06. März 2010
- 1: Titel HS 137
- 2: Inhalt
- 3: Meisterbefragung
- 4: HwK - Bildung
- 5: Jahrgangsbeste I
- 6: Jahrgangsbeste II
- 7: Jahrgangsbeste III
- 8: Jahrgangsbeste IV
- 9: Maler und Lackierer
- 10: Anzeigen
- 12: Osterwerkstatt
- 13: Bäcker
- 14: Wohnen gestalten
- 15: Landmaschinen
- 16: Anzeigen
- 17: Holzbau
- 18: Anzeigen
- 19: Meistergeschichten
- 20: Existenzgründer
- 21: Kachelofenbau
- 22: Junge Seite
- 23: Pinnwand
- 24: Anzeige
Eins mit der Natur
Fleischermeisterin setzt auf Ökoprodukte vom eigenen Hof
Fleischermeisterin Ulrike Weinig aus Frücht bewirtschaftet gemeinsam mit ihren Geschwistern Martin und Esther „Hof Hahlgarten", idyllisch im Naturpark Nassau zwischen Rhein und Lahn gelegen.
Gemeinsam haben sie aus dem seit 1960 existierenden spezialisierten Milchviehbetrieb einen Gemischtbetrieb aufgebaut. Seit 2001 wirtschaftet der Betrieb ökologisch nach Richtlinien des Bioverbandes. Ulrike Weinig, die auch Hauswirtschaftsmeisterin und Landwirtin ist, kümmert sich neben der Kälberaufzucht und dem Kühemelken um den Hofladen und die Hofmetzgerei.
„Eigentlich wollte ich nach dem Abitur einen Weg fern der Landwirtschaft einschlagen. Ich habe eine Ausbildung zur grafisch-technischen Gestalterin in Köln abgeschlossen und danach fünf Jahre in einem Verlag gearbeitet", erzählt sie. Nach einer weiteren „Probierphase" und vier Semestern Völkerkundestudium zog es die junge Frau auf den elterlichen Hof zurück. „Meine Mutter hatte bereits 1990 die ersten Schritte in Richtung Selbstvermarktung initiiert. Mitte der 90er Jahre wurden Hofladen und Metzgerei eröffnet. 2003 erfolgte die Anerkennung des Hahlgartener Hofs als Biolandbetrieb. Die ökologische Ausrichtung fand ich sehr spannend und wollte sie voll unterstützen. Ich habe zuerst eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert und die Hauswirtschaftslehre angehängt. Der Meisterbrief als Hauswirtschafterin diente als Basis für den Besuch des Fleischer-Meisterkurses", erklärt sie ihre berufliche Neuorientierung. „Der Meisterbrief im Fleischerhandwerk ist ein weiterer Garant dafür, dass die Kunden bei uns gesund genießen können."
Spezialitäten aus eigener Herstellung
„Wir haben einen Fleischer zum Schlachten und Ausbeinen beschäftigt. Die Wurstküche ist mein Ressort", betont die Fleischermeisterin und verweist auf die erworbene EU-Zulassung als Schlachtbetrieb. Die artgerechte Haltung und das auf dem Hof ökologisch erzeugte Futter fördern Vitalität und die Widerstandskraft der Tiere. „Grundsätzlich zeichnet sich das gleichmäßig mit intramuskulärem Fett marmorierte Bioschweinefleisch durch sehr guten Geschmack und Saftigkeit aus und es verliert beim Braten kaum Flüssigkeit", so Ulrike Weinig.
Spezialität der Hofmetzgerei ist der aromatisch kräftig gewürzte und leicht süßliche „Hoflado-Speck". Er wird aus dem festen Rückenspeck der „Bunten Bentheimer", einer besonderen Ferkelrasse, hergestellt. Eine Besonderheit ist auch die Krakauer, eine gebrühte, geräucherte und anschließend luftgetrocknete Dauerwurst, die im Laufe ihrer bis zu zweimonatigen Lagerzeit immer fester wird und pikanter schmeckt. Das Biofleischsortiment reicht vom Schweinekotelett über fertig gewürzten Spießbraten bis zu Steaks vom Jungbullen. Viele Sorten Hausmacher-, Brüh- und Rohwürste aus eigener Herstellung, garantiert ohne Pökelsalz, Phosphat und Geschmacksverstärker, kommen hinzu.
Steckbrief: Hof Hahlgarten, Frücht
Gegr. 1960 | 4 Mitarbeiter (1 Meister,1 Lehrling) | Biohof, Hofladen, -metzgerei | Tel.: 02603/ 3840 | E-Mail: weinig-fruecht@t-online.de
Handwerk Special 137 vom 06. März 2010, Seite 11
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