeister Martin Lehmann an. Bäckerei Martin Lehmann, Adenau Gegr. 1978 | 10 Mitarbeiter | Café, Schulkiosk, Frühstück, Snacks Tel. 02691/ 530 | baeckerei.lehmann@gmx.de Martin und Claudia Lehmann aus Adenau. Die Bäckerei Lehmann an der Adenauer Hauptstraße. Zum jüngsten Treffen des Mittelstandsbüros kamen 25 Teilnehmer aus sechs Ländern nach Koblenz – auch um Danke zu sagen für mehr als 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit deutschen Projektpartnern. 3D-Karosserievermessung mit neuester Technik.
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