Handwerk Special Nr. 212 vom 16.09.2017
wie die Koblenzer Handwerksmesse das Privatleben veränderte ... Nr. 212 16. September 2017 www.handwerk-special.de 16 Es begann im Mai 1993 ... Zum ersten Mal begeg- net sind sich Claudia und Volker Süßmeyer auf der Handwerksmes- se Koblenz 1993. Dort zeigten der Straßenbauer- geselle aus Bendorf und der weibliche Metallbau- erlehrling aus Leipzig ihr Handwerk den Besuchern in Lebenden Werkstätten. Damals erzählte ihrVolker, dass er im Rahmen eines Austausch- programms für junge Hand- werkslehrlinge und Gesellen nach Norwich in England fährt. Claudia war sofort Feuer und Flamme. Aufgewachsen in der ehemaligen DDR, waren Reisen inferneLänderohnehin tabu, und auch als Lehrling hatte sie noch nie von solchen Möglichkeiten gehört. Die Handwerkskammer (HwK) Koblenz organisierte für diedamals18-JährigedieMitrei- se. Der gemeinsame Aufenthalt in Norwich war der Beginn der privaten Beziehung zwischen den beiden Handwerkern aus Ost und West. Man pendelte zwischen Leipzig und Bendorf. Claudia beendete ihre Lehre. Volker legte die Meisterprüfung im Straßenbau- erhandwerk ab und qualifizierte sich zumBetriebswirt desHand- werks. 1996 gründete er seinen Betrieb. 1998 wurde geheiratet und ein Jahr später Sohn Felix Handwerker-Ehepaar lernte sich in „Lebenden Werkstätten“ kennen Junghandwerker werden mobil Auslandsaufenthalte ma- chen Lehrlinge und junge Fachkräfte fit für die An- forderungen der globalen Wirtschaft. Di e Handwe r kskamme r (HwK) Koblenz bietet im Oktober 2017 die nächsten Berufspraktika in Helsinki/ Finnland, Mallow/Irland, Va- lencia/Spanien und Vicenza/ Italien an. Junge Handwerker können dabei nicht nur beruf- liche Erfahrungen sammeln, sondern lernen auch Land und Leute aus erster Hand kennen. Die Mobilitätsberatung wird gefördert vom Bundesmini- sterium für Wirtschaft und Energie. Die Stipendien für Lehrlingeund jungeFachkräfte werden aus dem Programm Erasmus+ finanziert. Weitere Infos und Anmelde- möglichkeiten bei der HwK unter Tel.0261/ 398 337, mobira@hwk-koblenz.de geboren. Claudia Süßmeyer absolvierte die Weiterbildung zur Fachwirtinundanschließend zum Betriebswirt und führt das Büro desBendorfer Straßenbau- erbetriebs. Der Kreis schließt sich Der 18-jährige Felix Süßmeyer wird derzeit im Baubetrieb von Horst Schulz in Koblenz zum Straßenbauer ausgebildet. „Er sollte früh über den Gartenzaun hinausblicken“, so sein Vater. Da passt es, dass Felix bereits als 17-jähriger im Rahmen des Lehrlingsaustauschs inWienwar und aktuell in Irland.Möglich ist dies über dieMobilitätsberatung derHwKund dieAgentur „Your InternationalTraining“,Mallow. UnddieElternstehen ihremSohn innichtsnach.„Eigentlichwollten wir Felix einen Besuch in Irland abstatten und haben dann von der Möglichkeit einerAusbilderreise gehört. Gern haben wir diese Chance genutzt, um uns vor Ort Straßenbaubetriebeanzuschauen, mit Betriebsinhabern zu fach- simpeln und uns beispielsweise über die Ausbildungssysteme auszutauschen“, erzählt Volker Süßmeyer. Eigentlich schließt sich für sie auch ein Kreis, vom eigenen Lehrlingsaustausch in der Jugend zu dem des Sohnes, bis zur Reise als Ausbilder. 65 Kilo-Paket für Irland geschnürt Die Süßmeyers kamen nicht mit leeren Händen nach Irland. Bereits ihren Sohn hatten sie mit mehreren Werkzeug-Infobro- schüren ausgestattet. AuchZoll- stöcke hatte er im Gepäck. „Wir wissenausErfahrungsberichten, dassdasBandmaßgenutztwird.“ Vor ihrem Besuch schickten sie ein 65 Kilogramm schwe- res Paket mit zwei Schaufeln, Spitzhacke, Pflasterhammer und Basaltlava an die Agentur zum Weiterleiten an Betriebe. „Die fünf Tage waren eine Be- reicherung für uns. Wir konnten uns nicht nur von der perfekten Organisation des Austauschs für Handwerkslehrlinge über- zeugen, sondern haben unsere eigenen Erfahrungen gemacht. DieBetriebsbesucheundBegeg- nungenmit denBauhandwerkern waren interessant und inspi- rierend. Wir können derartige Austauschmöglichkeiten jedem Ausbilder nur empfehlen“, lautet das Fazit des Handwerker-Ehe- paares. Der 43-Jährige nimmt die Ein- drückemit indenAlltag.Mit sei- nem Team arbeitet er sowohl im privaten als auch gewerblichen und kommunalen Bereich. Pflasterarbeiten, Instandhal- tungen sowie das Erschließen vonkleinenStraßengehörenzum Aufgabengebiet des Bendorfer Betriebes. Süßmeyer Straßen- und Tiefbaubau, Bendorf Gegr. 1996 | 5 Mitarbeiter | Pflasterarbeiten, Instandhaltung, Erschlie- ßungsarbeiten | Tel. 02622 /167 000 | Volker.Suessmeyer@web.de Claudia und Volker Süßmeyer lernten sich 1993 auf der Koblenzer Handwerksmesse kennen, fünf Jahre später heiraten sie. Volker Süßmeyer ist Straßenbauer mit Herz und Seele. Das beweist auch eine Sammlung historischer Gerätschaften, darunter Straßenwal- zen aus alter Zeit.
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