Handwerk Special Nr. 212 vom 16.09.2017

Kreativer Fleischermeister / Start ins neue Lehrjahr Nr. 212 16. September 2017 www.handwerk-special.de 11 196 junge Bauhandwerker starten bei der HwK in überbetriebliche Lehrlingsunterweisung Von A wie Ausbaufachar- beiter bis Z wie Zimmerer übernehmen Bauhand- werker bei Renovierung, Sanierung, Moderni- sierung, bei Neu- oder Ausbau Verantwortung. Fachlich gut vorbereitet auf die beruflichen He- rausforderungen werden sie unter anderem bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Für 196 Jugendliche fiel jetzt der Startschuss für ihre Lehre im Bauhandwerk. Ihren ersten Lehrgangstag absolvierten sie im Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach und im Bauzentrum Koblenz. 61 Maurer, sieben Hochbauf- acharbeiter, zwei Betonbauer, 48 Zimmerer, ein Ausbaufach- arbeiter, 39 Straßenbauer, 13 Tiefbaufacharbeiter, ein Kanal- bauer, 15 Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, sechs Stuckateure, ein Trockenbaumonteur, ein EstrichlegerundeinWärme-Käl- te-Schallschutzisolierer,werden bei der HwK in den nächsten zwei bzw. drei Jahren einen großen Teil ihrer praktischen Ausbildung absolvieren. Die Überbetriebliche Lehrlings- unterweisung (Ülu) in den HwK-Berufsbildungszentren dient der beruflichen Grund- der Praxis die Vermittlung be- rufsübergreifenderKenntnisse bereits während der Lehre. Die AO-Bau fördert die um- fassende berufsfeldbreite Grundausbildung, die, ergän- zend zur Ausbildung in den Handwerksbetrieben,während der Ülu vermittelt wird. Die theoretischen Kenntnisse er- werben die Lehrlinge in den Berufsschulen der Region. ausbildung im ersten und der Fachausbildung im zweiten und dritten Lehrjahr. Es handelt sich hierbei um eine tarifliche Ver- einbarung zwischen Vertretern der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften mit dem Ziel, eine attraktive Ausbildungs- ordnung für die Bauhandwerke (AO-Bau) zu schaffen. So fördert das Kennenlernen der verschiedenen Gewerke in 196 junge Baulehrlinge wurden von den HwK-Ausbildern in Koblenz ... ... und Bad Kreuznach begrüßt. Foto: Klaus Herzmann Kraftpaket aus Landkern Der Verkaufsladen von Fleischermeister Stefan Wiersch in Landkern bei Cochem ist gut besucht. Die Kunden schätzen die mehrfach ausge- zeichneten klassischen Spezialitäten ebenso wie die immer wieder neu kreierten Produkte des rührigen 37-Jährigen. Vor der Fleischerlehre und dem Meisterbrief schloss er bereits eine Lehre zum Kommunikationselektro- niker erfolgreich ab. Seit Kurzem hat StefanWiersch einen eiweiß- und proteinge- haltvollen Riegel auf Basis von getrocknetem Rindfleisch im Angebot. Er denkt anMenschen, die sichbewusst gesundernähren und damit auch ihre sportlichen Aktivitäten unterstützen möch- ten. In Fitness-Studios sieht er potenzielle Kunden. An einen Internetvertrieb ist gedacht. Im OktoberwirdStefanWierschauf einerBodybuilder-Meisterschaft in Kaifenheim mit dem „Bull- fighter“, so nennt er den Riegel, präsent sein. „Es handelt sichum getrocknetes Bullenfleisch ohne Allergene und Zusatzstoffe“, erklärt er dieZusammensetzung. Fleischermeister Wiersch setzt auf selbst kreierten Eiweißriegel Stefan Wiersch hat kleine Kraftpakete auf Rindfeisch- basis entwickelt, die helfen sollen, Sportler nach vorn zu bringen. Fleischerei Wiersch, Landkern Gegr. 1964 | 21 Mitarbeiter | Spezialitäten, Onlineshop, Tel. 02653/ 8365| www.Metzgerei-Wiersch.de Stefan Wierschs Bullfighter soll vor allem im Fitness- bereich für Furore sorgen. Gastspiel in Kanada Die Ideedazubekamer bei einem zweijährigen Aufenthalt in Ka- nada. Er hatte sich auf die An- zeige eines deutschen Fleischer- meisters in einer Fachzeitschrift beworben. „Erwar ausgewandert und suchte Fachkräfte. Mich reizte es, eine fremde Kultur außerhalb von Touristenpfaden zu erleben“, sagt Wiersch. Der Meister resümiert: „Es war eine tolle, effektive Zeit. Ich hatte viele menschliche Begeg- nungenamFußeder kanadischen RockyMountains undhabe neue Rezepturen und Arbeitsabläufe kennen gelernt.“ Persönliche Gründe führten ihn indieHeimat zurück. Im Juli wird er die von seinemVater, ReinholdWiersch vor über 50 Jahren gegründete Fleischerei übernehmen. Würstchen zum Ziehen Der junge Inhaber in spehat viele Pläne. Mit neuen Fertigmenüs am Samstag, die sonntags nur aufgewärmt werdenmüssen und wie frisch gekocht schmecken, erweitert er das Sortiment. Ein externer gekühlter Automat soll mit Steaks, Würstchen, Spießbraten und Dosen befüllt werden, die der Kunde zu jeder Tages-und Nachtzeit ziehen kann. Die Befüllung richtet sich nach der Jahreszeit, mehr Grillspezialitäten im Frühjahr und Sommer, Dosenvielfalt im Herbst und Winter. Der Fleischermeister setzt auf den Ausbau des Onlineshops, Catering vonDienstag bis Sonn- tagund stärkerePublizierungder regionalen Produkte. Besondere Spezialitäten wie „Russische Sülze“, „Jalapeno-Fleischkäse“ oder „Toskana Aufschnitt“ gibt es nur bei Wiersch und in keinem Großhandel. Mit der Sülze möchte er beispielsweise nach Deutschland migrierten Ost-EuropäerneinStückHeimat vermitteln. „Ich experimentiere gern, verlasse eingetretene Spu- ren und gehe neue Wege. Der Kundenzuspruchgibtmir recht“, so der Handwerksmeister. Stefan Wiersch nutzte auch die von der Handwerkskammer Koblenz angebotene Veranstal- tung „Handwerk im Dialog“, bei der Fachkollegen den Erfah- rungsaustausch pflegen und das breit gefächerte Serviceangebot der Kammer kennenlernen. „Unser Erfolg hängt auch von Flexibilität und neuen Ideen ab. Es ist gut, wenn die Kammer dabei hilft.“

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