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Wärme – auch für Kinder

Kachelofen Quetlich montiert Öfen in Waisenhäusern

Sie verzichten in diesem Jahr auf einen Großteil ihres Jahresurlaubs und treten schwer bepackt den Weg in den Osten Europas an:

Kachelofenbau Quetlich aus Montabaur installiert im Rahmen der Initiative „Wärme für Kinder" 25 Öfen in 20 Kinder- und Waisenheimen in der Ukraine und Rumänien.

„Es ist ein Abenteuer", gibt Kachelofen- und Luftheizungsbauermeister Oliver Quetlich zu. „Noch wissen wir nur aus Erzählungen, wie ärmlich dort die Verhältnisse sind. Deshalb fliegen ein Mitarbeiter und ich demnächst vor Ort, um uns ein Bild davon zu machen, was uns erwartet." Schließlich muss vor der großen Reise abgeschätzt werden, was alles an Baumaterial und Werkzeug mitzunehmen ist. Denn was fehlt, kann nicht einfach nachgekauft werden. „Wir nehmen auch gerne Sachspenden wie Kleider oder Spielzeug für die Waisenheime entgegen", fügt Bruder Adrian Quetlich hinzu. Der gelernte Heizungsbauer und diplomierte Versorgungstechniker stieg Ende 2003 in den Familienbetrieb ein.

Seit 30 Jahren gibt es die Quetlichs nun in Montabaur: „Unser Vater ist zehn Tage vor dem Mauerbau aus der DDR in den Westen ausgereist. Nach einigen Zwischenstationen hat er hier den Betrieb gegründet", erzählt Oliver Quetlich, der sich nach einigen Umwegen doch für das Kachelofenbauerhandwerk entschied und es 1995 mit dem Meistertitel krönte. Heute planen und bauen die Westerwälder ihre Öfen in einem Radius von 150 Kilometern. Auch in Köln sind sie im Einsatz: „Wir wirken bei der Innenausstattung der noblen Kranhäuser am Rheinauhafen mit", berichtet Oliver Quetlich, der für seine Kunden immer den idealen Ofen finden möchte. Der Raum sei ausschlaggebend für die spätere Gestaltung des Ofens, denn „jeder Raum verlangt nach einem individuellen Stil".

Für die Waisenhäuser in Rumänien und der Südukraine zählen hingegen erstmal andere Dinge: „Dort wird noch mit alten Ölfässern geheizt, die wenig Wärme erzeugen und keinen ordentlichen Abzug haben", weiß Adrian Quetlich aus der Zusammenarbeit mit dem Caritas Ortsverband in Passau, der die Kinderheime betreut. „Mit den 20 von der Firma Spartherm gespendeten Öfen, die wir im Sommer montieren werden, können wir einen kleinen Beitrag leisten, damit es den Kindern dort unten besser geht."

Zwei Wochen wird das Quetlich-Team in Osteuropa verbringen. Wenig Zeit und viel Arbeit, aber die beiden Brüder sehen die Herausforderung positiv: „Es gibt noch viel zu organisieren und wir hoffen auch auf weitere Spenden aus der Bevölkerung, die uns helfen, die Kosten für Transport und Aufbau zu stemmen. Es ist ein großes Projekt, das wir uns da vorgenommen haben. Aber wenn man etwas tun kann, dann sollte man es auch tun", sind sich die Brüder einig.

Steckbrief: Kachelofen Quetlich, Montabaur

Gegr. 1980 | 10 Mitarbeiter (1 Meister) | individuelle Kamine und Kachelöfen, Kaminöfen | Tel.: 02602/ 90090 | www.quetlich.de

Handwerk Special 137 vom 06. März 2010, Seite 21

 
 

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